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Nordstream-Gaslecks: Das sind die Folgen für Klima und Ökosystem

01:05
6. Oktober 2022

Klima und Ökosystem
Nordstream-Gaslecks: Das sind die Folgen

Sprudelnde MeeresoberflächeBilder von an die Meeresoberfläche strömendem Erdgas in der Ostsee erinnerten in der vergangenen Woche an riesige Whirlpools. - © dpa

Aus den riesigen Gaslecks an den Pipelines in der Ostsee treten große Mengen Methan aus. Dieses Treibhausgas ist besonders klimawirksam. Doch welchen Effekt hat das aktuelle Ereignis auf die Klimaerwärmung und das Ökosystem?

In der vergangenen Woche ist es in der Ostsee an insgesamt vier Stellen zu Lecks an den Gaspipelines "Nordstream 1" und "Nordstream 2" gekommen. Nun stellt sich natürlich die Frage, was das massenweise Ausströmen von Erdgas für Auswirkungen auf das Ökosystem der Ostsee und auf das Weltklima hat.

Methan ist extrem klimaschädlich

Erdgas besteht zum allergrößten Teil aus dem hochwirksamen Treibhausgas Methan. In der Atmosphäre hat es einen bis zu 25-mal stärkeren Erwärmungseffekt auf das Klima als Kohlendioxid (CO2). Da jedoch weltweit viel mehr CO2 als Methan freigesetzt wird, trägt Methan nur zu rund 30 Prozent zum menschengemachten Klimawandel bei.

Fakten zum Klimawandel

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Wie viel Methan nun aufgrund der Gaslecks bereits ins Meer und in die Atmosphäre entwichen ist und noch entweichen wird, darüber sind sich Experten derzeit uneins. Fragen, welche die Berechnung unsicher machen, sind:

  • Wie viel Erdgas war ursprünglich in den Pipelines enthalten?

  • Wird das gesamte, enthaltene Gasvolumen entweichen?

  • Wie viel Gas wird bereits vom Meerwasser aufgenommen, bevor es in die Atmosphäre geraten kann?

Mindestens ein Prozent der deutschen Emissionen

Konservative Schätzungen des Umweltbundesamtes gehen von rund 300.000 Tonnen Methan aus, die aus den Gaslecks insgesamt in die Atmosphäre gelangen können. Auf einen Zeitraum von 100 Jahren gerechnet, erwärmt diese Menge die Atmosphäre so stark wie 7,5 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht etwa einem Prozent der deutschen Jahres-Gesamtemissionen.

Würde man statt 100 nur 10 Jahre in die Zukunft blicken, fiele der zusätzliche Methanaustritt durch die Gaslecks noch stärker ins Gewicht. Der Grund liegt darin, dass Methan vor allem kurzfristig sehr klimawirksam ist und ein Großteil des Gases bereits nach 12 Jahren abgebaut bzw. in das deutlich weniger potente Treibhausgas CO2 umgewandelt ist.

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Im Vergleich zu den jährlichen weltweiten Methanemissionen von mehreren Hundert Millionen Tonnen ist die Menge des aus den Gaslecks austretenden Methans gering. Daher ist auch ihr Einfluss auf den Klimawandel eher vernachlässigbar.

Lokale Folgen fürs Ökosystem

Ebenfalls eher gering dürften die Folgen des Gasaustritts für die Tier- und Pflanzenwelt sein. Umweltverbände gehen davon aus, dass es zwar nur zu einem lokalen Sauerstoffmangel in der südlichen Ostsee rund um die Gaslecks kommt, dieser den Organismen dort jedoch ihre Lebensgrundlage entzieht.

(WO/ dpa)

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