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Montag, 30.08.2021

Rückblick Sommer 2021

Regenreichste Monate seit Jahren

Die Sommermonate bleiben vielen wahrscheinlich als regenreich und recht kühl in Erinnerung. Aber war das tatsächlich so? Wir fassen die Fakten zum Sommer 2021 zusammen.

Von Juni bis August fielen im Mittel 310 Liter Regen pro Quadratmeter. In den Sommermonaten der vergangenen drei Jahre regnete es bundesweit deutlich weniger.

Der Sommer 2021 war in Deutschland der regenreichste seit zehn Jahren. Vor allem die extremen Niederschläge Mitte Juli durch Tief BERND trugen maßgeblich dazu bei. Die Folge war eine Flutkatastrophe historischen Ausmaßes in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 180 Menschenleben verloren ihr Leben. Es handelte sich dabei um die folgenreichste Naturkatastrophe seit der Sturmflut 1962.

Bundesweit kamen im Juni, Juli und August im Mittel knapp 310 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Das entspricht 29 Prozent mehr Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Klimamittel 1991 bis 2020. Am meisten Regen kam an einem Tag in Ludwigsburg in der Uckermark mit fast 200 Litern vom Himmel. Deutlich trockener verlief die Jahreszeit vor allem in Vorpommern, im Lee des Harzes sowie im Thüringer Becken.

Die Temperatur im Sommer 2021 weicht nur wenig vom Klimamittel ab (gelbe Linie).

Viele werden den Sommer 2021 wahrscheinlich recht kühl empfunden haben, was natürlich auch den heißen Vorjahren lag. Betrachtet man dagegen nüchtern die Daten, sieht man sogar eine positive Abweichung von 0,3 Grad. Die einzige Hitzewelle des Jahres gab es Mitte Juni. Am wärmsten war es dabei in Berlin-Tempelhof und Baruth mit jeweils 36,6 Grad. Mit rund 31,6 Sommertagen liegt der diesjährige Sommer ebenfalls im langjährigen Mittel.

In der Tabelle ist die durchschnittliche Anzahl der Sommer- und Hitzetage sowie die Werte für den diesjährigen Sommer dargestellt.

Große Unterschiede sind allerdings bei der Anzahl von Hitzetagen zu sehen. Bundesweit gab es im Mittel rund 4,4 Tage mit einer Temperatur über 30 Grad. In der Referenzperiode 1991 bis 2020 sind es im Durchschnitt 8,3 Hitzetage gewesen, also fast doppelt so viel. Das große Schwitzen fiel in diesem Jahr mehr oder weniger aus. Interessant ist, dass es im Nordosten deutlich mehr Hitzetage gab, als im Rheinland. Die deutschlandweit kälteste Nacht wurde am 1. Juni in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 0,5 Grad registriert.

Aufgrund eines sehr sonnigen Junis bleibt die Zahl der Sonnenstunden im gesamten Sommer nur wenig hinter dem Mittel der letzten 30 Jahre zurück.

Mit 615 Sonnenstunden gab es rund sechs Prozent weniger Stunden Sonnenschein im Vergleich zum Klimamittel. Am längsten zeigte sich die Sonne auf der Ostseeinsel Rügen und in Vorpommern mit teilweise über 770 Stunden. Die nördlichen Mittelgebirge sowie die Lüneburger Heide bekamen am wenigsten Sonnenschein ab.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion)

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