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Freitag, 11.09.2020

Seit drei Jahren zu wenig Regen

Regional müsste es Wochen regnen

Nach den Dürresommern 2018 und 2019 ist in einigen Regionen auch der Sommer 2020 extrem trocken ausgefallen. In einem Streifen in der Landesmitte müsste es für eine Normalisierung der angespannten Lage wochenlang regnen.

Immer mehr Wälder leiden sehr unter der anhaltenden Trockenheit. Wie schlecht es bereits um die Gesundheit der Bäume steht, zeigt Björn Goldhausen im Video.

Am schlimmsten betroffen von der anhaltenden Dürre ist ein breiter Korridor vom Saarland und vom Oberrhein über die Main-Neckar-Region, das Thüringer Becken und Teile Brandenburgs hinweg bis zur Uckermark. In diesen Regionen ist in den Sommermonaten oft nicht mal die Hälfte der durchschnittlichen sommerlichen Regensummen gefallen. Zwar hatten sich auch dort hier und da heftige Unwetter entladen, doch floss das so dringend benötigte Wasser größtenteils oberflächlich ab. Die ausgetrockneten Böden konnten das Wasser nicht aufnehmen.

Selbst in den Städten leiden viele Straßenbäume unter dem Wassermangel. Um sie zu retten setzen viele Kommunen auf das Engagement der Anwohner. Sie sollen die Bäume gießen. Bild: Jürgen Scheuermann

In den betroffenen Gebieten sind die Böden oft bis in zwei Meter Tiefe nahezu ausgetrocknet, sodass immer mehr Bäume wegen Wassermangels einzugehen drohen. Besonders Fichtenbestände sind regional schon fast vollständig abgestorben. Aber auch viele Laubbäume sind dem anhaltenden Dürrestress nicht mehr gewachsen und drohen ebenfalls zu vertrocknen. Damit wird auch die Waldbrandgefahr weiter verschärft. Das Regendefizit hat sich auf mehrere hundert Liter pro Quadratmeter summiert und es müsste wochenlang regnen, damit sich die Lage normalisiert.

Normalerweise wären diese Hänge bei Heidelberg jetzt Anfang September noch satt grün. In diesem Jahr ist ein Teil des Laubes der Bäume schon seit Wochen verwelkt. Bild: Jürgen Scheuermann

Während Forstwirte in den Dürregebieten um die Zukunft der Waldbestände bangen, geht es den Wäldern ganz im Süden des Landes vergleichsweise gut. Vor allem südlich der Donau hat es immer wieder üppig und auch großflächig geregnet, sodass dort trotz auch vieler heißer Sommertage von einer bedrohlichen Dürre nicht die Rede sein kann. Ebenfalls glimpflich kommt der Nordwesten des Landes davon: Obwohl der Sommer 2020 auch dort eine längere trockenheiße Periode bescherte, gab es besonders im Nordseeumfeld immer wieder auch kräftige Regengüsse.

Auch der September ist bisher sehr trocken verlaufen. In einigen Regionen hat es noch keinen Tropfen geregnet und ein Ende der Dürre ist dort immer noch nicht absehbar.

Ob die extreme Trockenheit in Teilen der Landesmitte bereits eine Folge des Klimawandels ist oder nicht, lässt sich auf Basis nur weniger Jahre nicht sicher abschätzen. Auch zur Beantwortung der Frage, wie lange dort die Dürre noch anhält, ist die Datenbasis bisher noch zu dünn. Vieles spricht allerdings dafür, dass die Klimaerwärmung auch Veränderungen der globalen Windströmungen anstößt. Und die sind letztlich Impulsgeber für die Entwicklung und für die Hartnäckigkeit gerade auch regionaler Witterungskapriolen.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline Redaktion)

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