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Sonntag, 19.08.2018

Viele Bäume vertrocknen

Dürre im halben Land

Die Trockenheit wird immer dramatischer: Mittlerweile ist die Hälfte Deutschlands von "extremer Dürre" und fast 90 Prozent zumindest von einem trockenen Boden betroffen. Eine Änderung der Lage ist vorerst nicht in Sicht.

Nach einem nassen Winter breitet sich die Trockenheit im Gesamtboden ab Mai rasant aus und erreicht im August einen neuen Höchststand. Die Hälfte Deutschlands ist derzeit von "extremer Dürre" betroffen. Bild: UFZ

Immer größere Flächen sind von immer stärkerer Dürre in Deutschland betroffen, wie der Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigt. Der Erdboden ist derzeit besonders von Schleswig-Holstein bis Nordrhein-Westfalen, von Südniedersachsen bis Sachsen sowie im südlichen Baden-Württemberg und östlichen Bayern äußerst trocken.

Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe ist derzeit besonders im Nordwesten, in der Mitte und im äußersten Süden trockener als in 98 Prozent der Zeit seit 1951 (dunkelrot). Bereits bei Orange liegt eine "moderate Dürre" vor. Bild: UFZ

Die schleichenden Folgen erkennt man besonders an der Vegetation. Vor allem jüngere Bäume erreichen das Grundwasser nicht mehr und vertrocknen. So werden in zahlreichen Kommunen seit Wochen Bäume gegossen und zu Gieß-Patenschaften aufgerufen. Viele andere werfen aufgrund des Wassermangels bereits ihre Blätter ab und wechseln frühzeitig in den winterlichen Ruhemodus. In der Landwirtschaft liegen die Ernteeinbußen bereits bei mindestens drei Milliarden Euro.

An immer mehr Bäumen vertrocknen die Blätter. Während die Stadtbäume mehr am Wassermangel leiden, kommt in den Wäldern noch eine Borkenkäfer-Invasion dazu. Die trockene Hitze lässt den Rüsselkäfer prächtig gedeihen und macht Bäume besonders anfällig. Bild: dpa

Eine Abschwächung der Dürre ist vorerst nicht in Sicht. Auch in den nächsten Tagen sind abgesehen von Wärmegewittern über den Alpen keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Auch der regional gefallene Regen der vergangenen Tage und Wochen reicht bei weitem nicht aus, das Defizit zu reduzieren. Hinzu kommt, dass der Niederschlag meist als Starkregen fiel und dadurch größtenteils oberflächlich abfloss. Die Verdunstung ist aufgrund der weiterhin hochsommerlichen Temperaturen groß.

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