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Klimawandel

Mittwoch, 27.11.2019

Klimaschutz muss forciert werden

Darum geht es bei Klimakonferenz

Um die am Montag beginnende UN-Klimakonferenz hat es in diesem Jahr schon viel Wirbel gegeben - weil sie kurzfristig von Chile nach Madrid umziehen musste. Das Treffen ist enorm wichtig, mahnen Klimaschützer. Aber worum geht es auf der Konferenz eigentlich genau?

Bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris hatte es einen historischen Durchbruch gegeben. Ab Montag geht es bei der Konferenz in Madrid mit Teilnehmern aus aller Welt um noch ehrgeizigere Ziele und konkretere Maßnahmen.

Im nächsten Jahr, so sagen Klimaforscher, muss die Weltgemeinschaft die Kurve kriegen, um das Schlimmste zu verhindern. Dann muss deutlich mehr als bisher im Kampf gegen die Erderwärmung passieren. Bevor am kommenden Montag die UN-Klimakonferenz beginnt, betonen Klimaschützer daher: Der entscheidende Sprung im Jahr 2020 kann nur gelingen, wenn die Staaten auf der Klimakonferenz in Madrid ordentlich Anlauf nehmen.

Nur eine starke Reduzierung der Treibhausgase, der Schutz der Ökosysteme und der bedachte Umgang mit den natürlichen Ressourcen können laut Konsens weltweiter Klimaforscher eine dramatische Erderwärmung eindämmen.

Vor dem Start der Konferenz häufen sich die Hiobsbotschaften für das Erdklima: Noch immer reicht es längst nicht, was die knapp 200 Mitgliedsstaaten des Pariser Abkommens planen, um die Erwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Ein Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit ist es im Mittel schon jetzt, in Deutschland sind es seit 1881 sogar 1,5 Grad. Das verändert auch das Wetter: Hitzewellen und Dürren nehmen zu. Für Land- und Forstwirtschaft und die Gesundheit steigen die Risiken, heimische Tier- und Pflanzenarten geraten unter Druck.

Der Druck der Straße nimmt zu: Hunderttausende Menschen weltweit demonstrieren, wie hier in Köln am 20. September 2019, für einen besseren Klimaschutz. Bild: dpa

In Paris ist im Jahr 2015 das historische Klimaabkommen gelungen. 2018 beschlossen die Staaten im polnischen Kattowitz (Katowice) ein Regelwerk, nach dem nun über Fortschritte im Klimaschutz berichtet werden soll. Dieses Mal geht es daher hauptsächlich um folgende drei Themen:

ANLAUF NEHMEN FÜR MEHR KLIMASCHUTZ: Das Pariser Abkommen sieht vor, dass die Staaten alle fünf Jahre ehrgeizigere nationale Klimaschutz-Pläne vorlegen. 2020 ist es somit erstmals soweit. 66 kleinere Staaten haben schon im September angekündigt, nachzulegen. Nun soll Druck aufgebaut werden, damit die Regierungen sich einen Ruck geben und die Völker mitziehen. Ehrgeizigere Ziele sind gefragt. Für Deutschland gilt das EU-Klimaziel, das nach dem Willen der Kommissionschefin Ursula von der Leyen angehoben werden soll.

INTERNATIONALER HANDEL MIT KLIMASCHUTZ: Im Regelwerk für den globalen Klimaschutz hat ein bestimmtes Kapitel noch Lücken: Dort soll festgelegt werden, wie mit Klimaschutz gehandelt werden kann. Wenn ein Staat seine Ziele übererfüllt, kann er sozusagen ein CO2-Budget verkaufen - und andere Staaten, bei denen es langsamer geht, können es kaufen. Außerdem können auch Unternehmen, etwa Fluggesellschaften, und andere Akteure Klimaschutz finanzieren und damit ihre Klimabilanz verbessern.

GELD FÜR KLIMASCHÄDEN: Bei jeder Klimakonferenz geht es auch um Geld. Die Folgen der Erderwärmung treffen zunächst vor allem ärmere Staaten, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind. Meist wird über CO2-Sparen und Anpassung an den Klimawandel geredet, aber auch der Umgang mit Schäden und Verlusten durch die Erderwärmung ist für viele Länder existenziell. Dafür wurde 2013 der sogenannte Warschau-Mechanismus eingerichtet, der dafür sorgen soll, dass Hilfsgelder in diese Länder fließen. Nun wird offiziell überprüft, wie es läuft.

(WO/dpa)

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