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Klimawandel

Donnerstag, 11.02.2016

Polarwirbel besonders kalt

Droht historisches Ozonloch?

Der sogenannte Polarwirbel, ein riesiges Tief hoch über der Arktis, ist in diesem Winter besonders stark und extrem kalt. Das hat Folgen: Experten befürchten fürs Frühjahr ein besonders massives Ozonloch.

Der schillernde Glanz von Polaren Stratosphärischen Wolken erinnert an Perlmutt. Derartige Wolken bilden sich in Höhen von etwa 22 bis 29 Kilometer und schädigen die Ozonschicht. Bildquelle: Ross J. Salawitch, University of Maryland

Seit Monaten herrschen in der arktischen Stratosphäre oberhalb von 20 Kilometern Höhe extrem tiefe Temperaturen. Ursache ist der sogenannte Polarwirbel, ein großräumiges Tiefdruckgebiet über dem Polargebiet, das in diesem Winter besonders stark ausgeprägt ist. An seinem Rande werden mit großer Geschwindigkeit immer wieder kräftige Randtiefs nach Osten gelenkt und versperren wärmeren Luftmassen aus dem Süden den Weg in die Arktis. Dadurch kann die Luft in der Stratosphäre dort weitaus stärker abkühlen als in Jahren mit schwächerem Polarwirbel.

Die aktuelle Ozonverteilung über der Nordhemisphäre. Bild: Environment Canada

Das in diesem Jahr so beständige und in der Höhe extrem kalte Polartief hat jedoch dramatische Folgen für die dort beheimatete Ozonschicht. Denn bei besonders niedrigen Wintertemperaturen bilden sich oberhalb von 20 Kilometern Höhe vermehrt sogenannte Polare Stratosphärische Wolken. Und diese lösen wiederum chemische Prozesse aus, die das Ozon angreifen und teilweise zerstören. Zurück bleibt am Ende jeden Winters ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Ozonloch, das sich erst mit steigenden Temperaturen im Sommer wieder schließt.

Eine intakte Ozonschicht filtert die energiereiche UV-Strahlung von der Sonne und schützt so das Leben vor Schädigungen durch die Bestrahlung. Ein ausgeprägtes Ozonloch am Ende des Winters hat dagegen ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko zur Folge, sodass Menschen mit empfindlicher Haut schon im März auf guten Sonnenschutz achten müssen. Noch besteht die Chance, dass der Polarwirbel gestört und der Ozonschwund gebremst wird. Bleibt der ungünstige Trend jedoch erhalten, könnte das Ozonloch im kommenden Frühjahr Rekordausmaße erreichen.

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