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Brienz: Bewohner dürfen erstmals zurück ins Dorf

11:14
7. Juni 2023

Kurze Rückkehr möglich
Update zum drohenden Schweizer Bergsturz

BrienzBrienz ist seit Wochen von einem möglichen Bergsturz bedroht. - © dpa

Seit bald vier Wochen ist das Schweizer Bergdorf Brienz evakuiert. Nun können die Bewohner erstmals für kurze Zeit in ihre Häuser zurückkehren. Doch die Bedrohung durch einen möglichen Felssturz bleibt.

Die Einwohner des bergsturzgefährdeten Bergdorfs Brienz/Brinzauls in der Schweiz durften am Mittwoch erstmals seit der Evakuierung vom 12. Mai zurück ins Dorf. Sie haben so die Möglichkeit persönliche Gegenstände und wichtige Dinge für den Alltag aus ihren Häusern zu holen.

In zwei 90-minütigen Zeitfenstern dürfen jeweils maximal 30 angemeldete Personen das Dorf betreten. Die endgültige Entscheidung über den Zugang ist am Mittwochmorgen gefallen. Die Gefahrensituation ließe eine kurzzeitige Rückkehr zu, so die Gemeinde.

BrienzLandwirte dürfen unterhalb des Dorfes ihre Wiesen bewirtschaften. - © dpa

Bereits am Dienstag hatten Bäuerinnen und Bauern die Erlaubnis tagsüber die Wiesen unterhalb des Dorfes zu mähen das Gras und zu Heu oder Silogras zu verarbeiten. Auch am Mittwoch ist der Zugang für die Landwirtschaft wieder möglich.

Bisher noch kein größeres Sturzereignis

Seit der Evakuierung sind immer mal wieder Gesteinsbrocken abgebrochen. Ein größerer Felssturz oder Bergsturz ist aber bisher ausgeblieben. Ein solches Ereignis wurde damals von den Geologen innerhalb von rund zwei Wochen erwartet.

Für Brienz gilt nach wie vor die Phase ROT, es ist weiterhin mit einem großen Geröllabgang in den nächsten Tagen bis zwei Wochen zu rechnen. Gemäß den Experten kann aufgrund aktueller Daten aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Situation noch länger hinzieht.

Schon gewusst?

Dass der Hang bei Brienz seit Jahren abrutscht, hat in erster Linie mit der Bodenbeschaffenheit im Untergrund zu tun. Die Gleitmasse steht auf einer schmierigen Schicht aus Ton. Einsickerndes Wasser erhöht die Gleitfähigkeit zusätzlich. Im Gegensatz zu anderen felssturzgefährdeten Gebieten in den Hochalpen spielt hier tauender Permafrost keine Rolle.

Das derzeit wahrscheinlichste Szenario ist ein Abgang in Form eines größeren Schuttstroms, der sich mit mehreren Metern pro Tag in Richtung Dorf bewegt. Möglich sind auch mehrere Felsstürze oder ein großer Bergsturz sowie eine Kombination dieser drei Szenarien.

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