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Dienstag, 27.07.2021

Überflutungen und Hagelmassen

Bilanz der kräftigen Gewitter

Starke Gewitter haben am Montag in einigen Regionen wieder Überflutungen und Schäden verursacht. Bei Rosenheim in Oberbayern gab es ein Großaufgebot der Feuerwehr. In Rastatt verletzte ein umgestürzter Baum mehrere Personen. Die Gewitterlage hält noch an.

Fahrzeuge bleiben in den Wassermassen auf der Bundesstraße 318 bei Warngau in Oberbayern stecken. Autofahrer schieben Autos aus den Fluten, meist aber erfolglos.

In Süden Bayerns setzten starke Regenfälle am Montag etliche Keller und Straßen unter Wasser. Betroffen waren unter anderem der Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu). In Götting im Kreis Rosenheim musste die Feuerwehr zu einem Großaufgebot ausrücken. Mit Hochleistungspumpen wurden in der Nacht zum Dienstag große Mengen von Oberflächenwasser und aus dem übervollen Goldbach abgepumpt. Außerdem drang das Wasser in eine Biogasanlage ein.

Das Video zeigt die Sturzfluten und Hagelmassen im Süden Deutschlands.

Auf Höhe der Gemeinde Rimsting musste ein ICE der Deutschen Bahn für längere Zeit anhalten, weil Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Der ICE konnte aber geborgen werden und die Fahrt fortsetzen. Die Strecke München-Salzburg war zwischen Rosenheim und Salzburg zwischenzeitlich gesperrt. In Thalham südlich von Weyarn fiel bis zu 6 Zentimeter großer Hagel. Die Ortschaft Weyarn wurde von den Hagelmassen regelrecht begraben. Ganze Grundstücke wurden dabei verwüstet. Bis zu einem Meter dick war die Hageldecke.

In Rettenberg im Oberallgäu sind die Wiesen an einer Straße vor dem Ort überschwemmt. Bild: dpa

In Rastatt südlich von Karlsruhe stürzten mehrere Bäume um. Einer von ihnen verletzte vier Menschen. Sie wurden daraufhin in Krankenhäuser gebracht. Eine Straßenunterführung lief voll, was dazu führte, dass zwei Autos im Wasser standen. Heftige Gewitter tobten sich auch in Teilen Ostdeutschlands aus. Im Erzgebirgskreis waren vor allem die Orte Aue, Stollberg und Thalheim betroffen. Die Regenfluten drückten Gullydeckel hoch und Straßen wurden überflutet.

In Aue im Erzgebirge schiebt die Feuerwehr ein Auto aus dem Wasser.

In Aue musste der Tiergarten vorzeitig geschlossen werden, nachdem mehrere Bäume entwurzelt auf Wege gestürzt waren. Besucher verließen das Gelände rechtzeitig und die Tiere wurden in Sicherheit gebracht. Im vogtländischen Grünbach schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Dadurch ging der Dachstuhl in Flammen auf. Es entstand Schaden von 50.000 Euro. In Chemnitz stieg in einer Eisenbahnunterführung an der Bundesstraße 169 das Wasser mehr als einen Meter hoch. Die Feuerwehr musste ein Auto mit der Seilwinde aus den Wassermassen ziehen.

In Schöpstal in der Oberlausitz rutschte ein Stück von einem Hang auf eine Straße. Ein Baumarkt in Görlitz stand teilweise unter Wasser. Ebenso turbulent ging es in Teilen Norddeutschlands zu. In Kiel liefen etliche Keller voll Wasser. Die Feuerwehr musste zu rund 100 Einsätzen ausrücken. Im Lübecker Stadttteil Travemünde standen mehrere Straßen unter Wasser, weil die Siele die Fluten nicht schnell genug ableiten konnten. Auch Keller wurden überflutet.

Im Kieler Stadtteil Holtenau blockiert ein umgekippter Baum eine Straße. Bild: dpa

Am Dienstag und am Mittwoch ist mit weiteren kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen. Zunächst breiten sich von Benelux her Gewittergüsse aus. Sie erreichen bis Dienstagabend auch die Küstenregionen, treffen aber längst nicht jeden Ort. Dabei sind Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Punktuell können Niederschlagsmengen von 30 Liter pro Quadratmeter und mehr zusammenkommen. Überschwemmungen sind daher nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch zieht ergiebiger Regen südlich der Donau durch. Nachfolgend beruhigt sich das Wetter vorübergehend.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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