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Weiherhin viele Waldbrände in Südeuropa - Touristenorte evakuiert

14:16
16. Juli 2022

Mehrere Orte evakuiert
Weiterhin viele Waldbrände in Südeuropa

Waldbrand PortugalFeuerwehrleute kämpfen gegen ein Großfeuer im Norden Portugals. - © dpa

Die Hitzewelle mit Spitzenwerten bis 47 Grad macht vielen Menschen in Südwesteuropa zu schaffen. Hinzu kommen größere Waldbrände. Einige von ihnen bleiben außer Kontrolle und treiben Touristen in die Flucht. In einem Land herrscht sogar Notstand.

In Südeuropa sind in den vergangenen Wochen immer wieder größere Wald- und Buschbrände ausgebrochen. Hinzu kommen besonders auf der Iberischen Halbinsel unerträgliche Temperaturen. In Portugal ist am Donnerstag mit 47 Grad ein neuer Julirekord aufgestellt worden. Eine Abkühlung oder gar Regenfälle sind nicht in Sicht. Sie würden bei der Bekämpfung der vielen Feuer helfen.

Großfeuer bei MalagaBei einem großen Feuer nördlich von Malaga sind zwei Gemeinden evakuiert worden. - © dpa

Rund 2300 Menschen wurden in Spanien wegen eines Waldbrandes in der Touristenhochburg Costa del Sol vorsorglich in Sicherheit gebracht. Das aus noch unbekannter Ursache ausgebrochene Feuer bedrohte zwei Gemeinden nahe der Küstenmetropole Málaga.

Von den Evakuierungen der Gemeinden waren auch einige Touristen betroffen. Sie wurden in städtischen Einrichtungen untergebracht. Die Flammen zerstörten innerhalb weniger Stunden rund 1000 Hektar Wald. Eine riesige Rauchsäule war kurz vor Einbruch der Dunkelheit von Málaga aus zu sehen. Die Rauchschwaden erreichten auch einige Strände.

Die beliebte Touristenstadt und die nahegelegenen bekannten Badeorte wie Marbella, waren nicht gefährdet, weil starke Winde die großen Feuerwände von der Küste wegtrieben.

Notstand in Portugal

Gleich mehrere Waldbrände haben Portugal bereits seit einer Woche fest im Griff. Bis einschließlich Sonntag gilt auf dem gesamten Festland der Notstand. Die Flammen zerstörten in nur einer Woche mehr als 25.000 Hektar. Dies entspricht etwa 35.000 Fußballfeldern.

Große Waldbrände in Südeuropa

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Die vier schlimmsten Brände wurden am Freitag in Pombal im Zentrum sowie in Baião und in Ponte da Barca im Norden des Landes von insgesamt knapp 1000 Einsatzkräften bekämpft. Touristen- und größere Wohngebiete waren allerdings vorerst nicht in Gefahr.

Die dieses Jahr bisher durch Waldbrände vernichtete Fläche erhöhte sich auf 38.600 Hektar, das ist rund ein Drittel mehr als im ganzen Vorjahr.

Orte an Atlantikküste Frankreichs evakuiert

Zwei große Waldbrände an der südfranzösischen Atlantikküste haben sich indes weiter ausgebreitet. In der Nacht zum Freitag evakuierten Einsatzkräfte drei Gemeinden bei Landiras, südlich von Bordeaux. Dabei wurden 480 Menschen in Sicherheit gebracht. Mehrere Gebäude wurden zerstört. Griechenland stellte zwei Löschflugzeuge zur Verfügung.

Auch wenn nur wenige Häuser vom Feuer getroffen wurden, mussten knapp 12.000 Menschen vorsichtshalber ihr Zuhause oder ihren Ferienort verlassen.

Im weiter östlich gelegenen Rhonetal brachte die Feuerwehr einen Waldbrand unter Kontrolle. Der Zugang zu dem Gebiet ist aber schwierig. Die Löscharbeiten gingen am Freitag weiter.

In Italien flohen mehrere Touristen im Adria-Badeort Bibione wegen eines Waldbrandes ins Meer und wurden dort von der Küstenwache gerettet. Mehrere Feuerwehren und auch ein Löschhubschrauber kämpften gegen die Flammen an der Grenze zwischen den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Am Samstag lief der Einsatz weiter.

Auch in der Toskana musste die Feuerwehr von Lucca am Freitag in einem brennenden Olivenhain Brände löschen. Auf Sizilien und Sardinien loderten ebenfalls Wald- und Buschbrände, bei deren Bekämpfung Löschflugzeuge zum Einsatz kamen.

100 Waldbrände in Griechenland

In Griechenland lodern derzeit rund 100 Waldbrände. Ein Großfeuer südlich der kretischen Hafenstadt Rethymnon konnte unter Kontrolle gebracht werden. Die ganze Nacht kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Sechs Dörfer waren zuvor evakuiert worden. 16 Löschflugzeuge und drei Hubschrauber waren im Einsatz. Südöstlich von Athen wurde ebenfalls ein Brand eingedämmt, der sich auch Wohngebieten näherte.

Problematisch waren die stürmischen Winde in den betroffenen Regionen, die die Flammen stets aufs neue entfachten und vorantrieben.

Für Samstag riefen die Behörden für etliche Regionen wieder die zweithöchste Waldbrand-Warnstufe aus. Betroffen sind unter anderem der Großraum Athen, die Inseln Kreta, Euböa, Lesbos und Samos sowie der Nordosten der Halbinsel Peloponnes. Die Behörden appellieren an die Menschen, im Freien unter keinen Umständen mit Feuer zu hantieren.

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