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Montag, 04.05.2020

Frost mitten im Mai

Was ist dran an den Eisheiligen?

Eine alte Bauernregel sagt: "Vor Nachtfrost du nicht sicher bist, bis Sophie vorüber ist". Es handelt sich dabei um die sogenannten Eisheiligen, die am kommenden Wochenende beginnen. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Frost im Mai gefährdet viele Pflanzen und das Saatgut.

In dem Zeitraum der Eisheiligen vom 11. bis zum 15. Mai kommt es nach einer Bauernregel häufig zu Kälteeinbrüchen mit Bodenfrost. Als "Eisheilige", manchmal auch "gestrenge Herren" oder "Eismänner" werden eine Reihe von katholischen Heiligen bezeichnet, deren Gedenktage in den Mai fallen. Dazu gehören vor allem die Heiligen Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai), meist auch die heilige Sophia (15. Mai), in Norddeutschland außerdem der heilige Mamertus (11. Mai).

Im vergangenen Jahr gab es am 13. Mai verbreitet Bodenfrost.

Diese Nachtfrostperioden können für empfindliche Pflanzen sowie Saatgut bedrohlich werden. Viele Landwirte, aber auch Hobbygärtner, bringen daher ihre Aussaat erst nach den Eisheiligen auf die Felder. Die Vergangenheit zeigte, dass im Mai fast regelmäßig Tage mit Bodenfrost möglich sind. Das letzte Mal war dies im vergangenen Jahr sogar am 13. Mai der Fall. Auch dieses Jahr deutet sich zu den Eisheiligen ein Kaltlufteinbruch an. Das ist aber eher Zufall.

Verena Leyendecker schaut auf die Wetterlage und erläutert die Chancen für die Eisheiligen nächste Woche.

Im statistischen Mittel gibt es keine Häufung von Frosttagen Mitte Mai. Vielmehr nimmt die Frostwahrscheinlichkeit von Anfang bis Ende Mai ab, wie es mit steigendem Sonnenstand ja auch logisch ist. Frostige Tage können dabei auch nach dem 15. Mai noch vorkommen. Deshalb muss die ursprüngliche Bauernregel aber nicht komplett "falsch" sein. Die meisten Bauernregeln entstanden im Mittelalter, also in der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582.

In dieser Reform wurden zehn Tage gestrichen, um den Kalender besser an den tatsächlichen Sonnenlauf anzupassen. Dies führte dazu, dass sämtliche Namenstage, darunter auch die Kalenderheiligen, zehn Tage nach vorne verschoben wurden. Die Kalender-Eisheiligen finden seither also zehn Tage früher statt als zur Entstehungszeit der ursprünglichen Bauernregeln. Das jetzige Datum der Eisheiligen ist also eh nicht mehr der ursprünglich gemeinte Zeitraum.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline Redaktion)

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