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Freitag, 26.03.2021

Kommentar zur Earth Hour

Licht-Aus wirklich Klimaschutz?

Seit März 2007 gibt es alljährlich die Earth Hour, die Licht-Aus-Aktion für mehr Klimaschutz. Dabei wird an öffentlichen Gebäuden in aller Welt für eine Stunde das Licht ausgeschaltet. Doch an anderer Stelle zeichnet sich durch die Aktion ein immenser Energiebedarf ab.

Am Samstagabend sollen für eine Stunde weltweit die Lichter ausgehen. Durch die Maßnahme soll ein Zeichen für die Energiewende gesetzt werden.

Auch in diesem Jahr findet die Klimaaktion trotz der Corona-Pandemie statt. Beginn ist am Samstag, den 27. März um 20:30 Uhr. Allerdings sollen dabei anders als in den Vorjahren Menschenansammlungen im Freien vermieden werden. Stattdessen lässt sich das Geschehen über Webcams, im Fernsehen oder Online-Medien verfolgen. Zudem gewinnen private Aktionen wie heimische Dämmerstunden mehr Bedeutung. Der Initiator der Earth Hour, die Umweltstiftung WWF, schlägt etwa Dinner bei Kerzenlicht vor, warnt aber zugleich vor dem möglichen Klimakiller Kerze.

Die meisten handelsüblichen Exemplare sind aus dem Erdölprodukt Paraffin oder klimaschädlichem Stearinwachs hergestellt. Der WWF empfiehlt Kerzen aus Bienenwachs, Sojawachs oder Raps. Zur Feinstaubbelastung der Raumluft durch Kerzenruß macht die Stiftung allerdings keine Angaben. Auch das Abschalten von Handys und Computern zählt nicht zu den Empfehlungen der Organisatoren. Im Gegenteil: Sie laden am Samstagabend auf ihre Kanäle in den sozialen Medien ein, wo sie ein spektakuläres Video zeigen und dessen weltweite Verbreitung anstoßen wollen.

Kerzenschein ist zwar romantisch, jedoch nicht immer umweltfreundlich und setzt unter anderem Feinstaub frei.

Dieses Video sollen möglichst viele Menschen über ihre eigenen Kanäle teilen, damit es - so die Vision der Veranstalter - das meistgesehene Video der Welt wird. Ein Ziel, dessen Verwirklichung jedoch kaum ohne zusätzlichen Verbrauch beträchtlicher Quanten an elektrischer Energie realisiert werden kann. Und so stellt sich die Frage, ob und wie sich die Licht-Aus-Aktion unter diesen Umständen noch mit dem Ziel in Einklang bringen lässt, ein Zeichen für die Energiewende, mehr Klimagerechtigkeit und eine Zukunft ohne Klimakrise setzen zu wollen?

(Ein Kommentar von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline-Redaktion)

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