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Donnerstag, 01.03.2018

Ein Monat der Extreme

Von eisig bis frühsommerlich

T-Shirt-Wetter und Eiseskälte - als Übergangsmonat zwischen Frühling und Winter präsentiert sich der März naturgemäß häufig zwiegespalten. Selbst enorme Schneemassen, Orkane und Hagelunwetter sind keine Seltenheit.

Erst vor wenigen Jahren wurden Anfang März verbreitet Höchstwerte über 20 Grad gemessen.

Mit Höchstwerten von 25 Grad und mehr kann der März sich durchaus schon von seiner frühsommerlichen Seite zeigen. Am 28.03.1989 wurden in Karlsruhe sogar 26,7 Grad gemessen. Aufgrund der fortschreitenden Jahreszeit werden die höchsten Temperaturen im März meist zum Ende des Monats gemessen. Aber auch in den ersten Tagen sind schon 20 Grad und mehr drin. So zeigte das Thermometer am 09.03.2014 am Flughafen Münster-Osnabrück 22,4 Grad an. Auch in Köln und Düsseldorf wurde an diesem Tag die 20-Grad-Marke geknackt.

Im März 2006 lag der Schnee in den Mittelgebirgen, wie hier im Harz, teils meterhoch. Bild: dpa

Der März kann aber auch ganz anders: Besonders in der ersten Monatshälfte gibt es immer wieder mal heftige Kaltlufteinbrüche. Am 01.03.2005 wurden in Oberstdorf eisige Tiefstwerte von minus 25,3 Grad registriert. Ähnlich kalt war es am gleichen Tag in München mit minus 24,5 Grad. Oft kann der Winter noch mal mit viel Schnee zuschlagen. So lag im Süden Anfang März 2006 teils mehr als ein halber Meter Schnee. In den Mittelgebirgen türmte er sich damals sogar ein bis fast drei Meter hoch. Teils chaotische Verhältnisse waren die Folge.

Stürme im März sind nicht selten. Am 1. März 2008 fegte Orkan EMMA mit Spitzenböen bis Tempo 150 im Flachland über Deutschland hinweg. Dächer wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Feuerwehr und Polizei waren in vielen Regionen im Dauereinsatz. In Deutschland starben durch die Folgen des Sturms vier Menschen. Vielerorts kam es zu Stromausfällen, in Baden-Württemberg knickten sogar Strommasten um. In Mittelfranken und Oberbayern waren 100.000 Menschen vorübergehend ohne Strom.

Orkan EMMA verursacht am 1. März 2008 enorme Schäden. In Osterhofen im Kreis Deggebdorf reißen Orkanböen die Kirchturmspitze der Asambasilka ab. Sie stürzt auf das Kirchendach. Bild: Christian Sedlmeier

EMMA kostete Versicherer rund 1 Milliarde Euro und war der teuerste Sturm seit KYRILL 2007 gewesen. Ähnlich zerstörerisch wütete Orkan NIKLAS am 31. März 2015. Orkanböen bis 190 Kilometer pro Stunde forderten neun Menschenleben. Umgestürzte Bäume blockierten etliche Straßen und Bahngleise. Zwischenzeitlich waren mehrere Tausend Haushalte ohne Strom.

Auch kräftige Gewitter können sich im März entladen: Am 16. März 1989 tobte sich mitten in der Düsseldorfer Innenstadt ein Unwetter mit nussgroßen Hagelkörnern und einem Tornado aus. Dieser hinterließ eine Schneise der Zerstörung. Massive Regenfälle im Frühjahr führen rasch zu Tauwetter und starkem Hochwasser. Besonders heftig waren diese am 9. und 10. März 1981, als vor allem in Nordrhein-Westfalen und Südniedersachsen stellenweise 50 bis 70 Liter in nur 24 Stunden fielen.

März 1981: Nach anhaltenden Regenfällen und Tauwetter führt die Weser bei Bremen starkes Hochwasser.

Noch mehr prasselte am 10. März 1972 im Ostharz herunter. Örtlich kamen dort über 80 Liter binnen eines Tages zusammen. Allerdings war dieses Jahr ein sehr trockenes. In Westdeutschland hatte der Rhein im März infolge der lang anhaltenden Trockenheit nicht einmal mehr die Hälfte seines normalen Wasserstands. Der berühmte Rheinfall von Schaffhausen war fast völlig trockengelegt.

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