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Jahreszeitenrückblick: Nassester Herbst seit 2002 und wärmster seit 2007

19:12
29. November 2023

Rückblick
Nassester Herbst seit 2002

Große Pfütze an der Dresdner Elbpromenade mit Blick auf FrauenkircheBesonders der Oktober und November haben sich in den meisten Landesteilen ausgesprochen nass präsentiert. - © dpa

Trotz des aktuellen Wintereinbruchs geht der Herbst als der wärmste seit mehr als 10 Jahren in die Wettergeschichte ein. Noch bemerkenswerter sind jedoch die Regenmengen. Im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es in diesem Fall erfreuliche Nachrichten.

Der diesjährige Herbst endet mit einem markanten Wintereinbruch. In den Wochen davor mussten wir uns jedoch die meiste Zeit - mit Ausnahme des Septembers - mit sehr nassem und mildem Schmuddelwetter begnügen.

Während sich der September in den vielen Regionen ungewöhnlich trocken präsentierte, regnete es in den beiden Folgemonaten dagegen überdurchschnittlich viel.

Enorme Regenmengen im Oktober und November

Ab etwa Mitte Oktober summierten sich fast flächendeckend so hohe Niederschlagsmengen, dass der Herbst insgesamt die letzten Jahre deutlich übertraf. Er gilt sogar als der nasseste Herbst seit etwa 20 Jahren.

So viel Regen gab es schon lange nicht mehr Herbst. Dieses Jahr ist es der nasseste seit 2002.So viel Regen gab es im Herbst schon lange nicht mehr. Dieses Jahr ist es der nasseste Herbst seit 2002.

Mit rund 257 Litern pro Quadratmeter fiel im landesweiten Durchschnitt 30 bis 40 Prozent mehr Niederschlag als im Klimamittel. Die nassesten Regionen befanden sich im Nordwesten, im nördlichen Mittelgebirgsraum, am Alpenrand und im Schwarzwald.

Dort kam vielfach das Anderthalbfache bis das Doppelte an durchschnittlichem Niederschlag zusammen. Verbreitet gingen dort 300 bis 600 Liter Regen pro Quadratmeter nieder.

Nassester Oktober seit 2002Mehr erfahren

Balderschwang im Oberallgäu meldete sogar fast 800 Liter und viele Orte im Schwarzwald bis zu 750 Liter. Etwas weniger Niederschlag als im Klimamittel verzeichneten Teile Frankens, einige Gebiete entlang der Donau und das Thüringer Becken. In Weimar wurden beispielsweise nur 140 Liter gemessen, wie auch die Rückblicksdaten aufzeigen.

Dürre im Boden weniger problematisch

Ein Gutes hat der extrem nasse Oktober und November diesmal: Das viele Regenwasser sickert auch in den noch trockenen Regionen Ostdeutschlands in tiefere Bodenschichten ein. Das gilt ebenfalls für den südlichen Oberrhein und Teile Frankens.

Feld überflutetNach ergiebigen Dauerregen waren die Böden gesättigt, sodass das Wasser kaum abfließen oder einsickern konnte. Felder waren zeitweise überflutet, wie hier in Oberfranken. - © dpa

Erst in den letzten Wochen hat in vielen Regionen Deutschlands die Grundwasserneubildung eingesetzt. Die meisten Grundwassermessstellen zeigen einen Anstieg an. In Teilen Ost- und Süddeutschlands ist dies jedoch noch nicht überall der Fall.

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Die Grundwasserneubildung findet hauptsächlich im Winterhalbjahr zwischen November und April statt. In dieser Zeit sind die Niederschläge besonders wichtig. Wie viel Wasser jedoch in das Grundwasser versickert, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit ab.

Wärmster Herbst seit 2006

Insgesamt verliefen der September, Oktober und November wärmer als im langjährigen Mittel, was angesichts des Klimawandels jedoch nicht verwunderlich ist. Besonders der erste Herbstmonat stach hier heraus.

Temperaturmittel Herbst 2023Der diesjährige Herbst war der wärmste seit 2007.

Der September stellte einen neuen Rekord auf, er war der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Mitte des Monats zeigte das Thermometer verbreitet Temperaturen von mehr als 30 Grad an.

Der Oktober reihte sich in die Rekordliste ein: Er war der fünftwärmste seit 1881. Das deutschlandweite Temperaturmittel im Herbst lag mit 11,5 Grad deutlich über dem langjährigen Mittel (1992-2022).

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In der Nordosthälfte wichen die Temperaturen zwei bis zweieinhalb Grad, im Süden und im Südosten sogar dreieinhalb bis knapp vier Grad vom Klimamittel ab.

Selbst der Temperatursturz Mitte Oktober sowie der Kälteeinbruch im letzten Novemberdrittel konnten die positive Temperaturabweichung nicht entscheidend dämpfen. Die nahezu frostfreien Nächte trugen ebenfalls dazu bei.

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Der Oktober hat sich in diesem Jahr vielseitig präsentiert. Anfangs war er noch rekordverdächtig warm, später zogen viele Schauer und Wolken durch. Doch es gab wieder einmal viel am Himmel zu entdecken, wie unsere Fotostrecke zeigt. - © Veselin Kolev

Erst zum Herbstfinale kam es zu ergiebigen Schneefällen und strengem Frost mit Tiefstwerten bis minus 10 Grad. Im Osten und in der Mitte wurden auch tagsüber häufig Minusgrade registriert.

Sonniger September - Grauer November

Trotz vieler nasser und bewölkter Tage ab Mitte Oktober machte die Sonne in der Bilanz Überstunden. Dafür war vor allem der sommerliche September verantwortlich. Aber auch im Oktober hatte die Sonne im Süden meist das Sagen.

Insgesamt war es der fünftsonnigste Herbst seit 30 Jahren. Den Rekord hält nach wie vor der Herbst 2018 (438 Sonnenstunden), gefolgt vom Herbst 2011 (436 Sonnenstunden).

Das Jahr 2023 schreibt KlimageschichteLesen Sie auch
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