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Kein Sternschnuppenregen - Leoniden in diesem Jahr unauffällig

19:16
17. November 2023

Kein Sternschnuppenregen
Leoniden in diesem Jahr unauffällig

Leoniden-TickerNur selten bieten die Leoniden einen wahrnehmbaren Sternschnuppenregen. Meistens bringen sie nur 10 bis 15 Meteore pro Stunde hervor, so auch in diesem Jahr.

Der Sternschnuppenschwarm der Leoniden hat in der Vergangenheit manch' furioses Himmelsschauspiel geboten. Seit Jahren blieb er aber eher unspektakulär. Auch in diesem Jahr dürften die Leoniden die Geduld der Beobachter wieder auf eine harte Probe stellen.

Am frühen Morgen des 18. November erreichen die Leoniden ihr jährliches Maximum. Mit 10 bis 15 Schnuppen pro Stunde bleibt das Ereignis aber - wie schon seit vielen Jahren - eher unauffällig. Im vergangenen Jahr bestand immerhin Aussicht auf ein zweites Maximum am 19. November, dieses Jahr ist ein solcher Nachschlag dagegen nicht in Sicht.

Passage der Staubspur eines alten Kometen

Ursache der Leoniden ist die Passage alter Staubspuren des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, der die Erdbahn zuletzt im Jahre 1998 gekreuzt hat. Trifft die Erde solche Spuren optimal, schießen deren Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein. Erwischt sie dabei viele Teilchen fast gleichzeitig, kann der Eindruck eines Sternschnuppenregens entstehen.

leoniden-allDie meisten Sternschnuppen verglühen bereits in der Hochatmosphäre durch die enorme Reibungshitze an den Luftmolekülen.

Die aufblitzenden Leuchtspuren entstehen, wenn die Staubpartikel durch die Reibungshitze an den Luftmolekülen der Erdatmosphäre verglühen. Mit rund 70 Kilometer pro Sekunde gehören die Leoniden übrigens zu den schnellsten Sternschnuppen, die Jahr für Jahr über den Nachthimmel huschen.

Ausstrahlungspunkt der aufblitzenden Meteore ist das Sternbild Löwe, lateinisch: Leo, von dem der Meteorstrom auch seinen Namen hat. Der Effekt des radialen Ausstrahlens in alle Himmelsrichtungen entsteht dadurch, dass sich die Erde auf ihrer Reise um die Sonne Mitte November scheinbar auf das Sternbild Löwe zubewegt, wo sie die Staubspur des Kometen kreuzt.

Sternbild LöweDie Leoniden scheinen aus dem Sternbild Löwe zu kommen. Der Effekt gleicht einer nächtlichen Autofahrt durch Schneegestöber. Auch dort scheinen alle Flocken aus einem Punkt in der Mitte des Blickfelds zu kommen.

Da der Komet 33 Jahre für einen Umlauf um die Sonne braucht, wird seine Staubfahne auch nur alle 33 Jahre aufgefrischt. Dann kommt es zu besonders spektakulären Passagen, bei denen oft Hunderte, ja sogar Tausende von Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel flitzen. Astronomen sprechen bei derart ausgeprägten Ereignissen nicht mehr von einem Sternschnuppenregen, sondern von einem Meteorsturm.

Leoniden brachten schon Meteorstürme hervor

Überlieferungen zufolge brachten die Leoniden schon im Mittelalter spektakuläre Meteorstürme hervor. Doch ganz besonders eindrücklich müssen die Leonidenstürme von 1833 und 1966 gewesen sein, wo während des kurzen, spitzen Maximums sogar mehr als 100.000 Schnuppen pro Stunde gefallen sind. 1999 waren es immerhin noch mehrere Tausend.

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Doch bis im Jahr 2033 wieder ein solches Spektakel ansteht, bleibt Sternschnuppenfans nur, sich in Geduld zu üben. Denn selbst wer mit der bescheidenen Rate von nur etwa 10 bis 15 Schnuppen pro Stunde Vorlieb nehmen würde, hat noch keine Erfolgsgarantie.

WetterRadarUnser WetterRadar lässt für Samstag früh nur gebietsweise klaren Himmel erwarten.

Denn einmal mehr spielt das Wetter Samstag früh in vielen Gebieten nicht mit, weil Wolkenfelder den Blick in den Himmel trüben. Am besten stehen die Chancen noch in einem Streifen vom Emsland über Ostwestfalen hinweg bis in die Landesmitte und in Teilen des Nordostens. Allerdings ist es in diesen Regionen auch lausig kalt mit vielfach sogar frostigen Temperaturen.

Ansonsten bleibt die Zeit des nächsten großen Sternschnuppenschwarms im Dezember abzuwarten. Dann kommen die Geminiden, die regelmäßig sehr beachtliche Fallraten von mehr als 100 Meteoren pro Stunde aufweisen.

Viele Sternschnuppen am Himmel

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