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Montag, 04.07.2016

Vulkanmond verstärkt Lichtspiele

Polarlicht über Jupiters Nordpol

Polarlicht gibt es nicht nur auf der Erde: Neue Bilder des Weltraumteleskops Hubble zeigen Polarlichter auf Jupiter, die mehr als 100-fach stärker sind als auf der Erde. Ursache dafür ist auch ein Vulkanmond.

So deutlich war Polarlicht auf Jupiter bisher noch nicht zu sehen: Neue Hubble-Aufnahme des strahlend hellen Polarlichtrings um Jupiters Nordpol. Bild: HST/NASA/ESA

Das Lichtspiel tanzender Polarlichter entsteht immer dann, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes in die Atmosphäre eines Planeten eindringen. Dies geschieht nach starken Sonneneruptionen vor allem in den Polargebieten, weil dort die Magnetfeldlinien fast senkrecht zur Oberfläche absteigen. Deshalb können die energiereichen Partikelchen dort besonders tief in die Lufthülle eindringen und die dabei frei werdende Energie regt die Luftmoleküle zum Leuchten an. Besonders stark sind diese Vorgänge über den Polen des Gasriesen Jupiter.

Der Jupitermond IO ist ein wahrhaft unwirtlicher Ort: Magma bricht in gewaltigen Spalten und Vulkaneruptionen aus seinem glutflüssigen Inneren hervor. Bild: NASA

Forscher der NASA haben nun herausgefunden, dass der Sonnenwind allein nicht Ursache der äußerst starken und hellen Polarlichter über Jupiters Polen ist. Vielmehr kommen elektrostatisch aufgeladene Staubteilchen hinzu, die dafür sorgen, dass Polarlichter über dem Gasriesen mehr als 100-mal so stark werden können wie auf der Erde. Diese Staubteilchen werden in gewaltigen Aschewolken von dem Vulkanmond IO ausgestoßen und von Jupiters Magnetfeld eingefangen. Folge davon sind besonders spektakuläre Polarlichter in Jupiters Atmosphäre.

Die Aschewolken der Vulkanausbrüche von IO schießen mehrere 100 Kilometer hoch ins All. Feinste Staub- und Aschepartikel werden dort von Jupiters Magnetfeld eingefangen. Bild: NASA

Am 4. Juli erreicht die NASA-Forschungssonde JUNO das Jupitersystem, wo sie den Planeten selbst und seine Monde fortan unter die Lupe nehmen wird. Wissenschaftler versprechen sich von der Mission neue Erkenntnisse über den Gasriesen selbst, vor allem aber auch über seine teils hochkomplexen Trabanten. So beherbergt der Mond EUROPA unter einem dutzende Kilometer dicken Eispanzer wahrscheinlich einen flüssigen Ozean, der sogar Bausteine des Lebens enthalten könnte.

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