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18:10
3. Oktober 2022

Tonga-Eruption mit Folgen
Ändert Vulkanausbruch das Winterwetter?

632Links: Satellitenbild der gewaltigen Eruptionswolke des Tonga-Vulkans, rechts der sogenannte Mpemba-Effekt, bei dem heißes Wasser bei großer Kälte in der Luft zu Eiskristallen "verdampft". - © NASA/Hardy Schulz

Am 15. Januar 2022 hat sich in der Südsee die stärkste Vulkaneruption der jüngeren Geschichte ereignet. Die Eruptionssäule des Hunga Tonga-Vulkans schleuderte gewaltige Mengen an Wasserdampf bis in die Stratosphäre. Einige Forscher glauben, dass dieser im kommenden Winter sogar die wetterlenkenden Windströmungen bei uns durcheinanderbringen könnte.

Dass die Mega-Eruption vom Januar womöglich auch das Klima der Erde beeinflussen könnte, legten bereits im Sommer erste Untersuchungsergebnisse eines Forscherteams des California Institute of Technology (USA) nahe. Da bei der Eruption nur wenig Schwefeldioxid freigesetzt wurde, gingen sie davon aus, dass der normalerweise kühlende Effekt großer Vulkanausbrüche kaum zum Tragen kommen würde.

Video: So verändern Ausbrüche das KlimaMehr erfahren

Stattdessen könnten die ungewöhnlich großen Mengen an ausgestoßenem Wasserdampf genau den gegenteiligen Effekt auslösen. Denn Wasserdampf ist ein sehr potentes Treibhausgas, dessen Zunahme in nennenswerter Größenordnung mittelfristig zwangsläufig zu einer Erwärmung der unteren Atmosphärenschichten führen müsste.

Darüber, in der oberen, trockenen Stratosphäre wäre dann allerdings eine messbare Abkühlung zu erwarten. Und genau das, den Beginn einer großflächigen Abkühlung der oberen Stratosphäre über der Südhalbkugel der Erde, konnten die Forscher nachweisen.

Diese stratosphärische Abkühlung hat mittlerweile ein bisher noch nicht beobachtetes Ausmaß angenommen und es ist zu erwarten, dass sich dieser Effekt im Laufe der kommenden Monate auch auf die Nordhalbkugel der Erde ausdehnt.

Vulkanausbruch im Südpazifik

+ 6

Ein Meteorologe der Initiative Severe Weather Europe ist nun der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen diese Vorgänge auf die Temperatur- und Strömungsverhältnisse der großen wetterlenkenden Windmuster auf der Nordhalbkugel der Erde haben könnten.

Er kommt auf Basis einer hoch komplexen Indizienkette zu dem Schluss, dass die zu erwartenden thermischen Anomalitäten auch das Verhalten der sogenannten Nordatlantischen Oszillation (NAO) beeinflussen und die Tendenz zur Ausbildung eines negativen NAO-Index verstärken könnten. Dies bedeutet, dass der Druckunterschied zwischen Islandtief und Azorenhoch schwächer wird, wodurch sich in Europa blockierende Wetterlagen häufen.

Winter unterdurchschnittlich kalt?

Blockierende Strömungsmuster in den Wintermonaten können - nicht müssen - in Mitteleuropa vermehrt zu eher kalten Großwetterlagen führen. Die durch den Wasserdampf des Südsee-Vulkans angestoßene Erwärmung könnte in diesem Fall bei uns also einen durchschnittlich bis unterdurchschnittlich kalten Winter zur Folge haben.

eruptionDer Ausbruch des Unterseevulkans bei Tonga setzte neben Asche und vulkanischen Gasen vor allem große Mengen an Wasserdampf frei. - © Tonga Geological Services

Da es sich bei dem unterseeischen Vulkanausbruch des Hunga Tonga um ein in dieser Dimension bisher noch nicht beobachtetes Phänomen mit vielen Besonderheiten handelt, sind jedoch alle aus diesem Ereignis gezogenen Schlussfolgerungen mit großer Vorsicht zu bewerten.

So könnte ein blockierendes Dauerhoch nämlich bei uns durchaus auch zu sehr mildem Winterwetter führen, wenn es statt über den Britischen Inseln über Südosteuropa vor Anker ginge. Zudem könnten die zu erwarteten Effekte auf die NAO ausbleiben oder sich bis ins Frühjahr verzögern, sodass der Winter eher atlantisch, also feuchtmild geprägt wäre.

Kurz: Forschung in Sachen Jahreszeitenprognosen ist wichtig und gut. Allerdings steckt diese Forschung noch in den Kinderschuhen und kann auch nicht mehr als grobe Indizien liefern. Sie sollte daher niemals mit den tatsächlich machbaren Vorhersagen für die nächsten Tage verwechselt werden, die dank der Fortschritte in der modernen Meteorologie heutzutage tatsächlich als weitgehend gesichert gelten.

So bleibt die Frage nach dem kommenden Winter auch auf Basis der noch sehr spärlichen Erkenntnisse aus der Tonga-Eruption nach wie vor offen. Genaues weiß man wie immer erst am Ende des Winters, also im März.

17:30
3. Oktober 2022

Dämmerung und Regenbögen
Fotos: Farbspiele am Himmel

Dämmerung Fotostrecke© Torsten Brehme

In den vergangenen Tagen hat es vielerorts spektakuläre Farbspiele am Himmel gegeben. Intensive Dämmerungsfarben und Regenbögen gab es häufig zu bestaunen.

In unserer neuen Fotostrecke haben wir einige Bilder zusammengestellt:

Farbspiele am Himmel

+ 3
15:15
3. Oktober 2022

Goldener Oktober kommt
Video: Bis knapp 25 Grad warm

Diese Woche kommt der „Goldene Oktober“. Am Mittwoch erwarten uns viel Sonne und Temperaturen über 20 Grad, im Südwesten kann es sogar mit bis knapp 25 Grad spätsommerlich warm werden. Warum ein Schal dennoch gefragt ist, weiß Verena Leyendecker im Video.

14-Tage-Wetter: Die weiteren AussichtenLesen Sie auch
13:07
3. Oktober 2022

Gesund durch den Herbst
Ratgeber: Immunsystem stärken

Gesund durch Herbst und Winter© Eachat / Getty Images

Alle Jahre wieder: Auf die ersten kühlen Herbsttage folgt eine Erkältungswelle. Die körpereigene Abwehr wird um diese Jahreszeit besonders auf die Probe gestellt. Um das Immunsystem zu stärken und den Körper fit und gesund zu halten, gibt es viele Tipps.

Erfahren Sie hier, wie Sie bei jedem Wetter durch frische Luft, Sport und eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung Ihr Immunsystem stärken können:

Ratgeber: Immunsystem stärkenMehr erfahren
11:19
3. Oktober 2022

14-Tage-Wetter
Sonnige und warme Tage

karlsruheSo blau wie hier in Karlsruhe zeigt sich der Himmel in vielen Regionen in der neuen Woche.

Hoch TIMEO bringt uns eine freundliche und milde Woche. An einem Tag wird es sogar spätsommerlich warm. Die nächsten Wetterfronten sind jedoch schon unterwegs.

Der "Goldene Oktober" kommt und bleibt zunächst: Schon am Dienstag erwärmt die Sonne nach anfänglichem Nebel die Luft oft auf 15 bis 20 Grad. Der wärmste Tag der Woche wird aber der Mittwoch, wenn verbreitet Höchstwerte von 20 Grad und mehr anstehen.

In den wärmsten Regionen könnten sogar knapp 25 Grad erreicht werden. Frühmorgens ist es jedoch noch frisch und wir starten oft mit einstelligen Werten in den Tag.

Was bedeutet „Goldener Oktober“?Lesen Sie auch

Das Wetter zeigt sich auch Mitte der Woche oft sonnig, allerdings lassen Schleierwolken den Himmel etwas milchig erscheinen. Voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag zieht eine Wetterfront von Nord nach Süd. Sie bringt neben Wolken und etwas Wind auch ein paar Tropfen.

Schon am Donnerstag tagsüber lacht bei den meisten bei Hochdruckeinfluss wieder die Sonne, obligatorisch ist jedoch anfänglicher und vor allem in den Tälern im Süden auch etwas länger anhaltender Nebel. Dabei gehen die Temperaturen leicht zurück, mit 15 bis knapp 20 Grad bleibt es aber mild für die Jahreszeit.

Die Wetterkarte ab dem Wochenende zeigt ein Tief über Skandinavien und ein Hoch über den Azoren.Die Wetterkarte ab dem Wochenende zeigt ein Tief über Skandinavien und ein Hoch über den Azoren.

Am zweiten Oktoberwochenendes schwächelt das Hoch TIMEO etwas und von Norden her gewinnt ein Tief an Einfluss. Mindestens in der Nordhälfte wird es dann kühler und etwas wechselhafter. Fraglich ist, ob das Tief auch den Süden erreicht.

Anschließend dominiert eine Wetterlage mit einem Tief über Skandinavien und einem Hoch über den Azoren. Je nachdem, wie weit das Azorenhoch vorankommt, hält sich der goldene Oktober. Dies ist bei solche einer Lage für Süddeutschland wahrscheinlicher als für Norddeutschland. Details sind aber abzuwarten.

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