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Monatsrückblick - Juli mit großen Temperaturkontrasten: Erst heiß, dann kühl und regenreich

18:11
31. Juli 2023

Monatsrückblick
Juli mit großen Temperaturkontrasten

Doppelregenbogen im SüdharzDer Juli hat sich in diesem Jahr recht launisch präsentiert. In der ersten, teils heißen Monatshälfte entluden sich viele Gewitter. Die zweite Hälfte verlief zunehmend wolkenreich und regnerisch. - © Torsten Brehme

Warm, regenreich und gewittrig: So lässt sich der Juli 2023 zusammenfassen. Ähnlich wie im Vormonat verlief die erste Monatshälfte vielerorts trocken und zeitweise heiß. In den letzten Tagen folgte eine wechselhafte und ziemlich kühle Westwetterlage. Einige Regionen stechen in der Monatsbilanz besonders hervor.

Der zweite Sommermonat hat in diesem Jahr sehr abwechslungsreiches Wetter geboten. Anfangs waren die Befürchtungen groß, dass er ähnlich trocken wie der Juni enden würde.

Doch das Gegenteil war der Fall, in der Bilanz fiel in den meisten Regionen deutlich mehr Niederschlag als im Mittel der letzten 30 Jahre.

In der ersten Monatshälfte brachte uns hochsommerliches Wetter häufig zum Schwitzen. Dazu entwickelten sich wiederholt Schauer und Gewitter, die mancherorts erhebliche Schäden hinterließen, wie das folgende Video zeigt.

Ganz anders verlief das letzte Julidrittel, als sich die Großwetterlage änderte. Aus Westen zogen immer wieder Tiefausläufer mit viel Regen über Mitteleuropa hinweg. Verantwortlich dafür war die beständige Lage des Jetstreams, einem Starkwindband in rund 10 Kilometer Höhe.

Regional hohe Regenmengen

Mit rund 100 Liter pro Quadratmeter war die Niederschlagsmenge rund 10 Prozent höher als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. Zunächst befanden sich nur der äußerste Norden und Nordwesten auf der Regenseite.

Vor allem in der letzten Monatswoche gehörten jedoch Schauer, Gewitter und Starkregen auch in den anderen Landesteilen zum täglichen Wettergeschehen.

Grafik zeigt den Niederschlagsdurchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Im Juli 2023 fiel etwas mehr Regen als im Klimamittel.Im Gegensatz zum vergangenen Jahr fiel in den meisten Regionen mehr Regen als im Klimamittel.

Die häufigen Niederschläge linderten die vorangegangene extreme Trockenheit im äußersten Norden sowie im Süden und Südwesten. In einigen Regionen fiel eineinhalb bis doppelt so viel Regen, wie sonst im Juli durchschnittlich zusammenkommt.

Dazu gehörten die bayerischen Alpen und die Nordseeküste, wo teilweise mehr als 200 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden, wie zum Beispiel auch in den Rückblicksdaten von Oberstdorf zu sehen ist.

Jetstream dämpft den Sommer bei unsMehr erfahren

In den Mittelgebirgen, am Oberrhein und im Nordwesten fielen 80 bis 150 Liter pro Quadratmeter. Vom nordwestlichen Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein regnete es an mindestens 20 Tagen.

Deutlich trockener blieb es vom südöstlichen Harz bis zur Lausitz, wo es im ganzen Monat meist nur für rund 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter reichte. In den Rückblicksdaten für Bernburg an der Saale ist zu sehen, dass dort nur knapp 20 Liter zusammenkamen.

Gewitter richten Schäden an

In schwülwarmer bis -heißer Luft entwickelten sich immer wieder kräftige Gewitter. Mancherorts gingen sie mit Hagel, Starkregen und Orkanböen einher.

So wurde zum Beispiel am 11. Juli in Friedrichshafen am Bodensee eine Böe von Tempo 119 registriert, in Augsburg waren es 118 Stundenkilometer. Im saarländischen Asweiler wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. Der anfängliche Tornadoverdacht bestätigte sich nicht.

Umgestürzte Bäume und abgedeckte DächerMehr erfahren

Am 24. Juli zogen ebenfalls zahlreiche Gewitter über Deutschland hinweg. Regional wurden Bäume entwurzelt und Keller überflutet. Besonders betroffen waren Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und der Großraum Berlin.

Richtig windig und dementsprechend ungemütlich war es auch an einigen Tagen. Das für die Jahreszeit starke Sturmtief POLY fegte am 5. Juli mit Windspitzen bis 100 Kilometer pro Stunde über den Norden hinweg.

Dächer wurden beschädigt, Äste brachen ab und fielen auf parkende Autos. Entwurzelte Bäume blockierten Straßen und Gleise.

Erst Hitze, dann kühle Phase

Mit 18,7 Grad lag der Juli um 0,4 Grad über dem Klimamittel der vergangenen 30 Jahre. Allerdings fuhren die Temperaturen zeitweise Achterbahn. Ausschlaggebend für die leicht positive Abweichung war die verbreitet hochsommerliche Phase in der ersten Monatshälfte.

Die Grafik zeigt die Mitteltemperatur des Juli der vergangenen 30 Jahre. Im diesem Jahr war der Juli nicht wesentlich wärmer als im KlimamittelIn der Bilanz zeigt sich der diesjährige Juli nur wenige Zehntelgrad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Vor allem die erste Monatshälfte war überdurchschnittlich warm.

Am 8. und 9. Juli zeigte das Thermometer verbreitet 30 bis 37 Grad an. Bundesweiter Spitzenreiter war der 15. mit 38,8 Grad im Ort Möhrendorf-Kleinseebach bei Nürnberg.

Das Rhein-Main-Gebiet verbuchte an 20 Tagen einen Sommertag, das heißt Höchstwerte von mindestens 25 Grad.

Im letzten Monatsdrittel setzte sich dagegen kühle Meeresluft durch. Vom 25. bis zum 27. Juli lagen die Höchstwerte vielerorts bei 20 Grad und teilweise darunter. Nachts kühlte es ordentlich ab.

Am 27. Juli wurde in Oberstdorf mit 4,2 Grad der bundesweit tiefste Wert gemessen. In den Hochlagen der Alpen gab der Winter sogar ein kurzes Gastspiel. Auf der Zugspitze fielen bis zu 10 Zentimeter Neuschnee.

Im Osten am sonnigsten

Das letzte Julidrittel präsentierte sich in weiten Landesteilen wolkenreich und mancherorts auch länger trüb. Das täuscht aber darüber hinweg, dass die durchschnittliche Sonnenscheindauer mit 230 Stunden insgesamt fast im Mittelfeld lag.

Die meisten Sonnenstunden gab es in den östlichen Landesteilen, so verzeichnete Dresden-Klotzsche rund 280 Stunden.

Die Grafik zeigt die Sonnenscheindauer der letzten 30 Jahre. Im Juli 2023 gab es etwas mehr Sonnenstunden als im DurchschnittIm Juli 2023 gab es etwas mehr Sonnenstunden als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Den Rekord der letzten 10 Jahre hält immer noch der Juli 2018.

In den Alpen, in den westlichen Mittelgebirgen und in weiten Teilen des Nordwestens schien die Sonne dagegen deutlich weniger. Im Sauerland beispielsweise reichte es im gesamten Juli gerade mal für 180 bis 190 Stunden.

Die schönsten Bilder des kontrastreichen Sommermonats zeigen wir in der Fotostrecke:

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Der Juli startet mit ein Wechsel aus Schauern und Sonne, die sogar einen doppelten Regenbogen hervorbringen. - © Tom Fischer
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