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Freitag, 14.02.2020

Folge der Sturmfluten von SABINE

Strand auf Wangerooge weggespült

Eine Serie von fünf Sturmfluten durch Sturmtief SABINE hat den Badestrand auf Wangerooge größtenteils weggespült. Ob der Sand des rund einen Kilometer langen Strandes bis zum Sommer wieder aufgefüllt werden kann, ist ungewiss.

Bis zu vier Meter hoch ist die Abbruchkante des Badestrandes auf Wangerooge. Teils liegen sogar die Küstenbefestigungen an der Promenade offen. Bild: dpa

Dass die Sturmfluten von Winterstürmen an der Ostfriesischen Insel Wangerooge nagen ist nicht neu. Jahr für Jahr fallen große Teile des Strandes den Naturgewalten zum Opfer. Dabei gehen nicht selten bis zu 50 Prozent des Badestrandes verloren und müssen durch Sand aus dem Osten der Insel aufgefüllt werden. Doch das Orkantief SABINE hat gleich fünf Sturmfluten in Folge ausgelöst und dabei gut 80 Prozent des Badestrandes ins Meer gespült. Und die Sandvorräte der kleinen Nordseeinsel reichen nicht aus, um diesen enormen Verlust auszugleichen.

Besucher spazieren an der Abbruchkante des Strandes. Die Sturmfluten der letzten Tage haben enorme Mengen Sand abgetragen und in die Nordsee gespült. Bild: dpa

Sandreserven von gerade mal 30.000 Kubikmeter stehen Abtragungsverluste von rund 80.000 Kubikmeter Sand gegenüber. Um den Strand bis zum Start in die Sommersaison wiederherstellen zu können, braucht Wangerooge zusätzlichen Sand. Der könnte zwar von der Insel vorgelagerten Sandbänken entnommen werden, doch bedarf es dazu einer Genehmigung durch den Bund, die bisher aussteht. Aktuell trennt eine bis zu vier Meter hohe Abbruchkante die Inselpromenade vom Strand. Ab Mitte März sollen die Laster mit Sand rollen, um den Strand wieder aufzuschütten.

Nach Wegfall der Pufferfunktion des Strandes kann das Meer bei Flut nun ungehindert an den Dünen nagen. Bild: Nonstop News

Auch andere Nordseeinseln - darunter das nordfriesische Sylt - haben Jahr für Jahr mit Strandverlusten zu kämpfen. Doch nirgendwo sind die Zerstörungen durch SABINE so groß wie auf der östlichsten der Ostfriesischen Inseln. Und weil Wangerooge ausschließlich vom Tourismus lebt, ist die Gemeinde auf rasche Unterstützung durch den Bund angewiesen. Ohne den benötigten zusätzlichen Sand ist zu befürchten, dass ein Großteil der Sommergäste ausbleibt. Die eigenen Sandreserven reichen nicht einmal für die Sanierung der Hälfte des Badestrandes aus.

Die Hoffnungen der Insulaner richten sich nun auch darauf, dass nicht noch weitere Frühjahrsstürme an der Insel zehren. Denn noch sind die Promenade sowie die Teilen des Strandes nachgelagerten Dünen weitgehend verschont geblieben. Ohne den schützenden Puffer des Strandes steht jedoch zu befürchten, dass weitere schwere Sturmfluten auch größere substantielle Schäden an den Küstenbefestigungen anrichten könnten. Ob die Entwicklung der Großwetterlage Raum für vorsichtigen Optimismus lässt, ist aber erst noch abzuwarten.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline Redaktion / dpa)

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