WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )
Startseite / WetterNews / Unwetter /

Teuerster Sturm in Europa - Der Weihnachtsorkan LOTHAR

22:00
25. Dezember 1999

Teuerster Sturm in Europa
Der Weihnachtsorkan LOTHAR

Diesellok wird von umstürzenden Bäumen erfasst Im Schwarzwald-Baar-Kreis wird eine schwere Diesellok von umstürzenden Bäumen erfasst und aus dem Gleis geschleudert. Orkan LOTHAR richtete die höchsten Sturmschäden der jüngeren europäischen Geschichte an. - © dpa

Einer der schwersten Orkane des 20. Jahrhunderts ist am 2. Weihnachtstag 1999 über das südliche Mitteleuropa hinweggefegt. LOTHAR hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung und verursachte Milliardenschäden.

LOTHAR war bislang der teuerste und zugleich verheerendste Sturm der letzten Jahrzehnte. Er wütete am 26. Dezember 1999 über Frankreich, Süddeutschland und dem Alpenraum. 110 Menschen starben, die meisten wurden von umherfliegenden Trümmern erschlagen. Der Gesamtschaden belief sich auf rund 11,5 Milliarden Euro.

Die Windspitzen erreichten dabei unglaubliche 272 Kilometer pro Stunde. Die höchste Windgeschwindigkeit im deutschen Flachland wurde mit 151 Stundenkilometer in Karlsruhe gemessen.

LOTHAR verwüstet ein Waldstück in Simonswald LOTHAR verwüstet ein Waldstück in Simonswald im Schwarzwald. Allein die Kosten für die Wiederaufforstung von 40.000 Hektar Kahlflächen beliefen sich auf mindestens 300 Millionen Mark (umgerechnet 155 Millionen Euro). - © dpa

Extreme Orkanböen walzten ganze Waldgebiete nieder, etliche Bäume wurden entwurzelt oder umgeknickt. Insgesamt verwüstete LOTHAR rund 200 Millionen Festmeter Waldfläche. Zudem deckte der Sturm Dächer ab, riss Strommasten um, zerstörte Gerüste und wehte Autos von Fahrbahnen.

Im schweizerischen Kanton Nidwalden wurde ein Fünftel aller Gebäude beschädigt. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Tage lang die A8 zwischen Heimsheim und Karlsruhe. Im Zugverkehr waren einige Bahnstrecken gesperrt.

1/20
Orkan LOTHAR hat über Weihnachten 1999 eine große Schneise der Verwüstung in halb Europa geschlagen. Besonders in Frankreich, Süddeutschland und den Alpen verursachte er Schäden in Milliardenhöhe. Die Karte zeigt die Zugbahn und den jeweiligen Kerndruck des Tiefs am zweiten Weihnachtstag 1999.

Der verheerende Sturm war erst in der Nacht zuvor entstanden. Als über der Bretagne die ersten, schweren Sturmböen registriert wurden, tobte über der Biskaya schon der Orkan. In ihm fiel der Luftdruck rasant und rasch formierte sich die eindrucksvolle Wolkenspirale des gefährlichen Sturms.

Stunden später, am Morgen des 26. Dezember, raste dieser bereits mit Böen über Tempo 150, in Paris sogar über Tempo 170, über Frankreich hinweg und entwurzelte Zehntausende Bäume.

Satellitenbild Im Satellitenbild sind die spiralförmig eingekringelten Wolkenbänder des kleinräumigen, aber intensiven Orkans zu sehen. Das Hauptsturmfeld befand sich südlich des Kerns. - © Meteosat / Jürgen Vollmer

Wenige Stunden später ging es in Südwestdeutschland los: Dann ging alles Schlag auf Schlag, die Nachrichten über die desaströse Gewalt des Orkans überschlugen sich. In einer breiten Schneise vom Saarland über Baden-Württemberg hinweg bis nach Bayern richtete der Sturm immense Schäden an.

Danach wurden auch die Schweiz, Österreich und Tschechien von der vollen Wucht des Orkans getroffen. Zu allem Übel brachen vielerorts auch noch die Kommunikationswege zusammen, die meisten Menschen wurden von dem Unwetter völlig überrascht.

Orkan LOTHAR offenbarte auf dramatische Weise die Schwächen und Versäumnisse des damaligen Warn- und Vorsorgewesens in Europa. Die von ihm verursachte Wetterkatastrophe legte den Grundstein für die seither erfolgte, grundlegende Modernisierung des Warnsystems vor Unwettern.

Die 10 teuersten Stürme Europas

+ 16
Mehr Wetternews
Polarlicht über Barth
Polarlicht über Barth

Nur mit Kamera sichtbar

Fotos: Polarlichter über Deutschland
Wasserhose über dem Mittelmeer
Wasserhose über dem Mittelmeer

Unwetterserie in Italien

Große Wasserhose über dem Mittelmeer
Alle Wetternews
Link zu dieser Seite / Seite empfehlen
Seite per E-Mail empfehlen Mail

Das Wetter in ...