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Mittwoch, 01.10.2014

Wetterwissen

Wie entstehen Herbststürme?

Im Oktober und November geht es wieder los: Die Stürme nehmen an Fahrt auf und brausen über das Land. Aber warum ist es gerade im Herbst so windig?

Tiefdruckgebiete werden auf dem Atlantik häufig zu Sturmtiefs, die große Wellen an die Küste rollen. Bildquelle: dpa

Die Ursache für das größere Sturmpotenzial im Winterhalbjahr liegt an der Verteilung der Luftmassen über dem europäischen Kontinent und dem Atlantik. Zwar ist es auch im Sommer im Süden Spaniens in der Regel wärmer als am Nordpol, aber diese Unterschiede sind nicht so groß wie im Herbst oder Winter.

Durch den sinkenden Sonnenstand beginnt es sich im hohen Norden deutlich abzukühlen, während im Süden noch immer sommerliche Temperaturen an der Tagesordnung sind. Innerhalb weniger Wochen bildet sich eine ausgeprägte Luftmassengrenze, die sogenannte Polarfront. Sie ist zwar auch in der warmen Jahreszeit vorhanden, aber dann befindet sie sich meist weiter im Norden und ist deutlich schwächer ausgeprägt.

Auf der Nordhalbkugel befindet sich zwischen subtropischer Warmluft im Süden und polarer Kaltluft im Norden (Bildmitte) ein Starkwindband in der Höhe. Das Bild zeigt eine Momentaufnahme des sehr dynamischen Systems.

Die starken Temperaturunterschiede bewirken hier in der Höhe noch größere Luftdruckunterschiede. Der dadurch entstehende Windstrom gleicht die Druckunterschiede aber nicht aus, sondern fließt aufgrund der Erddrehung parallel zur Polarfront. Dadurch entsteht in der Höhe ein die gesamte Nordhalbkugel umströmendes Starkwindband, der sogenannte Jetstream oder "Strahlstrom". Der Jetstream nimmt im Herbst an Fahrt auf und erreicht in rund zehn Kilometer Höhe Geschwindigkeiten von 200 bis über 500 Kilometer pro Stunde.

Der Jetstream mäandriert dabei nicht nur stark horizontal, sondern schwankt auch auf- und abwärts. Bevorzugt in der Aufwärtsbewegung entwickeln sich dann durch die Sogwirkung Tiefdruckgebiete, die mit dem Jetstream auf der Nordhalbkugel meist von Westen nach Osten ziehen. Die Tiefs gleichen zwar die unterschiedlich warmen Luftmassen durch Vermischung aus, jedoch kommt es dabei kurzzeitig zu einer Zunahme der Luftdruckunterschiede. Höhere Druckunterschiede haben stärkere Winde zur Folge und der erste Herbststurm geboren.

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