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Grundwasserüberwachung aus dem All: Satelliten zeigen Rückgang bei uns

19:25
15. Februar 2024

Satelliten zeigen Minus
Grundwasser wird aus dem All überwacht

Unsere Wasservorräte sind essenziell. Im Video zeigt eine Wissenschaftlerin, wie diese von Satelliten überwacht werden und was sie für Deutschland und unser Grundwasser herausgefunden hat.

Satelliten überwachen rund um den Globus den sogenannten Gesamtwasserspeicher. Durch ihn lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung des Grundwassers schließen. Helena Gerdener vom Institut für Geodäsie und Geoinformation in Bonn wertet diese Daten für Deutschland aus und registriert einen deutlichen Rückgang in den Jahren von 2002 bis 2022. Im Mittel haben wir pro Jahr demnach 760 Milliarden Liter Wasser verloren.

Grundwasser 2023: Erholung, aber keine Entwarnung

Nun hat es in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich viel geregnet. Das gesamte Jahr 2023 geht als nasses Jahr in die Wettergeschichte ein. Die Böden haben sich erholt und weisen nahezu keine Dürreerscheinungen mehr auf.

So sah der Dürremonitor für bis zu 1,8 Meter Tiefe schon lange nicht mehr aus. Nur vereinzelt wird noch eine Dürre angezeigt. So sah der Dürremonitor für bis zu 1,8 Meter Tiefe schon lange nicht mehr aus. Nur vereinzelt wird noch eine Dürre angezeigt. - © UFZ-Dürremonitor/ Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

In vielen Regionen erholen sich auch die Grundwasserstände. Mancherorts erreichen sie sogar Rekordhöhen und lassen Keller volllaufen. Doch noch immer zeigen viele Messstellen Niedrigwasser an. In Sachsen liegt der Anteil zum Beispiel bei 60 Prozent.

So schnell reagiert das Grundwasser

Ob und wie schnell das Grundwasser auf die gefallenen Niederschläge reagiert, hängt von der Tiefe des sogenannten Grundwasserleiters ab. So wird ein Gesteinskörper mit Hohlräumen bezeichnet, der das Grundwasser ableiten kann.

Oberflächennahe Leiter in etwa 10 Meter Tiefe reagieren schneller als tiefere in etwa 100 Meter. Daneben spielt die Durchlässigkeit des Gesteins eine Rolle.

Abgebildet sind die unterschiedlichen Arten von GrundwasserleiternAbgebildet sind die unterschiedlichen Arten von Grundwasserleitern. - © BGR

Laut Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt füllt sich das Grundwasser in den durchlässigen Lockergesteinen des Norddeutschen Tieflands oder im Karstgestein auf der Schwäbischen Alb durch Niederschlag schneller wieder auf.

In kleinporigen Festgesteinen, wie zum Beispiel im Sandgestein des Thüringer Waldes, kommt das Wasser dagegen nur wenige Meter pro Tag voran.

Spannend wird sicherlich die Auswertung der Satellitendaten für 2023. Während die Messstellen nur punktuell sind, kann man durch sie eine Übersicht in der Fläche erhalten. Sobald diese vorliegt, werden wir darüber berichten.

Originalstudie: Veränderungen der Wasserspeicherung in Deutschland seit 2002 aus Beobachtungen der Satellitengravimetrie

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