Hurrikanflaute: Mitten in der Hochsaison bleibt der Atlantik ruhig.
Die Weltmeere sind derzeit so warm wie nie zuvor. Eigentlich liefern hohe Wassertemperaturen viel Energie für tropische Wirbelstürme. Doch ausgerechnet im Atlantik bleibt es erstaunlich ruhig.
Obwohl die Hurrikansaison gerade ihren Höhepunkt erreicht, hat sich in diesem Jahr noch kein einziger Hurrikan gebildet. Normal wären zu diesem Zeitpunkt bereits etwa vier. Ein wichtiger Grund dafür ist El Niño.
Das Klimaphänomen heizt den tropischen Pazifik stark auf und verändert die Luftströmungen rund um den Globus. Über dem Atlantik erschweren dagegen stärkere Höhenwinde die Entwicklung von Hurrikanen.
Doch die außergewöhnlich warmen Meere machen sich auch anderswo bemerkbar. Sie geben viel Wärme an die Atmosphäre ab und tragen damit zu den hohen Temperaturen rund um die Erde bei.
Das zeigt sich besonders deutlich beim Blick auf den August: Mit durchschnittlich knapp 17 Grad war er weltweit der wärmste August seit Aufzeichnungsbeginn. Gleichzeitig ist die mittlere Wassertemperatur der Ozeane schon seit Beginn des Sommers mit rund 21 Grad auf Rekordniveau.
El Niño und die langfristige Erderwärmung kommen derzeit zusammen. Dabei zeigt sich: Rekordwarme Ozeane bedeuten nicht automatisch mehr Hurrikane. Sie beeinflussen aber die Atmosphäre und können Wetterlagen rund um den Globus verändern.