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Astroinfos - Berichte für Fans der Astronomie

Montag, 01.02.2010

Astro-Infos Februar 2010

Lichtschmutz schluckt die Sterne

Scheint an Lichtmess (2. Februar) die Sonne heiß, kommt noch sehr viel Schnee und Eis - lautet eine alte Bauernregel. Dies bedeutet, dass in dieser Jahreszeit ein Hoch recht beständig sein kann und die Zufuhr von trockener und kalter Festlandsluft für sonnige Tage und klare Nächte sorgt.

Der Sternenhimmel im Februar - Blick nach Süden

Bildquelle: Winfried Kräling

In der ersten Monatsdekade kann man noch Jupiter, den größten Planeten unseres Sonnensystems, in der frühen Abenddämmerung über dem Südwesthorizont erspähen, wo er seine Abschiedsvorstellung gibt und zunehmend der Sonne entgegen eilt. Einige Tage später, etwa ab dem 20. Februar, erscheint dort ein neuer, hellerer Lichtpunkt - es ist der Planet Venus, der von der Sonne fort zu eilen scheint und bis Ende September als Abendstern zu sehen sein wird. Da Venus vorerst noch dicht an der Sonne steht, ist sie allerdings noch recht unscheinbar.

Auffällig hingegen ist der Planet Mars, der zu Beginn der Dunkelheit als hell leuchtendes, rötliches Gestirn am östlichen Himmel im Sternbild Krebs zu finden ist. Da der rote Planet im vergangenen Monat der Sonne gegenüber stand, ist er auch im Februar noch optimal zu sehen. Am 26. Februar erhält Mars Besuch vom fast vollen Mond. Auch der Ringplanet Saturn verlagert seinen Aufgang in die Abendstunden und zählt wieder zu den beliebteren Beobachtungsobjekten. Zu finden ist er im Sternbild Jungfrau in östlicher Richtung.

Die im Februar sichtbaren Planeten Mars und Saturn im Fernrohr

Grafik: Winfried Kräling - Die Computergrafik zeigt das scheinbare Größenverhältnis der Planeten zueinander, so wie sie im Februar im Fernrohr erscheinen.

Der Anblick des Winterhimmels ist sehr beeindruckend, viele helle Sterne sind zu sehen, darunter auch Sirius, der hellste aller Fixsterne. Von ihm ausgehend findet man leicht das Wintersechseck, das aber kein reguläres Sternbild darstellt, sondern helle Sterne aus mehreren Sternbildern umfasst. Von Sirius ausgehend enthält es - im Uhrzeigersinn - die Sterne: Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund, Castor und Pollux in den Zwillingen, Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier und Rigel im Orion.

Neben dem Großen Wagen dürfte Orion das bekannteste Sternbild überhaupt sein, das seit der Antike bekannt ist. Orion soll einen mythischen Himmelsjäger darstellen. Die Sterne Beteigeuze (siehe Zusatzgrafik) und Bellatrix bilden die Schulter, die Sterne Rigel und Saiph die Füße. Das Haupterkennungsmerkmal des Orion ist aber die auffällige Reihe der Sterne Alnitak, Alnilam und Mintaka (in der Mitte von links nach rechts). Die drei Sterne bilden den Gürtel des Orion, der auch als Jakobsstab oder Jakobsleiter bekannt ist.

Der hellste Stern im Orion ist Rigel, ein blauer Überriese in etwa 770 Lichtjahren Entfernung. Mit einer Helligkeit, welche die unserer Sonne um das 57000-fache übertrifft, zählt er zu den leuchtstärksten Sternen überhaupt. Auch der rote Riesenstern Beteigeuze übertrifft die Leuchtkraft unserer Sonne noch um das 10000-fache. Sein Durchmesser ist so groß, dass er, wäre er an der Position unserer Sonne, die Jupiterbahn berühren würde. Beteigeuze steht im Verdacht in - nach kosmischen Maßstäben - naher Zukunft in einer Supernova zu "explodieren".

Bekannt ist der Orion vor allem wegen des "Großen Orionnebels", der in dunklen Nächten schon mit dem bloßen Auge gesehen werden kann. Ein kleines Fernrohr zeigt bereits die komplexe Nebelform. In größeren Teleskopen erkennt man Strukturen in den Wolken und im Zentrum des Nebels können die 4 Sterne des "Trapezes" erkannt werden, die ebenfalls nach kosmischen Zeiträumen mit einem Alter von etwa einer Million Jahren sehr jung sind. Der Orionnebel wird auch als "Kinderstube" für Sterne bezeichnet, da auch heute noch neue Sterne in ihm entstehen.

Das Sternbild Orion am winterlichen Sternenhimmel

Grafik: Winfried Kräling - Die Computergrafik zeigt das Sternbild Orion und die Positionen der in seinem Bereich zu findenden Gasnebel und "Deep-Sky-Objekte".

M78 ist ein länglicher Reflexionsnebel, der bereits in einem 10x50-Fernglas gesehen werden kann. Er ist der hellste Reflexionsnebel des Himmels. Das Wort Reflexionsnebel sagt aus, dass hier Staub- und Gasmassen von Sternen angestrahlt werden und dieses Licht reflektieren. Die Computergrafik zeigt IC 434/B33 den in vielen Astronomiebüchern dargestellten und durch seine Form als "Pferdekopfnebel" bekannten Dunkelnebel. So eindrucksvoll der "Pferdekopfnebel" auf lang belichteten Fotos auch aussieht, so schwer ist er zu beobachten.

Nur noch in den dunkelsten Regionen - die leider infolge der rasch fortschreitenden Lichtverschmutzung immer seltener werden - ist das zarte Glimmen der interstellaren Gaswolke IC 434 zu erkennen, vor der die dunklen Staubmassen von B33 (Pferdekopf) in lichtstarken Teleskopen und Spezialfilter zu erahnen sind. Aber nicht nur der Pferdekopfnebel ist Opfer der jährlich um etwa 10 Prozent zunehmenden Lichtverschmutzung. Neben dem fortschreitenden Verlust des Sternenhimmels sind dadurch auch viele nachtaktive Insekten und Zugvögel gefährdet.

Des Weiteren tragen noch weit nach Mitternacht sinnlos illuminierte Fassaden von Gebäuden in Industriegebieten mit ihrem unsinnigen Energieverbrauch nicht zu einem Rückgang der Klimaerwärmung bei. Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, kann sich unter: http://www.do1-tv.de/2010/01/22/die-zerstorung-der-nacht-das-wissenschaftsspezial/ einen sehr informativen Film zur Lichtverschmutzung anschauen und weitere ausführliche Informationen bei der Fachgruppe DARK SKY der Vereinigung der Sternfreunde unter http://www.lichtverschmutzung.de/ abrufen.

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