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Donnerstag, 13.08.2020

Bahnverkehr eingeschränkt

Regenfluten und Sturmschäden

Erneut haben starke Gewitter am Mittwoch in einigen Landesteilen die Feuerwehr in Atem gehalten. Starkregen überflutete Straßen und Keller. Umgestürzte Bäume blockierten einzelne Bahnstrecken. Auch Menschen wurden verletzt.

Unwetter in Bonn: Die Feuerwehr beseitigte einen Baum im ehemaligen Regierungsviertel, der auf die Gleise der Straßenbahn gestürzt war. Der Flughafen Köln/Bonn meldete eine Böe von 107 Stundenkilometer. Bild: dpa

In Bonn und in der Umgebung löste ein Unwetter einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus. Schwere Sturmböen rissen zahlreiche Bäume um, einige Straßen waren in der Innenstadt, in Königswinter und Hennef blockiert. Auch eine Ampel war umgestürzt, Stromkabel hingen herab. Zudem drangen die Regenfluten in viele Gebäude ein, auf den Fahrbahnen stand das Wasser zum Teil knöcheltief hoch. In nur wenigen Stunden fielen rund 60 Liter Regen pro Quadratmeter.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler südwestlich von Bonn wurden einige Straßen überflutet. Bild: Leila Förner via WetterMelder Deutschland

Eine Frau war in ihrem Auto in den Wassermassen eingeschlossen. Wegen der großen Schutt- und Geröllmengen, die das Wasser mit sich trug, musste sich die Feuerwehr den Weg zu der Frau bahnen, um sie zu befreien. Insgesamt mussten das Technische Hilfswerk und die Feuerwehren zu mehr als 250 Einsätzen ausrücken. Da Bäume auf die Bahngleise gestürzt waren, kam der öffentliche Nahverkehr zwischenzeitlich zum Erliegen. Nach einem Blitzeinschlag in Beuel gab es zudem eine Störung am Stellwerk. Die Züge hielten nicht mehr am Beueler Bahnhof.

In den Städten Sinzig und Remagen südlich von Bonn konnte die Kanalisation die Mengen an Regenwasser nicht mehr aufnehmen, sodass mehrere Straßen überflutet wurden. Eine Gruppe Kinder, die bei einer Wanderung oberhalb von Remagen gezeltet hatte, musste wegen des Gewitters vom Technischen Hilfswerk abgeholt werden. Die Autobahn A1 bei Blankenheim in der Eifel stand zwischenzeitlich unter Wasser.

Blitzshow bei Freilingen im Westerwald: Nach dieser Aufnahme vergingen gerade einmal 5 Minuten bis der Himmel seine Schleusen öffnete und es sintflutartig schüttete. Bild: Björn Goldhausen

Ebenso turbulent ging es im Raum Mannheim und im Schwarzwald zu. Am Rheinauer See bei Mannheim wurde ein Mann von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen und hierbei lebensgefährlich verletzt. Bei einem Seniorenheim in Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) wurde das Dach abgedeckt und das Gebäude schwer beschädigt. Teilweise besteht Einsturzgefahr.

Im Hochschwarzwald wurde ein Waldarbeiter von einem Blitz getroffen und verletzt. Mehrere kleine Erdrutsche blockierten die Bundesstraße 294 zwischen Elzach (Kreis Emmendingen) und Mühlenbach (Ortenaukreis). Im Raum Karlsruhe und Rastatt kam es zu Problemen im Bahnverkehr. Die Strecke zwischen den beiden Städten wurde zeitweise gesperrt, es gab Ausfälle und Verspätungen. Betroffen waren unter anderem Fernverkehrsverbindungen in die Schweiz und auch der TGV nach Paris.

Bis zum Wochenende bleibt die Unwettergefahr in einigen Landesteilen hoch. Örtlich drohen heftige Regengüsse, Blitze und Hagelschlag. Sturmböen in Zusammenhang mit starken Gewittern können Dachziegel von Dächern wehen, Äste herunterreißen und vereinzelt sogar Bäume entwurzeln.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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