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Donnerstag, 25.04.2019

Landwirte bangen um Ernte

Trockenheit bereitet Probleme

Die anhaltende Trockenheit macht besonders den Landwirten in Ostdeutschland schwer zu schaffen. Auf sandigen Böden sind bereits Schäden in den Kulturen zu beobachten. Außerdem brachen schon mehrere Waldbrände aus.

Pflanzen wachsen aus der trockenen Erde auf einem Feld bei Liebenwalde in Brandenburg. Bild: dpa

Die anhaltende Trockenheit zeigt in Ostdeutschland erste Folgen: Auf sandigen Böden leiden die jungen Pflanzen an Stresssymptomen. Vor allem Zuckerrübenpflanzen und Raps brauchen dringend Regen. Auch Gräser leiden unter dem Wassermangel. Wenn es weiter so trocken bleibt, wird das Getreide kaum Ähren ausbilden. Ebenfalls ist auf Wiesen und Weiden in Mecklenburg-Vorpommern bisher kaum Wachstum zu verzeichnen. In Thüringen machen sich die Nutztierhalter Sorgen um das Futter für ihr Vieh.

Ein Traktor wirbelt bei der Feldarbeit eine große Staubwolke auf. Bild: dpa

Der erste Schnitt für Futter steht bei den meisten Viehbetrieben im Mai an. Sollte der lang ersehnte Landregen in nächster Zeit ausbleiben, befürchten die Betriebe, dass das Grünfutter oder der Mais nicht gut wachsen. Wegen des Futtermangels müsste der Viehbestand dann reduziert werden. Des Weiteren drohen massive Schäden in Sachsen-Anhalts Wäldern. Im Winter hat es nicht genug geregnet, um die leeren Wasserspeicher ausreichend aufzufüllen. Zudem haben Stürme und Trockenheit rund 4800 Hektar beschädigt.

Besonders in Ostdeutschland, in Teilen Norddeutschlands und in Franken ist bisher zu wenig Regen gefallen.

Dazu kommt, dass Bäume im Trockenstress anfälliger für Schädlinge sind. Der Borkenkäfer etwa könnte deshalb großflächig zuschlagen und die Probleme weiter verschärfen. Auf einem Großteil der Flächen musste der Forstbetrieb nach dem Dürresommer 2018 aufforsten und neue Bäume pflanzen. Außerdem ist die Waldbrandgefahr nach wie vor hoch. So brannte es schon in einigen Teilen Ostdeutschlands, unter anderem bei Plaue und Saaldorf in Südthüringen. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz, teils auch mit Löschhubschraubern.

Zum Beginn der Vegetationsperiode sind die Böden in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt. So ist die Bodenfeuchte in Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits so niedrig wie im Juli 2018. Besonders sichtbar wird dies in einer Tiefe bis 1,8 Meter. Dort gibt es verbreitet eine außergewöhnliche und vereinzelt sogar eine extreme Dürre. Wegen der Trockenheit führen manche Flüsse wenig Wasser. Die Pegel sind teilweise extrem niedrig. Besonders betroffen sind zum Beispiel die Mainzuflüsse in Südthüringen und die obere Werra.

Die Grafik zeigt die Abweichung der Bodenfeuchte vom langjährigen Zustand im April. Je dunkler das Rot, desto trockener die Gebiete. Bild: Dürremonitor Deutschland

Der Regen in den nächsten Tagen ist mancherorts wieder nur der sogenannte Tropfen auf dem heißen Stein. Nötig wären langhaltende und ergiebige Regenfälle. In den kommenden Tagen bringen Tiefs zumindest einige Schauer. Diese lindern die Trockenheit aber voraussichtlich nur lokal, flächendeckender Landregen bleibt aus und auch nächste Woche sieht es oft trocken aus. Sollte die trockene Witterung in den kommenden Wochen anhalten, könnten wir ähnlich wie 2018 auf einen weiteren Dürresommer zusteuern.

(WO/dpa)

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