Klimawandel
Bericht des Umweltministeriums
Mehr Wetterextreme als früher?
Nach den jüngsten Unwettern mit Tornados mehren sich die Schlagzeilen, wonach Wetterextreme infolge des Klimawandels spürbar zugenommen hätten. Solche Spekulationen werden auch von einem Bericht des Umweltministeriums genährt, der Wetterkapriolen zum Anlass nimmt, um vor dem Klimawandel zu warnen.
Es ist jedoch sehr problematisch Wettererscheinungen mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen, denn Wetter und Klima sind zwei völlig verschiedene Dinge. Während sich Wetter auf einer Zeitskala von einigen Tagen bis wenigen Wochen vollzieht, findet Klima in Zeiträumen von Jahrzehnten statt. Klimaänderungen werden daher naturgemäß erst im Laufe vieler Jahrzehnte bis Jahrhunderte, größere Schwankungen sogar erst nach Jahrtausenden sichtbar. Daher sind Wetterkapriolen zur Begründung einschneidender Klimaschutzmaßnahmen gänzlich ungeeignet.
Ungeachtet der Tatsache, dass sich das Klima der Erde derzeit mit durchaus beunruhigender Geschwindigkeit erwärmt, gibt es bislang aber noch keine belastbaren Beweise dafür, dass die Zahl der Wetterextreme - wie von Klimawissenschaftlern befürchtet - bereits nachweislich zugenommen hat. Unwetter mit Starkregen oder großem Hagel sowie zerstörerische Stürme hat es seit Menschengedenken schon immer gegeben. Selbst starke Tornados sind in Europa keineswegs neu. Das gleiche gilt für längere Hitzewellen oder Ernteausfälle durch Dürren.
Dies versteht sich jedoch nicht als Freibrief für die hemmungslose Verbrennung fossiler Energieträger. Denn tatsächlich neu ist der damit verbundene Einfluss auf klimasteuernde Faktoren wie etwa die Konzentration von Treibhausgasen. Kohlendioxid trägt zur Erwärmung der Atmosphäre und damit - auf lange Sicht - auch des globalen Klimas bei. Und gerade weil die Folgen dieses Wirkens erst nach Generationen zum Tragen kommen, verbietet sich der gedankenlose Umgang mit den Ressourcen der Erde. Er kommt einem Experiment mit ungewissem Ausgang gleich.
Das Versäumnis liegt also nicht in den Mahnungen der Wissenschaftler vor den möglichen Folgen eines langfristigen Klimawandels, sondern in den unzutreffenden Begründungen derer, welche die Zeitskala von Klimaänderungen allein der erhofften Wirkung wegen unglücklicherweise auf eine Handvoll Jahre herunterbrechen. Stürme, Überschwemmungen, Kälte, Dürren und Hitzewellen, all das hat es auch in früheren Jahrhunderten zigfach gegeben. Neu ist allein, dass wir nun wissen, dass wir künftigen Generationen wahrscheinlich zusätzliche Probleme bereiten.