In den Alpen steht eine intensive und voraussichtlich länger anhaltende Hitzewelle an. Nach dem schneearmen Winter und Frühjahr sind die Gletscher darauf denkbar schlecht vorbereitet.
Bis auf Weiteres ist in den Alpentälern Schwitzen angesagt. Und auch in der Höhe werden die kommenden Tage extrem warm. Die Nullgradgrenze steigt auf über 4500 Meter, Frost gibt es nur noch auf den höchsten Gipfeln.
TemperaturRadar: Selbst in den Hochlagen der Alpen gibt es deutliche Plusgrade
Für die Alpengletscher wird die Wärme zur Belastungsprobe. Auf rund 3000 Metern erreichen die Temperaturen sogar zweistellige Plusgrade. Viele Gletscherzungen reichen bis auf 2000 Meter hinab, wo es sogar fast 20 Grad warm werden kann.
Besonders problematisch ist, dass die Gletscher in diesem Jahr nur wenig Schutz haben. Im ganzen Alpenraum liegt in den Hochlagen nur etwa halb so viel Schnee wie im langjährigen Durchschnitt. Unterhalb von 2500 bis 3000 Metern sind viele Gletscherzungen bereits komplett schneefrei.
Ist die schützende Schneedecke erst einmal verschwunden, ist das Gletschereis Sonne und Wärme direkt ausgesetzt. An einem warmen Sommertag können dann bis zu 10 Zentimeter Eis verloren gehen. Je nachdem wie lange die Hitzewelle anhält, könnten bis Ende Juni nur noch die höchstgelegenen Bereiche der Gletscher schneebedeckt sein.