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Dienstag, 17.11.2009

Sternschnuppen hinter Wolken

Maximum für Deutschland zu früh

Alljährlich Mitte November gibt es am Sternenhimmel einen der bekanntesten Sternschnuppenschwärme des Jahres zu sehen: Die "Leoniden". Bei guten Beobachtungsbedingungen können in manchen Jahren in kürzester Zeit Hunderte von Schnuppen beobachtet werden, die allesamt aus dem Sternbild Löwe, lateinisch: Leo, auszustrahlen scheinen, von dem sie ihren Namen haben. Wenn die Schnuppenrate, wie in einigen wenigen besonderen Jahren 1000 Objekte pro Stunde erreicht oder überschreitet, spricht man von einem "Meteorsturm".

Das Sternbild Löwe um Mitternacht

Bildquelle: HNSKY - Noch befindet sich das Sternbild LEO unterhalb des Nordosthorizonts. Da sich die Leoniden radial in alle Himmelsrichtungen um das Sternbild ausbreiten, können daher nur die wenigen Schnuppen gesehen werden, die bereits den Sprung über die Horizontlinie schaffen.

Das Sternbild Löwe eine Stunde nach Mitternacht

Bildquelle: HNSKY - Eine Stunde später schaut es schon deutlich besser aus: Jetzt ist der Löwe zur Hälfte aufgegangen, was auch heißt, dass nun schon etwa die Hälfte der Leoniden über dem Horizont schwärmen.

Die Leoniden huschen immer dann über den Himmel, wenn die Erde Mitte November die Staubfahne des Kometen "Temple/Tuttle" kreuzt. Dabei wirkt die Atmosphäre wie ein riesiger kosmischer Staubfänger, der die nur millimetergroßen Partikelchen durch die enorme Reibung bis zur Weißglut erhitzt und verdampft. Die Rate der Leoniden weist jedoch große Schwankungen auf. Sie liegt zwischen nur wenigen Dutzend Objekten in den meisten Jahren und einem wahren Regen aus zigtausenden Sternschnuppen, wenn die Erde dichtere Teile des Kometenschweifs durchläuft.

Das Sternbild Löwe um 02 Uhr früh

Bildquelle: HNSKY - Wenn der Löwe um 2 Uhr früh endlich hoch genug über dem Horizont steht, dass die meisten Sternschnuppen sichtbar sind, ist das spitze Maximum des Schwarms leider bereits vorüber, so dass nur noch ein paar wenige Nachzügler beobachtet werden können.

Leider sind die Sichtbarkeitsbedingungen in Europa in diesem Jahr sehr ungünstig. Zum einen trüben vielerorts Wolken den Blick in die Sterne, zum anderen ereignet sich das nur wenige Minuten dauernde, extrem spitze Maximum des Meteorschwarms in der Nacht zum 18. November bereits gegen 23 Uhr, wenn das Ausstrahlgebiet noch unter dem Horizont steht. Während in Asien beste Beobachtungsbedingungen herrschen, können von Deutschland aus nur wenige Nachzügler gesehen werden, für die das Ausharren bis 2 Uhr früh nur bei wirklich klarem Himmel lohnt.

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