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Mittwoch, 04.03.2015

Bora bläst teilweise wochenlang

Störenfried der Adria

Orkanböen bis zu 250 Kilometer pro Stunde und ein tosendes Meer können die Folge eines der kräftigsten und wohl auch eindrucksvollsten lokalen Windsysteme auf unserem Planeten sein - der Bora.

Ein Tief über Italien saugt aus Nordosten polare Luft an. Die Folge ist ein kalter und mitunter sehr kräftiger Fallwind zwischen Slowenien und Kroatien.

Bei der Bora handelt es sich um einen kalten Nordostwind, der vorwiegend an den Küsten Sloweniens und Kroatiens auftritt. Wenn polare Kaltluft den Balkan flutet und ein Tiefdruckgebiet über Italien diese regelrecht ansaugt, läuft die Bora zur Hochform auf. Sehr ruppige Windböen peitschen dann die Berghänge des dalmatinischen Küstengebirges hinab in Richtung Adria. Während das Wetterphänomen in der warmen Jahreszeit oft nur wenige Stunden andauert, kann es im Winter über Tage oder sogar Wochen sehr ungemütlich sein.

Viel Wind, eine sehr salzhaltige Luft und kaum Nährstoffe im Boden lassen der Vegetation wie hier auf der Insel Pag in Kroatien kaum eine Chance. Bild: dpa

Die teilweise völlig kahlen Inseln vor der norddalmatinischen Küste sind unter anderem die Folge der dort häufig auftreten Bora. Nachdem die Bäume und Wälder dort abgeholzt wurden, wehte der Wind den letzten nährstoffreichen Boden davon. Übrig blieb eine karge Felsenlandschaft. Unter diesen Bedingungen kann sich die Vegetation dort kaum mehr erholen. Bei vergleichbaren geografischen Bedingungen kommt die Bora auch an der Schwarzmeerküste, auf Nowaja Semlja, in Skandinavien und auf der Kanto-Ebene in Japan vor.

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