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Montag, 02.08.2021

Hitze, Hochwasser und Schnee

Das alles kann der August

Von Hochsommerwetter sind wir in den ersten Augusttagen weit entfernt. Doch mäßig warme und wechselhafte Phasen sind für den Monat nicht untypisch. Allerdings kann es auch schlimmer kommen: Extreme Hitze, markante Kälteeinbrüche mit viel Regen oder gar Schnee in den Alpen.

Lange Zeit galt der Allzeitrekord im fränkischen Kitzingen mit 40,3 Grad im August 2015 als unantastbar. Im Juli 2019 wurde diese Bestmarke gleich mehrmals gebrochen.

Der August 2003 gilt in Deutschland immer noch als der bislang wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im vergangenen Jahr war der Sommermonat gemeinsam mit 2015 und 2018 der zweitwärmste August. Dabei hatte Kitzingen bei Würzburg mit 40,3 Grad bislang seinen Ruf als heißester Ort Deutschlands inne. Am 25. Juli 2019 wurde dieser Allzeitrekord jedoch an mehreren Orten mit 40 Grad und mehr übertroffen. Der Sommermonat kann aber auch herbstlich ausfallen: So lagen 2016 die mittleren Temperaturen nur zwischen 14 und 17 Grad.

Frisch zeigte sich der August auch im Jahre 2016. In Teilen Norddeutschlands war es zwischen dem 11. und 22. August sogar so kalt wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Leichte Bodenfröste sind besonders zum Monatsende nicht unwahrscheinlich. Auch Wintergrüße in Form von Schnee kann es geben: In den Alpen fielen beispielsweise am 11. August 2016 oberhalb von 1600 Meter Höhe örtlich über 10 Zentimeter Neuschnee. Im vergangenen Jahr gab es zum Monatsende ebenfalls Schnee bis rund 1800 Meter Höhe herab.

Ende August 2020 wüteten Unwetter in den Alpen. In den Schweizer Bergen gab der Winter ein frühes Gastspiel.

Typischer für diesen Sommermonat sind jedoch starke Gewitter. Sie können Großhagel, Orkanböen und Tornados bringen. Ein Tornado in Gießen hinterließ am 12. August 2008 in der Innenstadt eine Spur der Verwüstung. 1965 war der August in Westdeutschland einer der gewitterreichsten Monate der Geschichte. Am 6. August 2013 wütete auf der Schwäbischen Alb ein schweres Hagelgewitter. Dabei fielen bis zu 14 Zentimeter große Eisbrocken vom Himmel. Es waren damit die größten Körner, die jemals in Deutschland dokumentiert wurden.

Rekordhagel am 6. August 2013: Wetterreporter Marco Kaschuba fasst mit eindrucksvollen Bildern die Geschehnisse von damals noch einmal zusammen.

Rekordregenmengen fielen vom 12. bis 14. August 2002 im Erzgebirge. Zinnwald meldete rund 400 Liter pro Quadratmeter, allein am 13. waren es 312 Liter. In der Folge kam es an Elbe und Mulde zu einer Hochwasserkatastrophe. Dabei wurde in Dresden ein Pegelstand von 9,50 Meter, in Pirna sogar 11,50 Meter gemessen. Insgesamt kamen 37 Menschen ums Leben, die Schäden betrugen mehr als 20 Milliarden Euro. Rekordnass war auch der August 2005, als verbreitet doppelt bis dreifach so viel Regen wie im Durchschnitt niederging.

Ein Rekordhochwasser gefährdete 2002 viele Kulturdenkmäler in Dresden. Bild dpa

Sommerstürme rauschen jedoch selten übers Land. Der Ex-Hurrikan BERTHA richtete am 11. und 12. August 2014 in Deutschland Schäden an und brachte eine Sturmflut. Am 26. August des vergangenen Jahres fegte Tief KIRSTEN mit Böen bis 100 Kilometer pro Stunde über Norddeutschland und die Niederlande hinweg. Die für diese Jahreszeit außergewöhnlich starken Böen hinterließen viele Schäden. Umgestürzte Bäume behinderten den Berufsverkehr. Auch der Zugverkehr war zeitweise eingeschränkt. Mehrere Menschen wurden verletzt.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion)

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