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Unwetter im Rückblick

Freitag, 19.01.2007

Orkan KYRILL tobt in Europa

Spitzenböen bis Tempo 200

Orkan KYRILL hat am 18. und 19. Januar 2007 in Teilen Europas eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Dutzende Menschen starben, über eine Millionen Haushalte waren ohne Strom und der Verkehr kam zum Erliegen.

Ganze Berghänge werden von der Gewalt der Böen niedergemäht. Bild: Wolfgang Schwarz

Bis ins Tiefland fegte KYRILL mit Orkanböen über Deutschland und richtete große Schäden an. So meldete Düsseldorf Spitzenböen bis 144 Kilometer pro Stunde, in Schleiz wurden 140 und in Mühldorf am Inn 138 Kilometer pro Stunde gemessen. Der höchste Wert mit 202 Kilometer pro Stunde wurde auf dem Wendelstein in den Bayerischen Alpen registriert. Nur knapp dahinter lag der Brocken im Harz mit Tempo 198.

Die Spitzenböen am 18. Januar 2007.

In Deutschland forderte KYRILL mindestens 13 Menschenleben. Sechs Autofahrer kamen durch Verkehrsunfällen um, zwei Menschen wurden durch aus den Angeln gehobene Türen oder Tore erschlagen, ein Mann geriet unter einen umstürzenden Hausgiebel. Bei Rettungsaktionen starben zwei Feuerwehrleute. Insgesamt wurden außerdem mehrere hundert Menschen verletzt.

Der Orkan brachte den Verkehr zum Erliegen. Zahlreiche Bäume stürzten auf Straßen und Gleise und blockierten sie in der Folge. Fast schon chaotisch war die Situation im Bahnverkehr. Da die Bahn aus Sicherheitsgründen den Fernverkehr komplett und den Regionalverkehr gebietsweise einstellte, mussten zahlreiche Menschen die Nacht auf Bahnhöfen verbringen.

Bäume stürzen auf Straßen und blockieren Fahrbahnen. Bild: Sascha Engst

Durch den Wind umgestürzte Bäume sowie durch den starken Regen verursachte Überschwemmungen führten bundesweit zu Straßensperrungen, teilweise waren ganze Autobahnabschnitte bis in den Folgetag gesperrt. Der Sturm riss Lastwagen um und beschädigte Stromleitungen. In der Folge kam es in Tausenden Haushalten zu Stromausfällen, teils war auch das Telefonnetz überlastet. Auf dem Brocken im Harz wurde wegen des Orkans das Brockenhotel evakuiert.

Das Flüsschen Emmer bei Emmerthal im LK-Hameln-Pyrmont ist weitläufig über die Ufer getreten. Bild: Alexander Wratolis

Der Orkan KYRILL zählt damit neben der Orkanserie im Winter 1990 und dem Orkan LOTHAR im Dezember 1999 zu den heftigsten Sturmereignissen in Deutschland der letzten 20 Jahre. Er verursachte Schäden in Höhe von etwa 8 Milliarden Euro, davon rund 4,5 Milliarden in Deutschland.

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