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Klimawandel

Mittwoch, 17.09.2014

Für eine Zukunft ohne Klimachaos

Studie setzt auf Bürgerbewegung

Nach Einschätzung einer neuen Studie kann dem Kampf gegen den Klimawandel nur eine breite, weltweite Bürgerbewegung zum Durchbruch verhelfen. Politiker könnten dadurch Verbündete bei der Gestaltung einer "Zukunft ohne Klimachaos" gewinnen.

Seit Jahren warnt der Weltklimarat IPCC vor inakzeptablen Folgen, sollte die Erderwärmung zwei Grad überschreiten. Nur wenn es gelinge, die CO2-Emissionen bis spätestens 2070 auf Null zu senken, könnten diese Risiken abgewendet werden. Doch trotz dieser alarmierenden Botschaft tritt die Klimapolitik auf der Stelle. Jetzt appelliert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in einem Gutachten an die Zivilgesellschaft: Der UN-Klimaprozess müsse durch eine weltweite Bürgerbewegung ergänzt werden.

Hoffnung für den Klimaschutz sehen die Autoren der neuen Studie nur in einer Doppelstrategie, die neben den politischen Anstrengungen auch auf eine breite Bürgerbewegung setzt. Bildquelle: dpa

Um Bewegung in die festgefahrene Klimapolitik zu bringen, sollten nach Ansicht des Ko-Vorsitzenden des WBGU, Hans Joachim Schellnhuber, "Soziale Netzwerke, Städte und Kommunen, Religionsgemeinschaften, Unternehmensallianzen und Staatenclubs" Klimaschutzinitiativen erweitern und "die politischen Entscheidungsträger zum kraftvollen Handeln jenseits des Tagesgeschäfts" antreiben. Jede Kommune, jedes Unternehmen und jeder Bürger müsse individuell "die Null schaffen", so das Gutachten "Klimaschutz als Weltbürgerbewegung".

Im Ergebnis empfehlen die Experten der Studie eine Doppelstrategie: Zum einen solle das auf der UN-Klimakonferenz im nächsten Jahr in Paris geplante Weltklimaabkommen "den Ausstieg aus den fossilen CO2-Emissionen festschreiben und somit als Wegweiser dienen". Zum andern sollten zivilgesellschaftliche Initiativen gefördert werden, "durch die sich Akteure Verantwortung aneignen und eigenständig Beiträge zu einer klimaverträglichen Lebens- und Wirtschaftsweise leisten". So könne jeder Verbraucher etwa "gezielt klimaschädliche Waren boykottieren".

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