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Montag, 05.11.2018

Viele Opfer und schwere Schäden

Unwetterserie in Italien

Italien kommt nicht zur Ruhe: Seit mehr als einer Woche haben Unwetter mindestens 30 Menschen das Leben gekostet sowie schwere Schäden hinterlassen. Neue Wetterkapriolen sind bereits im Anmarsch.

Ein Haus auf Sizilien ist völlig überflutet. Alleine hier sterben neun Menschen am Samstagabend. Bild: dpa

Bei Überschwemmungen auf Sizilien sind am Samstagabend zwölf Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren neun Mitglieder einer Familie, die in ihrem Haus ertranken. Das Unglück geschah als ein kleiner Fluss aufgrund heftiger Regenfälle rapide anstieg. Zwei weitere Personen wurden von den Wassermassen in ihrem Auto überrascht und konnten später nur noch tot geborgen werden. Damit stieg die Zahl der Opfer seit Beginn der Unwetterserie auf mindestens 30 an.

In der Ortschaft Dimaro liegen Schlamm und Geröll überall verteilt. Bild: dpa

Die Unwetter begannen vor rund einer Woche mit sintflutartigen Regenfällen im Norden des Landes. In den Alpen kam es zu unzähligen Murenabgängen, zahlreiche Straßen wurden durch Geröll blockiert. Die Ortschaft Dimaro in der Provinz Trient wurde bei einer Schlammlawine schwer verwüstet. Flüsse konnten die Wassermassen kaum halten und traten vielerorts über die Ufer, mehrere Brücken stürzten ein. Zeitweise standen in Venedig große Teile der Stadt unter Wasser.

In den Dolomiten sind ganze Wälder dem Sturm zum Opfer gefallen. Bild: Francesco Eri via Facebook

In den nordöstlichen Provinzen Südtirol, Trentino und Friaul sind nach Orkanböen mit bis zu 180 Kilometer pro Stunde ganze Wälder zerstört. Rund um den bei Touristen beliebten Karersee in den Dolomiten steht kaum mehr ein Baum. Im Küstenort Rapallo südöstlich von Genau riss der Sturm mehrere Luxusjachten aus ihren Vertäuungen und lies diese auf die Ufer krachen. Zahlreiche Häfen wurden vorübergehend geschlossen, ankommende Schiffe mussten vor der Küste auf ein Ende des Sturmes warten.

Im Küstenort Rapollo hat der Sturm zahlreiche Luxusjachten zerstört. Bild: dpa

Ursache für die vielen Unwetter ist die derzeit festgefahrene Wetterlage. Ein Hoch über Osteuropa blockiert atlantischen Tiefs den Weg nach Mitteleuropa. Dadurch weichen sie nach Süden aus und ziehen über das westliche Mittelmeer. In der Folge kommt es zu heftigen Regenfällen und Gewittern über ganz Italien. Bis Mitte der Woche sind besonders im Piemont wieder mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Aufgrund der gesättigten Böden und hohen Flusspegel sind weitere Überschwemmungen und Murenabgänge wahrscheinlich.

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