WetterOnline ( http://www.wetteronline.de )

Wetternews

Mittwoch, 26.09.2018

Sibirisch oder mediterran

Was ist dran an Winterprognosen?

Winterprognosen erfreuen sich derzeit wieder großer Beliebtheit. Von Schnee und Eis bis superlau ist für jeden Geschmack etwas dabei. Derlei Gegensätze zeigen, wie unseriös das Geschäft mit den angeblichen Vorhersagen ist.

Auch im kommenden Winter wird es mit Sicherheit wieder Phasen mit Schnee und Eis geben, genauso wie deutlich mildere Abschnitte.

Einige Prognosen orakeln einen eher kalten Winter 2018/2019. Diese stützen sich auf den Zyklus der Sonnenflecken. Es wird davon ausgegangen, dass um die Zeit des Minimums der Sonnenflecken (bei uns um das Jahr 2020 herum) besonders kalte Winter auftreten. Wissenschaftlich betrachtet ist ein Zusammenhang zwischen dem Minimum der Sonnenflecken und einem Kaltwinter aber nur schwer auszumachen. Auch ein direkter Zusammenhang der Aktivität auf der Sonne mit dem Wetter ist mehr als fragwürdig.

Die Grafik zeigt die vom Langfristmodell CFS des amerikanischen Wetterdienstes derzeit erwarteten Temperaturabweichungen in der Zeit von Dezember 2018 bis Februar 2019. Bild NOAA

Nach den Berechnungen des experimentellen Langfristmodells CFS des amerikanischen Wetterdienstes NOAA erwartet uns dagegen ein sehr milder Winter. Dem Modell zufolge soll das Temperaturplus in weiten Teilen Europas ein bis drei Grad betragen. Nur der Spätwinter im März könnte demnach durchschnittlich ausfallen. Wie der Name "experimentell" allerdings sagt, ist das Ganze noch lange nicht sicher. Bei diesen Modellvorschlägen handelt es sich lediglich um grobe Tendenzen, die aus den Wetterlagen der vergangenen Wochen berechnet wurden.

Die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus). Vermag sie tatsächlich zukünftiges Wetter vorauszusehen? Oder reagiert sie - wie alle anderen Pflanzen auch - lediglich auf gerade einwirkende Wetterreize? Bild: dpa

Auch die Königskerze, eine einstielige Heilpflanze aus der Familie der Braunwurzgewächse, muss wieder für eine Winterprognose herhalten. Der erste Schnee soll schon im Oktober fallen. Nur um Weihnachten herum wäre demnach eine Flaute zu erwarten. Danach geht der Winter mit Schnee bis Ostern weiter. Die Vorhersagen der Pflanze waren zuletzt allerdings ähnlich erfolgreich, wie ein Roulettespiel: Es ist noch nicht lange her, als diese Pflanze uns einen drohenden Jahrtausendwinter prophezeite.

Da hilft auch der Blick in den Himmel nichts: Wie der kommende Winter wird, weiß trotz all der schillernden und als "Prognosen" bezeichneten Spekulationen bisher noch niemand.

Wie aber wird der Winter nun wirklich? Gibt es überhaupt seriöse Prognosen für seinen Verlauf? Die Antwort ist ein klares Nein! Wetter unterliegt dem sogenannten Chaos-Prinzip, was nichts anderes bedeutet, als dass schon geringfügige Störungen eines Musters völlig gegensätzliche Entwicklungen anstoßen können, aber nicht müssen. Daher sind Vorhersagen über Wochen und Monate hinaus schlichtweg nicht möglich.

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...