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Sonntag, 16.12.2018

Klimakonferenz geht zu Ende

Neue Klimaschutz-Regeln stehen

Das Pariser Abkommen war nur der Anfang. Die zähen Verhandlungen der Klimakonferenz zeigen, wie mühsam der Kampf gegen die Erderwärmung bleibt. Die Zeit drängt: Nun gibt es eine Gebrauchsanweisung für den Klimaschutz.

In der Nacht zum Sonntag ging die UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz zu Ende. Bild: dpa

Die UN-Klimakonferenz in Polen hat nach zähen Verhandlungen ein umfassendes Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gebilligt. Kernziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Umweltverbände zeigten sich in der Nacht zum Sonntag unzufrieden und mahnten zu mehr Klimaschutz und Solidarität mit armen Ländern. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach von einem "soliden" Ergebnis. Weltweit müsse der Treibhausgasausstoß nun zügig und deutlich gesenkt werden.

Die Verfasser des Klimaschutz-Index halten wieder einmal kein Land für vorbildlich genug, um die beste Bewertung zu erhalten. Bild: dpa

Nach dem Beschluss applaudierten die Klimaverhandler, manche fielen sich in die Arme. Jubel gab es aber keinen. Vertreter aus knapp 200 Staaten und der EU hatten in Polen zwei Wochen lang um die Regeln gerungen, nach denen Staaten künftig über ihre Pläne und Fortschritte im Klimaschutz berichten sollen. Vergleichbarkeit und Transparenz sind wichtig, da das Pariser Abkommen auf gegenseitigem Vertrauen beruht und keine Sanktionen vorsieht, wenn Länder nicht vorankommen. Vor allem der Gruppendruck soll alle auf Kurs halten.

Die Zeit drängt: Es gibt nur einen Planeten. Bild: dpa

Die Verhandlungen sollten eigentlich am Freitag enden, zogen sich aber hin bis durch die Nacht. Sitzungen wurden immer wieder verschoben. Die Entscheidung fiel schließlich erst einen ganzen Tag später - was für Klimagipfel aber nichts Ungewöhnliches ist. Zuletzt hatten noch Brasilien und die Türkei für Verzögerungen gesorgt. Der nächste UN-Klimagipfel findet Ende 2019 oder Anfang 2020 in Chile statt.

In der Antarktis lagern 90 Prozent des weltweiten Eisvorkommens. Doch an den gewaltigen Eisschilden nagt der Klimawandel. Bild: dpa

Doch die Zeit drängt: Schon jetzt hat sich die Erde um rund ein Grad erwärmt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder auch der Tierhaltung in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden. Die Jahre 2015 bis 2018 waren die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Geht es weiter wie bisher, leben wir Ende dieses Jahrhunderts wohl in einer drei bis vier Grad wärmeren Welt. Die Folgen wären je nach Region fatal.

(wo/dpa)

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