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Donnerstag, 21.02.2019

Der Lawinenwinter 1999

Schneechaos endet in Katastrophe

Schnee, Schnee und nochmals Schnee: Im Winter 1999 kamen in den Nordalpen binnen eines Monats bis zu fünf Meter Neuschnee vom Himmel. Die dadurch entstandene extreme Lawinengefahr blieb nicht ohne traurige Folgen.

Besonders in Teilen von Österreich und der Schweiz kamen im Spätwinter 1999 extreme Schneemassen vom Himmel. Bild: dpa

Der Spätwinter 1999 ist mit seinen extremen Schneemassen in die Geschichtsbücher eingegangen. Von Ende Januar bis Ende Februar fielen nördlich des Alpenhauptkamms örtlich über fünf Meter Neuschnee. Dies ist mehr, als dort sonst in einem ganzen Winter zusammenkommt. Je nach Region gibt es solche Schneemassen nur alle 50 bis 100 Jahre. Durch die Kombination aus jeder Menge Neuschnee, Sturm und ständigen Temperaturschwankungen stieg die Lawinengefahr verbreitet für Wochen auf die größte Warnstufe 5, was vorher noch nicht vorkam.

Aufgrund der großen Lawinengefahr wurden viele Straßenabschnitte gesperrt. Zahlreiche Orte waren tagelang von der Außenwelt abgeschnitten und mussten über Helikopter mit den wichtigsten Dingen versorgt werden. Viele Urlauber waren in ihren Ferienorten eingeschlossen.

Seinen traurigen Höhepunkt erreichte das Schneechaos am 23. Februar 1999 - dem Tag der großen Lawine in Galtür im österreichischen Paznauntal. Hunderte Helfer konnten 31 Menschen nur noch tot bergen. Nur einen Tag später kamen im Nachbarort Valzur sieben Menschen durch einen Lawinenabgang ums Leben. Es war eines der schwersten Lawinenunglücke in der Geschichte des Landes und gleichzeitig Auslöser der größten Evakuierungsaktion in Österreich mittels Hubschraubern. Auch in der benachbarten Schweiz forderten Lawinen in dem Monat 17 Menschenleben.

Besonders in Erinnerung blieb das tragische Lawinenunglück von Galtür im Paznauntal im Österreich. Bild: dpa

Verantwortlich für die Schneemassen war eine bestimmte Wetterlage. Während die Schneehöhen bis zum 25. Januar durchschnittlich waren, stellte sich vom 27. bis zum 31. mit Nordwestwinden eine Staulage an den Alpen ein. Dabei wurde feuchte Luft gegen die Berge gedrückt, was zu anhaltendem und starkem Schneefall führte. Auch vom 5. bis zum 12. und vom 17. bis zum 25. Februar kam es zu ähnlichen Wetterlagen. So betrug die Neuschneemenge (theoretischer Wert ohne Tauen, Verdunsten oder Sacken) auf der Zugspitze in diesem Winter mehr als 27 Meter.

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