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Die Chemtrail-Verschwörung - Spezial

Die Chemtrail-Verschwörung Teil 4

Geoengineering als Klimahebel?

Kondensstreifen von Flugzeugen sollen aus Sicht von "Chemtrail"-Gläubigen nicht nur Teile der Menschheit vergiften, sondern durch gezielte Wettermanipulation auch den Gefahren des Klimawandels entgegenwirken.

Der Klimawandel lässt weltweit die Gletscher schmelzen. Die Folge: Trinkwasser wird regional knapper und der Spiegel der Weltmeere steigt. Kann die Heizkraft der Sonne durch künstliche Wolken vermindert werden? Bild: public domain

Nach der Verschwörungstheorie soll mit "Chemtrails" unter anderem gezielt die Sonneneinstrahlung gedämpft und so der Klimawandel umgekehrt werden. Plan sei, dass eine geheime Elite nach dem herbeigeführten Ableben ihrer Mitmenschen eine Erde mit paradiesischem Klima übernehmen könne. Als Beleg werden tatsächlich existierende, wissenschaftliche Überlegungen zum sogenannten "Geoengineering" angeführt, wonach der Erderwärmung durch Impfen der Atmosphäre mit strahlungsreflektierenden Substanzen möglicherweise entgegengetreten werden könnte.

Kondensstreifen über Frankreich im Satellitenbild, rechts die Alpen: Können künstlich erzeugte "Wolken" so viel Sonnenlicht reflektieren, dass sie zu einer messbaren Abkühlung beitragen? Bild: NASA

Derlei Überlegungen befinden sich allerdings noch im Stadium der Diskussion, auch wenn es durchaus schon Versuche zur Wettermanipulation gab: So wurden Wolken durch Impfen mit Silberjodid bereits zum Abregnen oder sogar zur Auflösung gebracht. Die gleiche Substanz wird auch zur Bekämpfung von Großhagel eingesetzt, der Erfolg ist aber umstritten. Selbst Versuche zum Geoengineering hat es bereits gegeben. All diesen Experimenten ist jedoch gemein, dass sie nur in kleinstem Maßstab und ohne Mitwirkung ziviler Verkehrsflieger durchgeführt wurden.

Hagelflieger "impfen" Gewitterwolken mittels einer Vorrichtung unter den Tragflächen mit Silberjodid: Die Chemikalie soll die Wolke zum Abregnen bringen, bevor sich zerstörerischer Großhagel bilden kann. Bild: dpa

Auch die Weltraumforschung beschäftigt sich ernsthaft mit der Frage, ob und wie sich auf fremden Himmelskörpern womöglich lebensfreundliche Umweltbedingungen erzeugen lassen. Der Schlüssel solcher Gedanken liegt ebenfalls im Geoengineering, das abseits der Erde "Terraforming" genannt wird. Dabei sollen Prozesse angestoßen werden, welche die Eigenschaften der Atmosphäre eines Himmelskörpers so verändern, dass sich atembare Luft und angenehme Temperaturen einstellen. Ob aber aus solchen Fiktionen jemals Wirklichkeit wird, steht in den Sternen.

Unser Nachbarplanet Mars ist eine eisige Wüste mit verborgenen Wasserreserven. Forscher fragen sich, ob mit Hilfe von Terraforming solche Planeten bewohnbar gemacht werden können. Bild: Hubble Space Telescope (HST)/NASA

Während Geoengineering also eine ernste, wissenschaftliche Disziplin darstellt, verbirgt sich hinter der Wortschöpfung "Chemtrails" reine Fiktion ohne jede Entsprechung in der naturwissenschaftlichen Realität. Vielmehr handelt es sich um ein Fantasieprodukt findiger Geister, die darauf abzielen, leicht manipulierbare Menschen in ihren Bann zu ziehen und für die verschleierten Ziele fragwürdiger, auch politisch agierender Gemeinschaften dienstbar zu machen. Daher ist der Chemtrail-Glaube nicht nur trügerisch, sondern auch brandgefährlich.

Tückisch: Die von Chemtrail-Aktivisten frei erfundenen Beschriftungen eines im Sonnenlicht schillernden Kondensstreifens sollen nicht nur Ängste schüren, sondern dabei auch noch den Anschein von Seriosität erwecken.

Wie unbelehrbar Chemtrail-"Gemeinschaften" an ihren wirren Theorien festhalten, kann man in den Kommentarspalten vieler Webseiten und in den sozialen Netzwerken nachlesen. Wer sich dennoch weiter über das Thema informieren will, wird auf der Seite www.chemtrail-fragen.de fündig. Ihr Betreiber widmet sich unter dem Motto "Märchen für Erwachsene" seit Jahren all denjenigen Himmelsphänomenen, welche Chemtrail-Aktivisten als Teil einer gigantischen Weltverschwörung propagieren, eine Sisyphusaufgabe wie es scheint.

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