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Montag, 19.04.2021

Effekt des Klimawandels

In Nordeuropa mehr Märzschnee

Mehr Schnee im Frühling und das in Zeiten des Klimawandels? Das muss sich nicht ausschließen. In manchen Regionen Europas begünstigt der Klimawandel den Frühlingsschnee, wie eine neue Studie zeigt.

Vor allem in Nordeuropa bringt der Klimawandel mehr Märzschnee.

Es klingt zunächst ein wenig paradox: Der Klimawandel begünstigt in Nord- und Osteuropa extreme Schneefälle im Frühling. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie in der Zeitschrift Nature Geoscience zeigen Wetterdaten, dass die Schneemenge in dieser Region seit 1979 zwar stetig abgenommen, aber im März zugenommen hat.

Die aktuelle Eisausdehnung in Weiß im Vergleich zu früheren Jahren (orange Linie): Besonders groß ist der Schwund in der Barentssee (gelbe Markierung). Quelle: NASA

Als Begründung nennen die Forscher die zunehmende Eisschmelze in der Arktis, vor allem in der Barentssee. Dieser an Skandinavien und Russland grenzende Bereich hat durch den Klimawandel besonders viel Eis verloren. Fehlt das Eis, dann kann mehr Wasserdampf in die Atmosphäre entweichen. Nach Berechnungen der Forscher steigt pro verschwundenem Quadratmeter Meereis die Verdunstung um rund 70 Kilogramm Wasserdampf an.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Verdunstung (rot) über der Barentssee sowie den maximalen Schneefall im März in Nordeuropa. Quelle: Nature Geoscience

Eine zunehmend eisfreie Barentssee ist somit vor allem im Frühling ein wichtiger Feuchtelieferant, wenn die Sonneneinstrahlung und somit die Verdunstung zunehmen. Dies lässt sich auch an Einzelereignissen festmachen. So gab es im Frühling 2018 in weiten Teilen Europas einen Schnee- und Kälteeinbruch. Unter anderem mithilfe einer Isotopenanalyse fanden die Forscher heraus, dass etwa 90 Prozent des gefallenen Schnees in Nordeuropa aus der Barentssee stammten.

Im Video erklärt Verena Leyendecker den Polarwirbel-Split und wie er unser Wetter beeinflussen kann.

Für Mitteleuropa gibt die Studie keine Aussage. Allerdings deuten andere Studien im Zusammenhang mit dem Klimawandel auf mehr Extremwetter-Ereignisse im Winter hin. Ursache könnte ein geschwächter Polarwirbel aufgrund des Klimawandels sein. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit für sogenannte Polarwirbel-Splits und damit die für Wintereinbrüche.

(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline-Redaktion)

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