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Sonntag, 11.11.2018

Regen aus geschmolzenem Metall

Der Treibhausplanet Venus

In den Hochlagen der Venus regnet es geschmolzenes Metall. Auf ihrem Tiefland lastet der 90-fache Luftdruck der Erde und die Temperaturen liegen über 450 Grad. Seit Urzeiten entfaltet ein extremer Treibhauseffekt sein wahrhaft höllisches Klima.

Kein anderer Planet unseres Sonnensystems ist so lebensfeindlich, wie unser Nachbarplanet Venus. Auf seiner Oberfläche herrscht ein Luftdruck wie auf der Erde in einer Tiefe von 900 Meter im Meer. Dabei dringt kein Sonnenstrahl durch die gut 20 Kilometer dicke Wolkendecke, die den gesamten Planeten in etwa 50 Kilometer Höhe umspannt. Tagsüber ist es über 450 Grad heiß und selbst nachts kühlt es kaum unter 440 Grad ab. Bei derart extremer Hitze schmelzen und verdampfen sogar einige Metallverbindungen und regnen im kühleren Gebirge wieder ab.

Der Maat Mons ist mit acht Kilometer Höhe der höchste Vulkan auf der Venus. Es wurden Hinweise entdeckt, wonach zumindest ein Teil der Venusvulkane noch aktiv sind. Bild: NASA

Ursache für die so unwirtlichen Klimaverhältnisse auf der Venus ist der extreme CO2-Gehalt ihrer Atmosphäre: Diese besteht zu rund 96 Prozent aus diesem hoch potenten Treibhausgas. Hinzu kommen noch etwas mehr als drei Prozent Stickstoff und diverse Spurengase, ein Cocktail, der für die meisten Organismen auf der Erde tödlich wäre. Ohne die von gewaltigen Blitzen durchzuckte Wolkendecke, die unter anderem aus feinsten Tröpfchen von Schwefelsäure besteht, würde es auf dem Planeten wegen seiner großen Nähe zur Sonne noch erheblich heißer sein.

Das Auswurfmaterial aus einem kleinen Vulkan macht die vorherrschende Windrichtung zur Zeit der Eruption sichtbar. Bild: NASA

Wissenschaftler vermuten, dass auf der Venus in ihrer Frühzeit einst lebensfreundlichere Bedingungen geherrscht haben. Damals war die Leuchtkraft der Sonne noch deutlich geringer als heute, sodass es auf der Ur-Venus weitaus kühler war und wahrscheinlich auch Wasser gab. Vermutlich ein Zusammenspiel aus kosmischen Kollisionen, heftigem Vulkanismus und zunehmender Sonnenstrahlung setzte dann aber irgendwann einen galoppierenden Treibhauseffekt in Gang, wodurch das Wasser verdampfte und vom Sonnenwind aus der Hochatmosphäre herausgeblasen wurde.

Während der Wind am Boden nur träge weht, jagt er die Wolken mit mehr als 300 Kilometer pro Stunde dahin. Und wie Satellitenbeobachtungen ergeben haben, nimmt die Windgeschwindigkeit dort seit Jahren kontinuierlich zu. Bild: NASA

Bleibt der Wind. Der bewegt sich im Tiefland nur träge. Wegen der dort so enormen Dichte der Atmosphäre entspricht seine Kraft aber immer noch der Windstärke 3 bis 4 Beaufort auf der Erde. In der freien Atmosphäre jagen die Wolken dagegen mit mehr als Tempo 300 um den Planeten und sie werden sogar immer schneller: Wie Satellitendaten der letzten Jahre ergeben haben, ist die Windgeschwindigkeit in der Hochatmosphäre der Venus binnen weniger Jahre von 300 auf fast 400 Kilometer pro Stunde angestiegen, die Gründe sind nicht bekannt.

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