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Astroinfos - Berichte für Fans der Astronomie

Freitag, 01.01.2010

Astro-Infos Januar 2010

Leuchtender Rest einer Supernova

Wer sich am 15. Januar im östlichen Afrika, den Malediven oder im südlichen Indien aufhält, kommt im ersten Monat des neuen Jahres in den Genuss einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Bei derartigen Finsternissen steht der Mond so weit weg von der Erde, dass er die Sonne während der Finsternis nicht mehr vollständig verdecken kann. Deshalb umgibt in der Mitte der Finsternis ein dünner Ring gleißenden Sonnenlichts den vorüber ziehenden Mond. In Deutschland bleibt diese besondere Form einer Sonnenfinsternis allerdings unsichtbar.

Der Sternenhimmel im Januar - Blick nach Süden

Bildquelle: Winfried Kräling

Jupiter kann im Januar noch am Abendhimmel gesichtet werden, doch steht er schon in der Dämmerung so niedrig über dem Südwesthorizont, dass er nicht mehr zu den lohnenden Beobachtungsobjekten zählt. Dagegen steht Mars am 29. Januar in Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht über zu sehen. Bereits mit dem bloßen Auge macht er seinem Beinamen - der rote Planet – alle Ehre. Er geht am den frühen Abend als hell leuchtendes rötliches Gestirn im Nordosten auf und steht um Mitternacht hoch im Süden.

Obwohl er nur so groß erscheint, wie ein Centstück in 235 Meter Entfernung, können bereits mit mittelgroßen Amateurteleskopen Details seiner Oberfläche erkannt werden. Im Lauf des Monats verlangsamt Mars seine Bewegung, bleibt sogar stehen, um sich danach wieder in Richtung des Krebses zu bewegen. Diese rückläufige Bewegung beruht auf einem perspektivischen Effekt, da die schnellere Erde Mars auf der Innenbahn überholt. Sternfreunde wissen, wenn ein Planet scheinbar rückwärts läuft, steht er der Sonne gegenüber und ist am besten zu beobachten.

Wegen seiner Achsneigung ist auf der Nordhalbkugel des Planeten jetzt Frühling und das Abschmelzen der nördlichen Polkappe kann im Teleskop im Lauf der kommenden Wochen verfolgt werden. Ebenso lassen sich, wegen der Marsrotation von 24 Stunden und 37 Minuten, während einer Nacht unterschiedliche Regionen und Oberflächenstrukturen erkennen. Die beiden kleinen, kartoffelförmigen Marsmonde Phobos (18 x 22 x 26 Kilometer) und Deimos (10 x 12 x 15 Kilometer), deren Name Furcht und Schrecken bedeutet, bleiben dagegen größeren Teleskopen vorbehalten.

Die im Januar sichtbaren Planeten im Fernrohr

Grafik: Winfried Kräling - Das scheinbare Größenverhältnis der Planeten Jupiter, Mars und Saturn zueinander. Saturn ist noch ein Objekt der zweiten Nachthälfte, zu finden ist er im Sternbild Jungfrau.

Der Ringplanet Saturn bewegt sich im Lauf des Monats Januar durch das Sternbild Jungfrau. Zum Monatsbeginn geht der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems um Mitternacht und am Monatsende bereits gegen 22 Uhr im Osten auf. Im Teleskop sind die Ringe des Gasriesen wieder deutlich zu erkennen, nachdem sie wegen ihrer ungünstigen Kantenstellung zur Erde zuletzt nur als dünner Strich zu sehen waren.

Unsere Sternkarte zeigt das schwach leuchtende Band der winterlichen Milchstraße sowie recht markante Sternbilder wie Kassiopeia, Perseus, Fuhrmann, Orion und Stier. Letzteres ist eines der ältesten bekannten Sternbilder überhaupt. Der Kopf des Stieres wird durch den v-förmigen Sternhaufen der Hyaden gebildet, Aldebaran ist sein rot glühendes Auge, der Stern Alnath formt das obere Horn und der Sternhaufen der Plejaden bildet die hoch aufgerichtete Schwanzquaste.

Im Jahre 1054 n. Chr. beobachteten chinesische Astronomen am unteren Horn, nahe dem Stern Tien Kuan eine Sternexplosion - eine Supernova. Wochenlang konnten sie an der Position des Crabnebels (M1) einen hellen Stern erkennen, der mit dem bloßen Auge sogar am Taghimmel sichtbar war. Im Jahre 1731 wurde von John Bevis sowie unabhängig davon durch Charles Messier 1758 ein nebelartiges Gebilde entdeckt. Der Name Crabnebel oder Krebsnebel wurde 1844 von Lord Rosse geprägt, der den Nebel mit seinem großen Spiegelteleskop detailliert beobachtete.

Anhand der Ähnlichkeit der Filamente mit Krebsbeinen stellte er fest: Er sieht aus wie ein Krebs". Als Anfang des 20. Jahrhundert die ersten Fotografien des Gebildes entstanden, stellte sich alsbald heraus, dass der Nebel expandiert. Durch Zurückberechnung der Ausdehnung des Crabnebels konnte man auf eine Supernovaexplosion vor rund 900 Jahren schließen und damit war exakt die Position gefunden, wo die 1054 beobachtete Supernova stattgefunden hatte.

Das Sternbild Stier am Sternenhimmel

Grafik: Winfried Kräling - Die Computergrafik zeigt das Sternbild Stier, den in seinem Bereich zu findenden Crabnebel, das "Siebengestirn" sowie weitere Sternhaufen und "Deep-Sky-Objekte".

Sehr bekannt, aber häufig als kleiner Wagen fehl interpretiert, ist der offene Sternhaufen der Plejaden, der im deutschen Sprachbereich auch als Siebengestirn oder auch "die sieben Schwestern" genannt wird. Messier führte ihn als 45. Objekt in seinen Katalog (M45) auf, obwohl die Plejaden seit der Antike bekannt sind. Mit bloßem Auge erkennt man je nach Dunkelheit und Sichtbarkeitsverhältnissen des Sternenhimmels 6, 9 oder sogar 12 Sterne, selten oder fast nie sehen Beobachter dagegen tatsächlich 7 Sterne.

Teleskopisch konnten 500 Sterne in diesem Haufen nachgewiesen werden und bei dunkelstem Himmel können in kleinen Teleskopen sogar die Gas- und Staubnebel gesehen werden, die das Licht der Plejadensterne reflektieren. Auch der Sternhaufen der Hyaden, auch Regengestirn genannt, ist seit der Antike bekannt. Mehr als 200 Sterne bilden diesen offenen Sternhaufen, der mit einer Entfernung von ca. 150 Lichtjahren zu den nächsten seiner Art zählt.

Aldebaran, das Auge des Stieres, ist ein oranger Riesenstern in 65 Lichtjahren Entfernung. Er ist ein so genannter Vordergrundstern, der sich nur zufällig in Richtung der Hyaden befindet und diese in südliche Richtung passiert. Weitere in einem Teleskop leicht zu beobachtende Objekte sind die in der Zusatzgrafik gekennzeichneten Sternhaufen NGC 1647 und 1746.

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