WetterOnline ( http://www.wetteronline.de )

Astroinfos - Berichte für Fans der Astronomie

Montag, 23.07.2018

Längste Mondfinsternis

Blutmond und Mars im Lichtrausch

Gleich zwei Astro-Highlights erwarten Sternfreunde am Freitag: Erst gibt es die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zu sehen, dann wird der Mars zum Star der Nacht. Er ist der Erde so nah, dass er zum dritthellsten Gestirn am Himmel wird.

Am Freitagabend kann in ganz Deutschland eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Dabei verfärbt sich der Mond leuchtend rot, weshalb er auch als Blutmond bezeichnet wird. Bild: Stefan Seip.

Der Anfang der Finsternis ist von Mitteleuropa aus allerdings nicht zu sehen, weil der Mond zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegangen ist. Dafür darf man sich aber auf einen sehr ungewöhnlichen Mondaufgang freuen, denn der Vollmond erscheint als rasch schmaler werdende Sichel über dem Horizont. Um 21:31 Uhr ist es schließlich so weit: Der Mond taucht vollständig in den Erdschatten ein und auch der letzte Rest hellen Sonnenlichtes verschwindet. Streulicht aus der Erdatmosphäre taucht den verdunkelten Mond dann jedoch in leuchtendes Rot.

Mondaufgang in Würzburg ist um 21:01 Uhr. Kurz darauf, um 21.30 beginnt die totale Phase. Finsternismitte ist um 22:22 Uhr und ab 23:13 Uhr kehrt der Mond langsam wieder ins Sonnenlicht zurück. Nach einer weiteren Stunde ist er nur noch im Halbschatten der Erde, den er um 01.28 Uhr ganz verlässt. Bild: NASA

Wer das Schauspiel beobachten will, sollte sich einen Ort mit freier Sicht zum Südosthorizont suchen. Ideal sind unbewaldete Bergkuppen. Bei klarem Himmel kann man von dort aus die untergehende Sonne und ihr genau gegenüber den schon teilverfinsterten Vollmond für kurze Zeit gleichzeitig sehen. Die dann beginnende totale Mondfinsternis ist mit einer Dauer von 103 Minuten die längste Verfinsterung des Mondes dieses Jahrhunderts. Erst ab 23:14 Uhr kehrt der Mond als wieder wachsende, silbrige Sichel zurück ins Sonnenlicht.

Noch während der Mondfinsternis nimmt ein weiteres Schmankerl am Himmel seinen Lauf: Schon kurz nach dem Mond geht unser Nachbarplanet Mars ebenfalls am Südosthimmel auf. Und weil der rote Planet der Erde derzeit besonders nahe ist, wird er trotz seiner relativ niedrigen Höhe über dem Horizont nach Mond und Venus zum dritthellsten Gestirn am Himmel. Zusammen mit der benachbarten Mondfinsternis bietet sich Sternfreunden also eine höchst reizvolle Konstellation am sommerlichen Nachthimmel.

Der Mars aus Sicht des Weltraumteleskops Hubble. Er steht Ende Juli in Erdnähe und ist dann nur rund 55 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Weil er der Sonne dabei gegenübersteht, erscheint er von der Erde aus besonders hell. Bild: NASA

Astro-Interessierte hoffen natürlich auf passende Wetterverhältnisse. Aktuell deutet sich trotz vereinzelter Wärmegewitter und Wolkenfelder verbreitet günstiges, das heißt wolkenfreies Beobachtungswetter an. Im WetterTicker auf WetterOnline halten wir Sie über das Beobachtungswetter auf dem Laufenden.

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...