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Samstag, 25.01.2020

Tote und Millardenschäden

Vor 30 Jahren: Orkantief DARIA

Orkan DARIA hat am 25. und 26. Januar 1990 in Teile Europas gewütet. Er gehört zu den verheerendsten Stürmen der jüngeren Wettergeschichte. Mindestens 94 Menschen kamen in Europa ums Leben und der Schaden ging in Milliardenhöhe.

Orkan DARIA riss am 25. Januar 1990 unzählige Bäume in Deutschland um. Dadurch entgleiste auch ein Nahverkehrszug bei Babenhausen in Hessen. Der hintere Waggon wurde dabei von dem bereits umgekippten vorderen Zugteil aufgerissen. Bild: dpa

Orkan DARIA forderte 94 Menschenleben, acht allein in Deutschland. Der Sturm hinterließ Schäden in Milliardenhöhe und ist einer der teuersten Winterstürme der vergangenen Jahrzehnte gewesen. Chaos verursachte der Orkan in Nord-, West- und Mitteleuropa, wo die Schäden sich auf rund 4,4 Milliarden Euro beliefen. DARIA gehört weltweit sogar zu den teuersten Naturkatastrophen der vergangenen 50 Jahre.

In Deutschland wurden mancherorts Spitzenböen über 150 Kilometer pro Stunde gemessen. Verbreitet erreichten die Böen 120 bis 130 Kilometer pro Stunde.

In Deutschland erreichten die Windspitzen verbreitet Orkanstärke um 130 Kilometer pro Stunde. Auf dem Brocken im Harz wurden sogar Böen mit Tempo 230 gemessen. Dabei riss DARIA am 25. Januar 1990 unzählige Bäume um. In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Dächer von Häusern abgedeckt. Auch eine Halle des Flughafens Köln-Bonn wurde beschädigt und die Startbahn musste gesperrt werden. Vorübergehend war es notwendig, die Stromversorgung des Kernkraftwerks in Kalkar zu unterbrechen, als durch Blitzschlag und Sturm zwei Strommasten abknickten.

Spitzenböen über Tempo 160 wurden in Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens registriert.

Auf der Insel Sylt wurden Teile der Südspitze abgetragen. In Schleswig-Holstein stürzten rund 3000 Bäume um. In Ostfriesland warf der Sturm mehrere Hochspannungsmaste um, sodass in einigen Ortschaften der Strom ausfiel. Auch in anderen Regionen der Republik sowie in Großbritannien, Nordfrankreich und den Niederlanden kam es zu Stromausfällen und massiven Sturmschäden. Allein in Großbritannien hatten rund eine Million Haushalte keinen Strom.

Orkanböen bis Tempo 150 zerstörten die Überdachung der Londoner U-Bahnstation Waterloo. In der Innenstadt wurden zahlreiche Personen durch herabstürzende Gebäudeteile verletzt. Bild: dpa

Als der Sturm das Dach des Parlamentsgebäudes in London beschädigte, räumte die Polizei die Lobby des Unterhauses. Über den Norden des Landes fegten Schneestürme hinweg, die zu massiven Verkehrsbehinderungen führten. An den Küsten gerieten einige Schiffe in Seenot. Der Fährverkehr im Ärmelkanal sowie zwischen Schottland und Nordirland wurde eingestellt. In Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens wurden Spitzenböen über Tempo 160 registriert.

Massive Sturmschäden gab es in großen Teilen Englands. Viele Gebäude wurden beschädigt. Bild: @johncurtinEA / Twitter

Orkan DARIA war der Auftakt einer markanten Sturmserie, die so noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa registriert wurde. Nach den eher kleinen Orkantiefs HERTA und JUDITH Anfang Februar folgten Ende des Monats die großflächig zerstörerischen Stürme VIVIAN und WIEBKE, die noch einmal ähnlich hohe Sachschäden verursachten wie DARIA.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline Redaktion)

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