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Sonntag, 05.01.2020

Bereits mehr als 20 Tote

Australien brennt weiter

Das Feuerinferno im Südosten Australiens nimmt kein Ende. Die Zahl der Toten ist auf 24 gestiegen, ganze Landstriche brannten nieder. Nach Rekordtemperaturen am Wochenende ist es nun erträglicher. Regen dürfte der Feuerwehr geringfügig helfen.

Die Luftaufnahme zeigt eine große abgebrannte Fläche in der Nähe der Hafenstadt Port Macquarie im Bundesstaat New South Wales. Bild: dpa

Die Menschen in den Feuergebieten von Australien haben ein außergewöhnlich heißes Wochenende hinter sich. Westlich der Millionenmetropole Sydney wurden Höchsttemperaturen bis 48,9 Grad erreicht, in der Hauptstadt Canberra waren es 44 Grad. Sturmböen von 80 Kilometer pro Stunde fachten die Flammen immer wieder an. Die Feuer wüten seit Oktober und haben landesweit mittlerweile eine Fläche von mehr als sechs Millionen Hektar zerstört, größer als die Niederlande. Hunderte von Millionen Tieren wurden nach Schätzungen getötet.

Die Feuerwehr versucht ein Großfeuer im Blue Mountains Nationalpark in New South Wales zu löschen. Bild: dpa

Wie groß die Schäden sind, ist noch nicht abzusehen. Am Samstag fielen Hunderte weitere Grundstücke und Häuser den Bränden zum Opfer. Während im Bundesstaat New South Wales rund 170 Buschbrände wüten und es vielerorts keinen Strom gab, lodern im Nachbarstaat Victoria etwa 50 Brände. Dort wurden sechs Menschen vermisst. Die Opferzahl könnte also noch weiter steigen. In der Hauptstadt Canberra schlossen Läden und öffentliche Einrichtungen wegen des Rauchs und der Luftverschmutzung.

In der australischen Hauptstadt Canberra beeinträchtigt die Rauchentwicklung die Luftqualität erheblich. Die Schutzmasken werden in den Läden knapp. Bild: dpa

Australiens Premierminister Scott Morrison kündigte an, 3000 Reservisten der Streitkräfte zu mobilisieren. Der konservative Politiker, ein Förderer der Kohle-Industrie, steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Die meisten Brandherde sind weiterhin außer Kontrolle. Die Hitze hat sich derweil abgeschwächt, da der Wind aus Süd bis Südost kommt und etwas kühlere Meeresluft heranführt. Dabei kommt es auch zu Regen- und Gewittergüssen, die jedoch nicht jede Region treffen.

In den nächsten Tagen entladen sich einzelne Regen- und Gewittergüsse. Viel Niederschlag kommt jedoch nicht zusammen, zudem beschränkt er sich auf die Küstenregion. So sind am Dienstag höchstens 10 Liter pro Quadratmeter in Sicht.

Die Niederschläge werden die Feuer daher nur in wenigen Gebieten abschwächen. Die Brandherde sind jedoch zu vielfältig, um sie großflächig zu bekämpfen. Mancherorts lodern gewaltige Flammenwände, die sich haushoch vor den Einsatzkräften auftürmen. Außerdem lebt der Wind zeitweise böig auf und kann Sturmstärke erreichen, sodass weitere Feuer ausbrechen können.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline Redaktion / dpa)

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