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Klimawandel

Donnerstag, 14.06.2018

Eisverlust verdreifacht

Antarktis-Eis schmilzt schneller

In der Antarktis lagern 90 Prozent des weltweiten Eisvorkommens. Doch an den gewaltigen Eisschilden nagt der Klimawandel. Nach einer neuen Studie hat sich der Eisverlust dort seit 2012 sogar verdreifacht.

An den Rändern des eisigen Kontinents schmilzt das Eis in den Sommermonaten immer stärker.

In den letzten zehn Jahren ist es zu einer starken Beschleunigung des Masseverlusts in der Antarktis gekommen. Waren es von 1992 bis 2012 durchschnittlich etwa 76 Milliarden Tonnen pro Jahr, lag das Mittel zwischen 2012 und 2017 bei 219 Milliarden Tonnen jährlich - fast dreimal so viel. Das sagt zumindest ein internationales Forscherteam um Andrew Shepherd von der University of Leeds (Großbritannien). Den größten Anteil am Eismasseverlust hatte die Westantarktis.

Die Eisverluste der Antarktis von 2002 bis 2016 anhand der Beobachtungsdaten des GRACE-Satellitenüberwachungsprogramms der NASA. Auch an dieser Messkurve ist der starke Eisschwund ab etwa 2012 zu erkennen. Bild: NASA

Damit trägt die Antarktis gegenwärtig zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels bei als je zuvor in den letzten 25 Jahren. Bis 2012 waren es jährlich rund 0,2 Millimeter, seither jedoch ist dieser Beitrag auf 0,6 Millimeter pro Jahr angestiegen.

Den Messungen zufolge ließ das schmelzende Antarktiseis den weltweiten Meeresspiegel zwischen 1992 und 2017 um 7,6 Millimeter steigen. Der größte Meeresspiegelanstieg in diesem Zeitraum, nämlich etwa doppelt so viel, ist aber immer noch auf das stark schmelzende Gröndlandeis zurückzuführen.

Für die Studie, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, führten insgesamt 84 Wissenschaftler von 44 internationalen Organisationen 24 satellitengestützte Eismasseschätzungen zusammen. Bei den zugrundeliegenden Daten wurden drei verschiedene Messmethoden angewendet: die Höhenmessung, die Messung der Schwerkraft und die Input-Output-Methode (Zuwachs durch Schnee, Verlust durch Schmelzen, Kalben der Gletscher und Abfluss des Eises).

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