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Wetterrückblick

Donnerstag, 30.11.2017

Rückblick Herbst 2017

Drei frühe und schwere Stürme

Von September bis November sind viele Tiefs über uns hinweggezogen. Sie brachten mehr Wolken und Regen, aber auch mildere Luft als im langjährigen Herbstmittel. Einige Tiefs mauserten sich zu schweren Stürmen mit großen Schäden.

Unzählige noch belaubte Bäume stürzen besonders in der Nordhälfte durch drei schwere und sehr frühe Herbststürme im September und Oktober um. Bild: dpa

Die Herbststürme kamen dieses Jahr sehr früh: Orkantief SEBASTIAN am 13. September, XAVIER am 5. Oktober und HERWART am 29. Oktober trafen mit ihren schweren Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde auf noch meist beläubte Bäume, die reihenweise umknickten und den Bahnverkehr in der Nordhälfte jeweils tagelang beeinträchtigten. Insgesamt kamen durch die drei Stürme 14 Menschen in Deutschland ums Leben und viele weitere wurden verletzt. An der Nordsee gab es jedes Mal Sturmflut, die zum Teil schwer ausfielen und zu Stranderosionen führten.

Mit 9,7 Grad war es der fünfte milde Herbst in Folge, wovon die letzten drei fast gleich warm waren.

Trotz eines kühlen Septembers fiel der Herbst mit 9,7 Grad ein halbes Grad wärmer aus als im Mittel der letzten 30 Jahre. Dies lag vor allem am sehr warmen Oktober, der zu den wärmsten der letzten hundert Jahre gehörte. Am 16. des Monats bescherte er uns mit 28,1 Grad in Freiburg kurioserweise auch die Spitzentemperatur des gesamten Herbstes. Am kältesten war es am 15. November mit minus 13,1 Grad in Oberstdorf. Obwohl es einige frostige Nächte und erste Schneefälle gab, fiel der November auch etwas milder als im Durchschnitt aus.

Mit 225 Liter pro Quadratmeter war es der zweitnasseste Herbst seit 2002, alle drei Monate waren feuchter als im Mittel.

Der Herbst war mit 225 Liter pro Quadratmeter regenreicher als im Mittel. In Teilen von Schleswig-Holstein kamen sogar über 400 Liter zusammen, was dort einigen Wetterstationen neue Niederschlagsrekorde bescherte. Noch mehr Niederschlag fiel allerdings am Alpenrand mit bis zu 780 Liter. Da davon in den Hochlagen bereits vieles als Schnee niederging, gab es auf der Zugspitze Mitte November mit 2,25 Meter so viel Schnee wie seit 1978 nicht mehr so früh im Jahr. Am trockensten war es mit teils weniger als 100 Liter zwischen Erfurt und Dessau.

Nur 1993, 1998 und 2001 schien die Sonne im Herbst noch weniger als dieses Jahr.

Bei so viel Regen kaum verwunderlich: Die Sonne schien im Herbst deutlich weniger als üblich. Mit im Flächenmittel 260 Sonnenstunden war es sogar der trübste Herbst seit 2001. Am meisten schien die Sonne vom Hochrhein bis zum Allgäu mit über 350 Stunden. Der sonnigste Ort mit über 400 Stunden war die knapp 3000 Meter hohe Zugspitze, die oft aus dem tief hängenden Dauergrau herausragte. Am trübsten präsentierten sich Harz und Sauerland mit regional unter 180 Stunden.

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