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Mega-Blitz aus den Tiefen des Alls - Explosion der Superlative

16:44
16. Oktober 2022

Explosion der Superlative
Mega-Blitz aus den Tiefen des Alls

Astronomen haben Anfang Oktober den hellsten jemals gesichteten Gammablitz registriert. Der Lichtblitz kam aus einer Entfernung von fast 2 Milliarden Lichtjahren und setzte unvorstellbare Energiemengen frei.

Der bisher stärkste je registrierte Gammablitz wurde vermutlich bei der Entstehung eines Schwarzen Loches abgefeuert. Er setzte in wenigen Sekunden mehr Energie frei, als unsere Sonne in ihrer gesamten Lebensdauer. Sowohl die Menge, als auch die Energie der registrierten Photonen des Lichtblitzes brechen alle Rekorde.

Astrophysiker sprechen bei dem am 9. Oktober gesichteten Phänomen von einem "Jahrhundertereignis". Der kosmische Lichtblitz entstand nach ersten Erkenntnissen in einer Entfernung von fast 2 Milliarden Lichtjahren, und war der Erde damit weitaus näher als alle bisher beobachteten derartigen Gammablitze.

632-illuKünstlerische Darstellung eines Gammablitzes. - © ESO/L. Calçada / CC BY 4.0 CC BY

Die Natur von Gammablitzen ist noch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich entstehen sie, wenn besonders massereiche Sterne am Ende ihres Lebenszyklus in einer gewaltigen Supernova explodieren, während ihr zentraler Kernbereich zu einem schnell rotierenden Schwarzen Loch kollabiert.

Stoßwellen gigantischer Jets

Dabei wird an dessen Rotationsachsen elektromagnetische Strahlung in Form extrem stark gebündelter Jets ausgestoßen. Diese hochenergetischen Jets schießen durch das sich beinahe mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitende Gas der Supernova und lösen gewaltige Stoßwellen aus. Diese Stoßwellen erzeugen schließlich den gigantischen Lichtblitz.

632-2Astronomen des Gemini Observatoriums beobachten das Nachglühen des Gammablitzes mit der Bezeichnung "GRB221009A". - © @GeminiObs/NOIRLab/NSF/AURA/B. O'Connor

Der jetzt beobachtete Mega-Blitz dauerte mehrere Hundert Sekunden und glüht immer noch nach. Dieses Nachleuchten kann noch einige Wochen lang andauern, ist allerdings nur noch mit besonders leistungsstarken Teleskopen erfassbar. Kleinere Sternwarten haben daher keine Chance, das kosmische Nachspiel mitverfolgen zu können.

Keine Gefahr für die Erde

Gammablitze, deren Ursprung weiter als 3000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist, gelten für die Erde als weitestgehend ungefährlich. Ihre Strahlung ist einfach nicht mehr stark genug, um etwa chemische Reaktionen in der Erdatmosphäre auslösen zu können.

Die Wissenschaft geht jedoch davon aus, dass ein Gammablitz aus unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft die Atmosphäre und das Leben auf unserem Heimatplaneten durchaus schädigen könnte, wenn seine Jets genau auf die Erde treffen würden. Allerdings ist derzeit zum Glück keine bevorstehende Supernova im nahen Umfeld unserer Sonne bekannt.

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