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WetterNews - Ticker

19:49
4. Dezember 2022

Polarwirbel geschwächt
Eisluft hat Deutschland weiter im Visier

WetterkarteEin riesiges Hochdruckgebiet erstreckt sich von Sibirien über Skandinavien bis nach Grönland. Es sorgt in weiten Teilen Europas für eine kalte östliche Anströmung (blauer Pfeil).

Vorerst bleibt es im Flachland für die Bildung einer Schneedecke zu mild. Dauerfrost hat dagegen den Nordosten Europas weiterhin fest im Griff. Dabei wäre die Großwetterlage für Frost und Schnee eigentlich auch bei uns gar nicht so schlecht.

Vor allem im östlichen Deutschland haben Schneefälle der Adventstimmung in den vergangenen Tagen einen durchaus winterlichen Eindruck verliehen. Damit die weiße Pracht liegen bleibt und die Schneedecke weiter wächst, müsste es aber deutlich kälter sein. Zum Start in die neue Woche dominiert jedoch landesweit erst einmal wieder etwas mildere Luft.

NassschneeIm Nordosten Deutschlands gab es zum zweiten Advent vielerorts eine zumindest nasse Schneedecke. - © Ellen Frömberg via WetterMelder Deutschland

Eigentlich ist die Großwetterlage für knackig kaltes Winterwetter auch im Flachland derzeit alles andere als schlecht. So sind die für unsere Breiten typischen westwinddominierten und tendenziell milden Wetterlagen zurzeit nämlich fast ganz zum erliegen gekommen.

Stattdessen hat sich über vielen Teilen des europäischen Kontinents eine östliche Strömung eingestellt, welche zumindest zweitweise auch recht kalte Luft aus Russland anzapft.

Polarwirbel schwächelt

Grund für die ungewohnte Zirkulation ist ein zweigeteilter Polarwirbel in der unteren Atmosphäre, der sogenannten Troposphäre. Beim Polarwirbel handelt es sich normalerweise um einen Wirbel von kalter Luft über den Polen, an dessen Rand kräftige Winde von West nach Ost wehen.

Derzeit ist der Wirbel allerdings zweigeteilt, wie im folgenden Bild zu sehen ist. Dadurch ändern sich die Strömungsverhältnisse zwischen den mittleren Breiten und dem Nordpol. Beispielsweise wanderte im Laufe der vergangenen Woche ein sibirisches Kältehoch immer weiter in Richtung Westen - also in die "falsche" Richtung.

Der Polarwirbel der unteren Atmosphäre weist aktuell zwei Zentren auf. Sonst befindet sich die kälteste Luft (in Weiß) meist konzentrierter um den Nordpol herum. Klicken Sie nach rechts für weitere Karten.

Inzwischen hat es sich sogar bis nach Grönland ausgeweitet und führt an seinem Südrand Kaltluft nach Nord- und Nordwesteuropa. Deutschland liegt dabei in der Grenzregion zu milderen Luftmassen über Südwesteuropa, wobei sich die richtig eisige Winterluft nicht so recht durchzusetzen vermag. Das hat zweierlei Gründe:

  • Das Hoch liegt etwas zu weit nördlich von uns.

  • Die Kaltluft weht bis über die Küsten Nordwesteuropas hinaus auf den Atlantik, was dort die Tiefdruckbildung begünstigt. Diese Tiefs fungieren als Gegenspieler zu dem riesigen Hoch und schaufeln vor allem in der Höhe mildere Luft heran.

Schon bald ein neuer Versuch

Im Laufe der neuen Woche pirscht sich nach kurzer Milderung ein neuer Schwall kalter Luft an - diesmal aus Norden, statt aus Osten. Er bringt im Norden und in der Landesmitte zum Wochenende hin wahrscheinlich neuen Flockenwirbel. Ob dann auch der Süden bis in die tiefsten Lagen weiß wird, ist allerdings noch nicht sicher.

Der Grund: Der Hauptteil der arktischen Kaltluft weht über Großbritannien in Richtung Biskaya. Dadurch bilden sich weitere Tiefs über West- und Südwesteuropa und das südliche Mitteleuropa könnte an dessen Ostseite erneut in die Übergangszone zu milderer Luft gelangen.

Übrigens: Eine noch stärkere und vor allem nachhaltigere Störung der atmosphärischen Zirkulation kommt zustande, wenn sich der Polarwirbel oberhalb der Wetterschicht in der sogenannten Stratosphäre splittet. Die Details erklären wir im Video. Ein solches Szenario ist derzeit allerdings nicht in Sicht.

17:39
4. Dezember 2022

Schon gewusst?
Kalte Füße haben mehr Frauen als Männer

Füße von einer Frau und einem Mann.

Über anhaltend kalte Füße klagen etwa dreimal so viele Frauen wie Männer. Ein Grund dafür ist, dass die Wärme im Körper in den Muskelzellen von den Mitochondrien erzeugt wird. Da der Muskelanteil bei Frauen bei etwa 23 Prozent liegt und der bei Männern bei rund 40 Prozent, erzeugen die Damen weniger Wärme als die Herren.

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Auch die Körpermaße spielen eine wichtige Rolle. Frauen haben bei gleicher Körpergröße weniger Masse als Männer, dadurch kühlt der Körper schneller aus. Wer allerdings das ganze Jahr unter kalten Füßen leidet, könnte einen Mangel an Vitamin D, Magnesium oder Kalium haben.

15:54
4. Dezember 2022

So wird die neue Woche
Erst etwas milder, dann neuer Schnee

Das trübe und insgesamt nasskalte Wetter bleibt uns in der neuen Woche erhalten. Auch kräftiger Schneefall spielt wieder eine Rolle. Annika Jacob hat die Details im Video.

Zuerst bringt ein Tiefausläufer am Montag jedoch von Südwesten her etwas mildere Luft mit. So startet die neue Woche trüb mit gelegentlichen Niederschlägen. Sie fallen anfangs bis in tiefe Lagen herab teils als Schnee, teils aber auch schon als Regen. Auf noch gefrorenen Böden besteht dann vorübergehend Glättegefahr.

Im höheren Bergland schneit es auch zur Wochenmitte hin weiter, im Flachland steigen die Temperaturen auf 2 bis 6 Grad. Damit taut der vor allem im Osten gefallene Adventsschnee langsam weg, in höheren Lagen bleibt die Glättegefahr dagegen erhalten: Dort muss auch weiter mit Schnee und gefrierender Nässe gerechnet werden.

Richtung Adventswochenende wird es dann erneut kälter und auch in tiefen Lagen wieder spannend in Sachen Schnee.

Frühwinter gibt Gastspiel

+ 19
14:04
4. Dezember 2022

Wassernotstand
Große Trockenheit in Spanien

Dürre in Spanien: Fluss ist nur noch RinnsalIm Nordosten Spaniens ist der Fluss Ter, der einen Stausee speist, nur noch ein Rinnsal. - © dpa

Die im Herbst weiterhin anhaltende Trockenheit hat in weiten Teilen Spaniens einen Wassernotstand ausgelöst. Fast 50 Prozent der Landesfläche leiden unter fehlenden Niederschlägen.

Spanien ist mit der schwersten Dürre seit mehr als 10 Jahren konfrontiert. Viele Regionen und Gemeinden sind verpflichtet, Wassersparmaßnahmen zu ergreifen. Zunehmend kritisch ist die Situation unter anderem in Sevilla im Süden sowie in Katalonien im Nordosten des Landes.

In Katalonien mit seiner Hauptstadt Barcelona regnet es seit rund zwei Jahren viel weniger als im Durchschnitt früherer Jahre. Die Stauseen zur Versorgung der dicht besiedelten Region sind derzeit nur noch zu etwas mehr als 30 Prozent gefüllt.

Ein Wasserwagen in Katalonien bringt TrinkwasserWasserknappheit: Zahlreiche kleinere Gemeinden in Katalonien müssen durch Tankwagen mit Wasser beliefert werden. - © dpa

Wäre nach der letzten großen Dürre 2008 nicht eine Anlage zur Entsalzung von Meerwasser in El Prat bei Barcelona gebaut worden, hätte es schon ab dem vergangenen Sommer Einschränkungen beim Wasserverbrauch gegeben. Derzeit läuft die Anlage auf Hochtouren.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit ordnete die Regionalregierung in mehr als 500 Gemeinden Kataloniens Einschränkungen beim Wasserverbrauch an, insbesondere für die Industrie und die Landwirtschaft. Vielerorts sind nach der Verordnung auch die Befüllung von Swimmingpools sowie die Bewässerung von Gärten, Parks, Golfplätzen sowie die Autowäsche eingeschränkt.

2022: Dürre in vielen Teilen EuropasLesen Sie auch

(WO/dpa)

09:45
4. Dezember 2022

Neue Unwetter in Italien
Schlamm- und Wassermassen auf Sizilien

Schwere Unwetter mit Starkregen und Überflutungen haben am Samstag Sizilien heimgesucht. Wassermassen schossen durch die Straßen und hinterließen Schlamm und Geröll. Autos standen bis zu den Fenstern im Wasser.

Gewitter mit heftigen Regengüssen haben in Teilen Süditaliens Überschwemmungen ausgelöst. Besonders betroffen war Sizilien. Im Osten der Insel löste starker Regen am Samstagnachmittag und -abend in den Gebieten um die Städte Messina, Catania und Milazzo Sturzfluten aus und setzte zahlreiche Straßen unter Wasser.

Die Wassermassen hinterließen an vielen Orten Schäden und auf den Straßen und Wegen eine dicke Schicht aus Matsch und Schlamm. Anwohner begannen schon direkt nach den Unwettern mit den Aufräumarbeiten.

WetterRadar: Schwere Gewitter auf Sizilien

Auf dem folgenden WetterRadar-Bild sind die Gewitter zu sehen, die im Laufe des Samstags die Unwetter im Osten Siziliens verursacht haben. Über Stunden hinweg blieben westlich von Messina Gewitterzellen fast ortsfest und brachten vielen Orten enorme Regenmengen:

WetterRadar-Bild von Sizilien mit den Unwettern vom SamstagDas WetterRadar zeigt Starkregen (violette Farben) sowie zahlreiche Blitze (gelbe Punkte) im Osten Siziliens.

Viele Regionen am Mittelmeer werden seit Wochen von einer regelrechten Unwetterserie heimgesucht. Immer wieder peitscht der Wind hohe Wellen an die Küsten und heftige Regenfälle lösen Überschwemmungen und Schlammlawinen aus.

Warum gibt es im Herbst am Mittelmeer so viele Unwetter?

Dass aktuell so viele Unwetter im Mittelmeer wüten, ist kein Zufall, denn jetzt im Herbst haben Sturm und Regen dort Hauptsaison. Der Weg ist zu dieser Jahreszeit frei für Tiefs, die häufig schon deutlich kältere Luft im Gepäck haben. Über dem noch vergleichsweise warmen Meer steht dann besonders viel Energie zur Verfügung, die durch Verdunstung in die Atmosphäre gelangt.

Vor einer Woche: Erdrutsch auf IschiaMehr erfahren

Diese Vorgänge begünstigen die Entwicklung von kräftigen Gewittern mit Unwettergefahr. In diesem Jahr sind diese Prozesse besonders stark ausgeprägt, denn die Temperaturen des Mittelmeers liegen derzeit mit 17 bis 23 Grad noch etwa ein bis vier Grad über dem Durchschnitt. Das bedeutet: Es steht mehr Energie für Herbst- und Winterstürme zur Verfügung als sonst.

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