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Samstag, 12.09.2020

Rekord-Waldbrände in Kalifornien

Rauch aus den USA in Deutschland

An der Westküste der USA wüten die schlimmsten je aufgezeichneten Brände. Der Rauch ist in große Höhe aufgestiegen und hat es über den Atlantik nach Deutschland geschafft. Dies hat auch für unser Wetter Folgen.

Ein starker Westwind treibt den Rauch von der Westküste der USA bis nach Europa.

Es sind apokalyptische Zahlen: An der US-Westküste wurden durch Flammen bereits mehr als 12500 Quadratkilometer Land zerstört. Das ist eine Fläche fast so groß wie das Bundesland Schleswig-Holstein. Etwa 500.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und mindestens 26 Menschen kamen ums Leben.

Die Golden Gate Bridge ist am Tage in Rauch gehüllt. Bild: dpa

Seit Tagen legt sich der Rauch über den Himmel der US-Westküste. In San Francisco verfärbte sich der Himmel mitten am Tag in ein tiefes Rot. Die Rauchsäule eines Brandes in Kalifornien erreichte eine Rekordhöhe von 17 Kilometer. So weit oben können sich die Partikel mit dem Jetstream besonders rasch nach Osten verlagern, was nun geschehen ist.

Diese Satellitenauswertung zeigt, über welchen Weg die Partikel ostwärts transportiert wurden. Bild: NASA

Eine Satellitenauswertung der NASA zeigt, wie Partikel von der Westküste zunächst über Nordamerika und dann mit einem Tiefdruckgebiet über den Atlantik transportiert wurden. Laut einer Analyse der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten haben die Partikel am Freitag Mitteleuropa erreicht.

Der "Absorbing Aerosol Index" ist ein Maß für die Aerosol-Konzentration. Die Karte zeigt die Lage am Freitag. Bild: KNMI/ACSAF/EUMETSAT

Einigen Menschen ist bereits am Freitagnachmittag ein leicht milchiger Himmel aufgefallen. Scheinbar hielt sich eine Art Dunst am Himmel, der gegen Abend immer rosiger erschien.

Milchige Schlieren trüben den Himmel über vielen Teilen Deutschlands, hier eine Aufnahme aus der Rhein-Neckar-Region. Bild: Jürgen Scheuermann via WetterMelder Deutschland.

Vor allem der Sonnenuntergang am Freitag, aber auch der Sonnenaufgang am Samstag erschien dann farbenprächtig. Dies ist typisch für Staub am Himmel, egal welcher Quelle. Er filtert alle anderen Farben so stark heraus, dass nur noch die rötlichen Farbtöne übrigbleiben. Häufiger ist dies bei der Zufuhr von Saharastaub zu beobachten.

Ein farbenprächtiger Sonnenaufgang am Samtsag im Raum München. Bild: @Gewitterjaeger via twitter

Dass Rauch von Feuern eine dermaßen große Strecke überquert, ist selten, aber nicht einzigartig. So wird Rauch von den Feuern im Amazonasgebiet häufiger über den Atlantik nach Afrika geweht. Rauch von den Buschfeuern Buschfeuern in Australien im vergangenen Jahr erreichte sogar Südamerika. Zuvor hatte er die Gletscher in Neuseeland rötlich verfärbt:

(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline Redaktion)

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