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Klimawandel

Donnerstag, 26.05.2016

"Kalte Schwester" von El Niño

Pazifik: La Niña setzt ein

Eine kalte Meerwasserzunge breitet sich im Zentralpazifik immer weiter aus. Das Phänomen ist das Gegenstück zum berüchtigten El Niño und hat ebenfalls weltweite Auswirkungen auf das Klima.

Hier erkennt man gut die blaue Zunge kalten Meerwassers, die sich im Zentralpazifik immer weiter ausbreitet. Bild: NOAA

Im Zentralpazifik sind dramatische Veränderungen im Gange. In den letzten Wochen hat sich eine markante Zone mit relativ kaltem Wasser gebildet, die sich wie eine schmale Zunge von der Küste Südamerikas über tausende Kilometer bis zu den Südsee-Inseln erstreckt. Noch im Dezember war die Oberfläche des Pazifiks zwischen Südamerika und Australien aufgrund eines extrem starken El Niños sehr warm, was zu heftigen Wettererscheinungen auf der ganzen Welt geführt hat.

So funktioniert ein La Niña: Kaltes Tiefenwasser fließt von Südamerika aus nach Westen und verdrängt das warme Wasser. Dieses sammelt sich wiederum vor Australien und Indonesien und löst dort heftige Regenfälle aus.

Die kalte Wasserzunge deutet auf den Beginn eines La Niña-Ereignisses hin. Dabei kommt vor Südamerika verstärkt kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche und fließt nach Westen, wo es das wärmere Oberflächenwasser verdrängt. La Niñas treten oft nach starken El Niños auf und sind quasi deren Gegenstück.

Mehr Hurrikane im Atlantik? In La Niña-Jahren treten häufig überdurchschnittlich viele tropische Stürme auf. Ob das in diesem Jahr auch so sein wird, ist unklar - Hurrikan-Experten gehen vorerst von einer durchschnittlichen Saison im Atlantik aus.

Die weltweiten Auswirkungen von La-Niña-Ereignissen sind deutlich weniger gravierend als bei El Niños. Sie verstärken die Passatwinde über dem Pazifik und erzeugen heftige Monsun-Regenfälle in Australien und Indonesien, wo sich zunehmend warmes Pazifikwasser sammelt. In Südamerika gibt es dagegen oft Dürren. Im Atlantik wird die Bildung von Hurrikanen verstärkt. Die Auswirkungen auf das Klima in Europa sind gering.

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