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Milde Winter mit unklaren Folgen

Der Borkenkäfer hält Frost aus. Bleibt der Winter trocken nimmt er keinen Schaden und die Bäume können sich nicht erholen. Bild: dpa
Die frostigen Nächte täuschen: Bisher ist der Januar mit zwei bis fünf Grad milder als im Klimamittel gewesen. Auch der Dezember verlief ähnlich mild. Auf Insekten und Umwelt wirkt sich das unterschiedlich aus. Nicht richtig ist, dass strenge Winter Schädlinge wie den Borkenkäfer dezimieren.
Eher schlecht für ihn sind milde und nasse Winter, denn dann können Pilze den Schädling befallen. Gleichzeitig füllen Bäume ihre Wasservorräte wieder auf und sind in der Lage, den Käfern mehr Kraft entgegensetzen. Allerdings sind die Bäume vom vergangenen Sommer stark vorgeschädigt.
Zudem gab es damals viele Borkenkäfer. Daher ist anzunehmen, dass Wälder dieses Jahr erneut Probleme mit dem Borkenkäfer bekommen werden.
Erste Bienen können an sonnigen und milden Tagen schon unterwegs sein. Bleiben die Temperaturen ungewöhnlich warm, krabbeln auch andere Insekten zu früh aus ihren Überwinterungsquartieren. Bild: dpa
Bei Bienen kann es bei milden Wintern sein, dass sie mit der Brut früher beginnen. Das kostet jedoch Energie. Wird es aber im Frühjahr wie so häufig noch einmal kalt, sieht es für viele Völker schlecht aus. Sie haben dann keine Kraft mehr. Auch für andere Insekten ist ein möglicher später Wintereinbruch lebensgefährlich.
Anders verhält es sich bei Schädlingen wie dem Eichenprozessionsspinner oder den Zecken: Ist es früher im Jahr schon warm, werden sie auch früher aktiv.
Der bisher milde Winter führt auch zu einem frühen Pollenflug. Auf erste größere Beschwerden müssen sich Allergiker aber nur am Oberrhein einstellen. Ansonsten fliegen noch verhältnismäßig wenige Hasel- und Erlenpollen. Generell wirkt sich ein überdurchschnittlich warmer Winter negativ auf Pflanzen aus.
Die ersten Frühjahrsboten kann man in der Natur schon sehen. Haselbäume haben in manchen Regionen schon von Mitte Dezember an begonnen an ihre Kätzchen zu entleeren. Bild: dpa
Arten, die an kalte Winter angepasst sind, brauchen eigentlich auch die kalte Winterruhe. Wenn es zu mild ist, kann es sein, dass sie verfaulen, verschimmeln oder durch pflanzenfressende Tiere geschädigt werden. Bei Obstbäumen besteht die Gefahr, dass sie zu früh blühen. Friert es später dann doch noch einmal, können die Blüten oder die Fruchtansätze abfrieren, wie beispielsweise im April 2017.
Das Wintergetreide etwa wächst in Teilen Norddeutschland bereits wieder. Bild: dpa
(WO/dpa)
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