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Donnerstag, 21.10.2021

Sturm verursacht viele Schäden

Im Flachland Böen bis Tempo 120

Umgeknickte Bäume und abgebrochene Äste: Der erste Herbststurm dieser Saison mit Böen teils über Tempo 100 hat in Teilen Deutschlands Schäden hinterlassen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Der Bahnverkehr ist auf einigen Strecken beeinträchtigt.

Ein Feuerwehrmann zersägt einen umgestürzten Baum auf der L165 bei Börfink im Hunsrück. Bild: dpa

Sturmtief IGNATZ hat am Donnerstag Dutzende Einsätze von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Meist blieb es bei kleineren Sachschäden. Wegen Ästen, Bäumen oder Mülltonnen auf den Straßen kam es zu mehreren Verkehrsunfällen. Auf der B27 zwischen Elend und Braunlage im Ostharz stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Fahrer wurde in seinem Audi eingeklemmt. Er kam in ein Krankenhaus, nachdem die Feuerwehr ihn befreit hatte.

Im Worpswede im Norden Niedersachsens wurde ein Baum umgerissen und fiel auf eine Landstraße. Der Fahrer eines Linienbusses konnte in letzter Sekunde bremsen. Ein entgegenkommender Pkw-Fahrer fuhr jedoch in das Hindernis, das dadurch noch gegen den Bus geschoben wurde. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. In Norden Hamburgs mussten Einsatzkräfte umgestürzte Bäume von den Straßen holen, Äste waren auch auf Autos gefallen. Ein großer Baum kippte gegen ein vierstöckiges Wohnhaus. Mithilfe eines Krans wurde der Baum entfernt.

Auf der L288 bei Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis blockiert ein Baum die Fahrbahn. Die Feuerwehr rückt an und zersägt den Baum.

Bereits am Mittwochabend war es turbulent zugegangen. In Emmerich an der niederländischen Grenze wirbelte ein Tornado. Bäume stürzten in Straelen, Weeze und Emmerich-Elten um. Die Feuerwehr Emmerich hatte jedoch keine entsprechenden Einsätze über Schäden. Der Tornado soll für etwa eine Minute Bodenkontakt gehabt haben. In Delmenhorst wurde ein Mann von einem herabstürzenden Ast getroffen und dabei leicht verletzt.

Gestörter Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen: Die Deutsche Bahn zeigt ihren Kunden an, welche Züge wegen Unwetter ausfallen. Bild: dpa

Wegen des Sturms gibt es nach wie vor Probleme im Bahnverkehr. In Bad Godesberg bei Bonn kollidierte in der Nacht zum Donnerstag ein Güterzug mit einem Ast, der Fernverkehr Köln-Koblenz war daraufhin beeinträchtigt. Fernzüge zwischen Köln und Koblenz wurden umgeleitet und hatten Verspätungen zwischen 20 und 90 Minuten. Der Schaden wurde bereits behoben. Die Strecke bei Hilden wurde hingegen gesperrt. Gegenstände waren in die Oberleitung geraten.

Bei Lebach im Saarland stürzte ein Baum in eine Oberleitung und bremste die Saarbahnlinie S1 aus. Ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Ebenfalls beeinträchtigt war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Kiel sowie nach Flensburg. Es kam zu Verspätungen. Für den Fern- und Regionalverkehr informiert die Bahn Pendler und Reisende via Twitter über Störungen.

Die stärksten Böen bis Donnerstagmorgen: Hier sind nur die Spitzenwerte unterhalb von 500 Meter Höhe aufgelistet.

Der Sturm fegte teilweise mit Böen über 100 Kilometer pro Stunde durchs Land. Die Station Trier/Petrisberg meldete eine orkanartige Böe von 115 Stundenkilometer. Tholey nördlich von Saarbrücken registrierte eine Böe von Tempo 112. In den Höhenlagen erreichte der Sturm sogar volle Orkanstärke. So wurden auf dem Feldberg im Südschwarzwald 166, auf dem Brocken im Harz 148 Stundenkilometer gemessen.

An der Nordseeküste droht eine Sturmflut. Daher sind Zugänge zu ufernahen Bereichen gesperrt, wie hier zum Parkplatz am Südstrand in Wilhelmshaven. Bild: dpa

An der Nordsee droht eine Sturmflut. IGNATZ drückt mit seinen ruppigen nordwestlichen Winden das Nordseewasser an die Küste sowie in die Elbe und Weser. Am späten Nachmittag kann in Hamburg-St.-Pauli der Wasserstand von 1,50 Meter bis 1,60 Meter über dem Mittleren Hochwasser liegen und damit die Marke um einige Zentimeter überschreiten. An der nordfriesischen Küste und im Wesergebiet kann das Nachmittag-Hochwasser bzw. das Abend-Hochwasser 1 bis 1,5 Meter höher liegen. Nach derzeitigem Stand sind bis Freitag weitere Sturmfluten möglich.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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