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Überflutete Dörfer im Süden Österreichs: Weitere Evakuierungen

06:06
5. August 2023

Dörfer evakuiert
Land unter im Süden Österreichs

Im Süden Österreichs mussten wegen Überflutungen weitere Ortschaften und Campingplätze evakuiert werden. Vereinzelt gilt sogar der Katastrophenfall. Die Regenmengen haben mancherorts historische Ausmaße angenommen.

Die Hochwasserlage in den Österreichischen Bundesländern Kärnten und Steiermark bleibt zunächst noch sehr angespannt. In der Nacht zum Samstag kam in den Überschwemmungsgebieten weiterer Regen hinzu - zum Glück jedoch etwas weniger als befürchtet: Meist fielen 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter seit Freitagabend.

Rettungsaktion mit Boot und Helikopter

Dennoch mussten in der Nacht in mehreren Ortschaften in Unterkärnten und in der Südsteiermark aufgrund ansteigender Flusspegel Häuser evakuiert werden.

In Leibnitz war auch ein Pflegeheim betroffen. Im nahegelegenen Heimschuh kamen sogar Boote und ein Helikopter zum Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Zudem wurden wegen Überschwemmungen Campingplätze am Turnersee und am Gösselsdorfer See geräumt.

Während für viele Gemeinden weiterhin Zivilschutzalarm gilt, wurde in manchen Orten der Südsteiermark sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Mehrfach – wie etwa im Raum Radkersburg – mussten Menschen aus Autos befreit werden, die es nicht mehr aus überschwemmten Zonen geschafft haben.

Karte mit den RegensummenMehr erfahren

Die Lage wird sich voraussichtlich erst am Samstagabend langsam entspannen. Dann ist im Süden Österreichs zunächst mit keinen größeren Regenmengen mehr zu rechnen.

Weiterer Regen am Alpennordrand

Allerdings kommt bis Montag früh zwischen Vorarlberg und dem westlichen Niederösterreich einiges an Regen vom Himmel. Inklusive der bereits gefallenen Mengen seit Freitagabend sind hier 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter möglich.

Bild vom WetterRadarDie Vorhersage des WetterRadars zeigt bis Montag früh weitere Regenfälle an der Alpennordseite.

Eine so zugespitzte Lage wie im Süden des Landes ist zwar in diesen Regionen unwahrscheinlich, trotzdem ist stellenweise mit kleinen bis mittleren Überschwemmungen zu rechnen.

Über 200 Liter in zwei Tagen

Inzwischen ist klar, dass die extremen Regenfälle in Südösterreich teils historische Dimensionen angenommen haben. In Klagenfurt, Völkermarkt, Eisenkappel und Ferlach (alle in Unterkärnten) waren die vergangenen 48 Stunden die nassesten seit Messbeginn.

Liste mit 48-stündigen NiederschlagsmengenDie Regenmengen von Donnerstag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr an manchen Orten in Unterkärnten sind historisch.

Auch an der Wetterstation am Loiblpass geht die "Rekordjagd" weiter: Nach einem Monatsrekord im Juli (430 Liter) und einem Tagesrekord am Freitag (184 Liter) ist nun ersichtlich, dass der aktuelle Sommer schon jetzt der mit Abstand nasseste der Messgeschichte ist.

Der alte Rekord wurde bereits um rund 100 Liter überboten - und das, obwohl der meteorologische Sommer erst in knapp vier Wochen zu Ende geht.

Slowenien noch stärker betroffen

In Slowenien, dem südlichen Nachbarland Österreichs, ist die Lage noch dramatischer. Nördlich der Hauptstadt Ljubljana sind am Freitag zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer getreten und haben sogar mehrere Brücken zerstört.

Viele Orte und ganze Landstriche wurden überschwemmt. Häuser standen meterhoch unter Wasser. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.

Während sich die Lage dort in der Nacht etwas entspannt hat, ist die Situation in manchen Bergregionen noch dramatisch. Immer wieder gehen Notrufe ein, doch Schlammlawinen blockieren vielerorts die Einsatzkräfte. Allein in einem Dorf im Oberen Savinja-Tal wurden rund 1000 Menschen, größtenteils Touristen, mit Essen und Unterkunft versorgt.

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Andauernde starke Regenfälle haben in den Ostalpen schwere Überschwemmungen ausgelöst. Betroffen sind vor allem Teile Sloweniens und Österreichs.
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