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Klimawandel

Dienstag, 22.04.2014

Meeresströmung bringt Kapriolen

Pazifik: El Niño im Anmarsch

Forscher prognostizieren einen neuen El Niño im Laufe des Jahres. Die warme Meeresströmung im zentralen Pazifik ist gefürchtet, weil sie weltweit das Wetter durcheinander bringt.

Die Temperaturanomalie-Karte vom Januar 1998 zeigt die riesige warme Meeresoberfläche, die sich von der Küste Perus bis in den zentralen Pazifik erstreckt. 1998 fand das bislang stärkste El-Nino-Ereignis statt. Im Laufe dieses Jahres steht uns erneut ein möglicherweise starker El Niño bevor. Bildquelle: NOAA

In den kommenden Monaten wird sich wahrscheinlich ein neues El-Nino-Ereignis im Pazifik anbahnen. Bereits jetzt haben sich die sonst üblichen Passatwinde aus Osten deutlich abgeschwächt, die sonst warmes Oberflächenwasser nach Australien treiben. Bleibt der Wind aus, fließt das Warmwasser an die Küste von Peru zurück, wo sonst eine kühle, nährstoffreiche Meeresströmung für Trockenheit sorgt. Die Folge: In den Wüsten Südamerikas gibt es plötzlich starke Regenfälle, Während in Ostaustralien eine schwere Dürre herrscht.

Da alle Wettersysteme auf der Erde sich gegenseitig beeinflussen, hat ein starker El Niño weltweit Auswirkungen auf die vorherrschende Witterung. Im Amazonas-Regenwald fällt dann kaum noch Regen, im sonst trockenen Kalifornien toben dagegen Stürme. Vor Mexiko bilden sich heftige tropische Wirbelstürme, im Atlantik dagegen deutlich weniger als sonst. Dürren sind auch in Indien und China, sowie in Indonesien möglich. Nur in Europa gibt es kaum Auswirkungen beim Wetter.

Die Infrastruktur vor allem in sonst trockenen Regionen ist oft nicht auf Stürme und Regenfälle eingestellt, dort drohen enorme Schäden. In sonst eher nassen Gebieten gibt es dagegen Ernteeinbußen, die auch Auswirkungen auf die globalen Lebensmittelpreise haben dürften. Auch in der Natur sind die Auswirkungen immens: Vor der Küste Südamerikas kommt es zu einem Massensterben von Seevögeln und Robben, da die Fische abwandern. Die Dürre in Australien und dem Amazonasgebiet lässt dagegen viele Tiere und Pflanzen verdursten.

El Niño ist spanisch für "das Christkind". Die Meeresströmung wird so genannt, weil sie vor der Küste Perus wiederholt in abgeschwächter Form um die Weihnachtszeit auftritt. Je stärker der El Niño, desto größer werden die globalen Auswirkungen zu spüren sein. Wie markant die warme Meeresströmung dieses mal letztlich ausfallen wird, kann aber kaum vorhergesagt werden.

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