WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Donnerstag, 21.10.2021

Bilanz des Sturms

Schäden und einzelne Tornados

Der erste Herbststurm dieser Saison mit Böen teils über Tempo 100 hat in Teilen Deutschlands Schäden hinterlassen. Außerdem wirbelten Tornados. Der Bahnverkehr ist auf vielen Strecken eingestellt. Mehrere Menschen wurden durch die Unwetter verletzt.

Im Straßenverkehr kommt es zu massiven Problemen. Bei Philippsburg im Landkreis Karlsruhe reißt der Sturm einen Lkw-Anhänger um, ein vorbeifahrendes Auto wird beinahe begraben.

Ein Sturm hat am Donnerstag Hunderte Einsätze von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Vielerorts rückten sie wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und Dachziegel aus. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus. Seit dem Morgen gab es bereits Dutzende Einsätze. In Hamburg stürzten zwei hohe Bäume auf ein Auto und ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus. Verletzt wurde dabei niemand. In Schwentinental bei Kiel wütete ein mutmaßlicher Tornado und hinterließ im Ort eine Schneise der Verwüstung auf etwa 100 Metern Breite.

Der erste Herbststurm der Saison hat für zahlreiche Schäden gesorgt. Windböen bis knapp 120 Kilometer pro Stunde rissen vielerorts Bäume um. Was der Sturm anrichtete, zeigen wir im Video.

Der Tornado beschädigte mehrere Häuser. Auch Bäume knickten um und fielen auf Autos. Zudem wurden Gartenhäuser, Wintergärten und Gewächshäuser zerstört. Auch in Emmerich am Niederrhein wirbelte eine Windhose. Bäume stürzten in Straelen, Weeze und Emmerich-Elten um. Der Tornado soll für etwa eine Minute Bodenkontakt gehabt haben. In anderen Regionen fiel der Strom aus, wie beispielsweise in mehreren Orten in der Pfalz sowie in Koblenz.

Im Großraum Hamburg geht es turbulent zu. Im Stadtteil Fuhlsbüttel fällt eine große Birke auf ein vierstöckiges Wohnhaus.

Im Harz kippten zahlreiche Bäume um und versperrten auch einige Straßen. Die Landesforsten und der Nationalpark warnten davor, Wälder zu betreten. Abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume verletzten zudem mehrere Menschen. Im südhessischen Mühltal fiel ein Baum auf ein Auto. Dabei bohrte sich ein Ast durch die Frontscheibe und verletzte den Fahrer am Bein. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Straße war für einige Stunden gesperrt.

Auf der Autobahn 5 von Heidelberg nach Darmstadt stürzte ein Baum auf einen Strommast. Ein Lastwagen fuhr daraufhin in die nun tieferhängende Stromleitung. Der Fahrer blieb unverletzt, doch die A5 musste bis etwa 10 Uhr in beide Richtungen gesperrt werden. Auf der B27 zwischen Elend und Braunlage im Ostharz fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Fahrer wurde in seinem Audi eingeklemmt. Er kam in ein Krankenhaus, nachdem die Feuerwehr ihn befreit hatte.

In Ostdeutschland wurden zahlreiche Einrichtungen wie der Zoo in Erfurt und in Magdeburg geschlossen. In Essen wehte der Sturm ein großes Metallkreuz von einer Kirchturmspitze. Es hing in großer Höhe am Blitzableiter fest. Die Feuerwehr sperrte den Gefahrenbereich großräumig ab.

Gestörter Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen: Die Deutsche Bahn zeigt ihren Kunden an, welche Züge wegen Unwetter ausfallen. Bild: dpa

Außerdem kommt es zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr. So ist der Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett eingestellt. Besonders betroffen sind das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Dort ist nach wie vor mit Zugausfällen und massiven Verspätungen zu rechnen. Hunderte Mitarbeiter sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen.

Die stärksten Böen bis Donnerstagabend: Hier sind nur die Spitzenwerte unterhalb von 500 Meter Höhe aufgelistet.

Der Sturm fegte teilweise mit Böen über 100 Kilometer pro Stunde durchs Land. Die Stationen Trier/Petrisberg und Nossen in Sachsen meldeten jeweils eine orkanartige Böe von 115 Stundenkilometer. In den Höhenlagen erreichte der Sturm sogar volle Orkanstärke. So wurden auf dem Feldberg im Südschwarzwald 166 und auf dem Brocken im Harz 151 Stundenkilometer gemessen.

An der Nordseeküste droht eine Sturmflut. Daher sind Zugänge zu ufernahen Bereichen gesperrt, wie hier zum Parkplatz am Südstrand in Wilhelmshaven. Bild: dpa

An der Nordsee sowie im Weser- und Elbegebiet droht eine Sturmflut. Das Hochwasser wird voraussichtlich an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser liegen. Der Scheitelpunkt in Hamburg-St.-Pauli wird am Donnerstag um kurz nach 18.00 Uhr erreicht. Weitere Sturmfluten am Freitag sind nicht ausgeschlossen.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...