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Über 35 Jahre im Eis - Gletscherschmelze legt Bergsteiger frei

16:42
28. Juli 2023

Über 35 Jahre im Eis
Gletscherschmelze legt Bergsteiger frei

Ausrüstungsgegenstände auf dem GletscherDiese Ausrüstungsgegenstände sind auf einem Gletscher zum Vorschein gekommen. - © Kantonspolizei Wallis

Auf einem Gletscher in der Schweiz sind die Überreste eines toten Bergsteigers entdeckt worden. Die Leiche war seit mehr als 35 Jahren im Eis verschollen. In letzter Zeit tauchen immer wieder Personen und Gegenstände aus Gletschern auf, die seit Jahrzehnten vermisst werden.

Im Wallis in der Schweiz ist auf einem Gletscher die Leiche eines Bergsteigers gefunden worden. Die menschlichen Überreste und mehrere Ausrüstungsgegenstände wie Bergschuhe und Steigeisen wurden vor gut zwei Wochen von Alpinisten entdeckt.

Der Fundort liegt auf dem Theodulgletscher nahe des Matterhorns. DNA-Untersuchungen haben nun ergeben, dass es sich um einen 1986 vermissten Deutschen handelt.

TheodulgletscherDer Theodulgletscher liegt im südlichen Wallis oberhalb des Skiortes Zermatt.

Der Mann war damals von einer Gebirgstour nicht zurückgekehrt und konnte bei der Suche nicht gefunden werden.

Gletscher bergen weitere Geheimnisse

Solche Fälle sind keine Seltenheit. Immer wieder gibt die Gletscherschmelze menschliche Überreste oder Gegenstände frei, die zuvor jahrzehntelang im Innern des Eisstroms lagen.

Vermutlich befinden sich in den Alpen nach wie vor mehrere Dutzend vermisste Personen im Innern von Gletschern.

Flugzeug im Eis aufgetauchtMehr erfahren

Vor einem Jahr tauchte auf dem Aletschgletscher sogar das Wrack eines Flugzeuges auf, das vor über 50 Jahren dort abgestürzt war.

So "verschlucken" Gletscher Objekte und Menschen

Am häufigsten verschwinden Bergsteiger bei Stürzen in eine Gletscherspalte. Sofern sie nicht gleich gefunden werden, wird die Spalte im darauffolgenden Winter mit Schnee bedeckt. Zudem können sich Spalten durch die Bewegung des Gletschers wieder schließen.

GletscherVerunglückte Personen oder Gegenstände können im oberen Teil des Gletschers verschwinden und weiter unten wieder zum Vorschein kommen.

Durch die Umwandlung von Winterschnee in Firn und schließlich in Gletschereis gelangt der Körper – sofern sich der Unfallort im oberen Bereich des Gletschers befindet – immer tiefer ins Innere des Gletschers hinein. Durch die Schwerkraft fließt der gesamte Eisstrom hangabwärts.

Im Zungenbereich eines Gletschers, wo das Eis stärker schmilzt, tauchen die Überreste wieder an die Oberfläche auf.

Dieser ganze Prozess braucht oft mehrere Jahrzehnte. Je größer der Gletscher und je weiter oben die Unglücksstelle ist, desto länger dauert es bis zum Wiederauftauchen.

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