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Freitag, 18.08.2017

Westeuropa nicht ganz außen vor

Countdown zur Sonnenfinsternis

Am Montag findet über den USA eine totale Sonnenfinsternis statt. Zu sehen ist das Spektakel quer durchs Land. Auch über Westeuropa wird die Sonne noch angeknabbert, bei uns ist sie dagegen zu Beginn der Finsternis bereits untergegangen.

Der schmale Pfad in dem die Finsternis total sein wird (gelber Streifen), verläuft von West nach Ost quer über die USA. Knapp 90 Minuten dauert es, bis der Kernschatten des Mondes das Land überquert haben wird (alle Zeiten in MESZ).

Wenige Tage vor dem großen Himmelsschauspiel über den USA warten Millionen Menschen gebannt auf das astronomische Top-Ereignis. Viele Interessierte sind sogar extra wegen der Sonnenfinsternis in die USA gereist, um irgendwo entlang des mehr als 4000 Kilometer langen Totalitätspfades Position zu beziehen. Hotels und Pensionen dort sind schon seit Monaten, ja teils sogar schon seit Jahren ausgebucht. Der Fahrplan der Finsternis steht fest, nur das Wetter könnte den Beobachtern mancherorts noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Ein erster Blick auf die Bewölkung in den USA am Montag. Danach sieht es in den meisten Regionen gut aus. Unsicherheitsfaktor bleiben aber Gewitterwolken, die den Blick auf das Schauspiel regional noch verderben können.

In den meisten Landesteilen stehen die Beobachtungschancen aber recht gut: Großflächige Wolkenfelder sind eher nicht zu erwarten. Allerdings können im Bereich regionaler Hitzetiefs kräftige Wärmegewitter entstehen und die Beobachtung vor allem in den zentralen Bundesstaaten und in Atlantiknähe regional zur Glücksache machen. Weil sich die zugehörigen Quellwolken erst im Lauf des Tages bilden, ist eine genaue Wolkenprognose derzeit aber noch nicht möglich. Die besten Wetterverhältnisse herrschen wohl ganz im Westen und östlich des Mississippi.

Etwa so könnte die "schwarze Sonne" über den USA während der kurzen totalen Phase aussehen. Das Foto wurde bei einer totalen Sonnenfinsternis über der Türkei am 29. März 2006 aufgenommen. Bild: Stefan Seip

In den meisten Teilen Europas ist die Sonne dagegen zu Beginn des Spektakels bereits untergegangen und das Schauspiel bleibt unsichtbar. Lediglich in Westeuropa kann man kurz vor Sonnenuntergang gerade noch sehen, wie der Mond beginnt sich vor die Sonne zu schieben. In Deutschland reicht es nur im äußersten Nordwesten für einen kleinen Hauch von Finsternis: Auf der Insel Borkum wird die Sonne kurz bevor sie unter den Horizont sinkt, gerade noch vom Mond berührt. Für wenige Momente werden sogar kaum wahrnehmbare 1,2 Prozent der Sonne verdeckt.

In Europa ist nur ganz im Südwesten und Westen ein Teil der Finsternis zu sehen. Die Grafik zeigt den Blick aus Lissabon, wo kurz vor Sonnenuntergang immerhin knapp 20 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt werden.

Wenn Sie die Sonnenfinsternis trotzdem gern in voller Pracht miterleben würden, laden wir Sie ganz herzlich dazu ein, das Spektakel auf den Seiten von WetterOnline zu verfolgen. Unser WetterReporter Andreas Stidl ist vor Ort in Rexburg/Idaho in den USA und wird von dort aus LIVE für uns berichten.

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