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Klimawandel

Freitag, 01.07.2016

Klima-Maßnahmen wirken

Ozonloch wird langsam kleiner

Ein wirklich positiver Trend: Die Ozonschicht befindet sich auf dem Weg der Besserung, wie Forscher herausgefunden haben. Allerdings gibt es dabei auch negative Ausreißer.

Das Ozonloch im Herbst 2015 über dem Südpolargebiet. Die blauen Zonen stellen Gebiete mit besonders wenig Ozon in der Stratosphäre dar. Bild: NASA

Schon im Jahr 1987 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, Ozon-schädliche Chlorverbindungen zu verbieten. Es war jedoch klar, dass es lange dauern würde, bis positive Auswirkungen auf die Ozonschicht in der Atmosphäre zu erkennen sind. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge fruchten die Bemühungen aber. Das antarktische Ozonloch, das jedes Jahr im Spätsommer und Herbst auftritt, wächst immer langsamer. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass auch immer weniger aggressives Chlor in die Stratosphäre gelangt.

Seit dem Jahr 2000 ist zu beobachten, dass sich das alljährliche Ozonloch insbesondere über dem Südpol verkleinert. Allerdings gibt es auch immer noch Jahre, wo der Ozonabbau stärker ist als erwartet. So war 2015 der antarktische Ozonschwund riesig, und im Frühjahr 2016 steuerte das Nordpolargebiet auf ein historisch großes Ozonloch zu.

Dafür machen die Forscher allerdings externe Störeffekte verantwortlich. In diesem Frühjahr war der sogenannte Polarwirbel, ein Tief hoch über der Arktis, besonders stark und extrem kalt. Dies fördert die Bildung von Polaren Stratosphärischen Wolken, die wiederum Prozesse auslösen, welche die Ozonschicht angreifen. Für den Ozonabbau im Südpolargebiet im Jahr 2015 kommen dagegen Vulkanausbrüche in Frage. Sie schleuderten Schwefelverbindungen in die hohe Atmosphäre, was dort ebenfalls zur Bildung von Polaren Stratosphärischen Wolken führt.

Polare Stratosphärische Wolken lösen in der hohen Atmosphäre Prozesse aus, die dort die Ozonschicht schädigen. Bild: Ross J. Salawitch, University of Maryland

Der insgesamt positive Trend bei der Ozonschicht in der Atmosphäre darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bis zur kompletten Erholung noch ein langer Weg ist. In der Stratosphäre sind auch fast 30 Jahre nach ihrem Verbot immer noch viele Fluorchlorkohlenwasserstoffe vorhanden, die nach wie vor das Ozon angreifen. Bis das Ozonloch komplett verschwunden ist, dürften daher durchaus noch einige Jahrzehnte vergehen.

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