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Freitag, 25.06.2021

Tote und Verletzte in Tschechien

Tornado verwüstet Dörfer

Ein verheerender Tornado hat am Donnerstag im Südosten Tschechiens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach einer ersten Schätzung der Feuerwehr gab es bis zu 200 Verletzte und wohl auch Tote. Das Ausmaß der Schäden gleicht einer Katastrophe.

Der Ort Moravska Nova Ves im Südosten Tschechiens lässt sich nicht mehr wiedererkennen. Bild: dpa

In mehreren Dörfern zerstörte der Wirbelsturm Häuser und schleuderte Autos wie "Spielzeug" umher. Auch Bäume konnten der Wucht des Tornados nicht standhalten und knickten wie Streichhölzer um. Die Gemeinden Hrusky und Nova Ves wurden besonders hart getroffen.

Schockierende Videoaufnahmen zeigen, was der Tornado angerichtet hat.

Der stellvertretende Bürgermeister Hruskys berichtet, dass der halbe Ort dem Erdboden gleichgemacht und viele Häuser zerstört wurden. "Geblieben sind nur die Mauern, ohne Dach, ohne Fenster" sagte er. Die Menschen hätten sich vor dem Unwetter nicht schützen können. Mehrere Rettungsstaffeln mit Hunden waren unterwegs ins Einsatzgebiet, um in Gebäuden nach möglichen Verschütteten suchen.

Den ganzen Abend zogen schwere Gewitter durch Südmähren, das für seine Weinanbaugebiete bekannt ist. Die Notrufleitungen waren überlastet. In den Verwaltungsbezirken Breclav und Hodonin fielen laut Berichten in den sozialen Medien Hagelkörner von der Größe von Tennisbällen. Am Schloss Valtice, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, entstand Millionenschaden. An dem Barockbau aus dem 17. Jahrhundert barsten zahlreiche Fensterscheiben.

Das WetterRadar zeigt eine sogenannte Superzelle, ein außergewöhnlich schweres Gewitter mit hohem Unwetterpotenzial.

Die Autobahn D2, die von Brünn (Brno) nach Breclav führt, war nicht befahrbar, weil eine Hochspannungsleitung auf die Fahrbahn gestürzt war. Rund 32.000 Haushalte waren ohne Elektrizität. Die Regierung in Prag versetzte Kräfte der Armee für einen möglichen Hilfseinsatz in Bereitschaft. Aus Österreich waren zwei Rettungshubschrauber im Einsatz. Auch die benachbarte Slowakei bot Hilfe an.

Mit Geschwindigkeiten bis über 500 Kilometer pro Stunde sind Tornados die stärksten Stürme der Welt. Wie Tornados entstehen können und was sie so gefährlich macht, erklären wir in unserem WetterWissen-Video.

Weitere Bilder massiver Schäden zeigen wir in unserer Fotostrecke:

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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