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Wetternews

Montag, 22.09.2014

Kalendarischer Herbstanfang

Wann genau beginnt der Herbst?

In der Nacht zu Dienstag beginnt der Herbst nun auch kalendarisch, nachdem er meteorologisch gesehen schon drei Wochen alt ist. Doch warum gibt es diese Unterscheidung und was hat das mit dem Wetter zu tun?

Im September werden Witterung und Natur langsam immer herbstlicher. Es ist ein fließender Übergang, der sich wenig an feste Tage orientiert.

Am Dienstag um 4:29 Uhr am Morgen beginnt laut Kalender der Herbst. Dies kann man deshalb so genau sagen, da exakt zu diesem Zeitpunkt die Sonne den Himmelsäquator Richtung Südhalbkugel überquert. Tag und Nacht sind dann astronomisch gesehen überall auf der Welt gleich lang, weshalb dieser Tag auch als "Tag-und-Nacht-Gleiche" bezeichnet wird. In den kommenden Wochen werden die Tage auf der Nordhalbkugel um bis zu fünf Minuten pro Tag kürzer, auf der Südhalbkugel dagegen länger. Dort beginnt der Frühling.

Die jahreszeitlich bedingten Unterscheide bei der Dauer von Tag und Nacht hängen mit der Neigung der Erdachse zusammen. Im (Nord-)Sommer wendet die Erde der Sonne die Nordhalbkugel zu, im (Nord-)Winter dann die Südhalbkugel. Dadurch schwankt die Tageslänge in Mitteleuropa zwischen etwa 8 Stunden im Dezember und bis zu 16 Stunden im Juni. Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt. Zum kalendarischen Frühlings- und Herbstanfang werden dagegen beide Erdhalbkugeln gleichermaßen von der Sonne erreicht, Tag und Nacht dauern dann 12 Stunden.

Die Grafik erklärt, wie die Umlaufbahn der Erde den Stand der Sonne und damit den Beginn der Jahreszeiten beeinflusst. Bildquelle: Public Domain

Für die Meteorologen beginnt schon am 1. September der Herbst und damit drei Wochen vor dem kalendarischen Herbstanfang. Der zeitliche Unterschied hat ganz praktische, statistische Gründe: Abweichungen von Temperatur und Niederschlag lassen sich erheblich leichter erfassen, wenn eine Jahreszeit jeweils drei komplette Monate umfasst. Vor allem zu den Anfängen der Wissenschaft war dies von großem Vorteil.

Das Wetter hält sich dagegen wenig an feste Termine und Definitionen. Der September ist ein Übergangsmonat, in dem sowohl noch Sommer- als auch schon Herbstwetter möglich ist. In jedem Jahr stellt sich Großwetterlage zu einem anderen Termin um oder schwenkt sogar noch einmal zurück. So wurde es nach einer bereits herbstlich anmutenden zweiten Augusthälfte mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes wieder sommerlicher. Kräftige Gewitter haben dann erst am letzten Wochenende fast pünktlich zum kalendarischen Termin die Sommerluft verdrängt.

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