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Berggipfel bei Galtür eingestürzt - Gewaltige Felsmassen donnern zu Tal

11:01
13. Juni 2023

Felssturz in Tirol
Galtür: Berggipfel zusammengebrochen

Ein gewaltiger Felssturz in Tirol hat am Sonntagnachmittag den rund 3400 Meter hohen Südgipfel des Fluchthorns bei Galtür weitgehend zum Einsturz gebracht. Der Berg ist nun rund 100 Meter niedriger.

Am Sonntagnachmittag wurden Wanderer in der Silvrettagruppe nahe Galtür Zeugen einer Naturgewalt: Gegen 15:20 Uhr brachen riesige Felsmassen an der Nordwestflanke des südlichen Fluchthornmassivs ab. Geröll, Schutt und Schmelzwasser stürzten mit lautem Getöse den Flühhornferner hinunter.

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Der abgebrochene Berggipfel von einem ersten Erkundungsflug aufgenommen. - © Land Tirol

Nach ersten Erkundungsflügen von Geologen sind 100.000 Kubikmeter Material herabgestürzt. Der Felssturz und die dadurch ausgelöste Mure dürften eine Länge von circa zwei Kilometern erreicht haben.

Die Geröllmassen donnerten auch in Richtung einer Schutzhütte. Die Jamtalhütte selbst trug jedoch keinen Schaden davon.

Über Verletzte oder Vermisste ist zum Glück nichts bekannt. Die Polizei und die Bergwacht gehen davon aus, dass zum Zeitpunkt des Einsturzes keine Personen auf oder direkt unterhalb des Fluchthorns unterwegs waren.

Auftauender Permafrost als Ursache

Nach Erkundungsflügen gehen Geologen von auftauendem Permafrost infolge des Klimawandels als Ursache aus. Auf ihren Flügen stellen sie nämlich freigelegte Eisflächen fest. Laut den Experten können weitere Felsabbrüche nicht ausgeschlossen werden.

Drohender Bergsturz in der SchweizLesen Sie auch

In den Hochlagen der Alpen ist auftauender Permafrost eine der Hauptursachen für Fels- und Bergstürze. Zunächst war nicht ganz klar, ob kräftige Regenfälle in Kombination mit Schneeschmelze die Bergflanke instabil gemacht hatten. Auch dies kann Bergstürze auslösen.

Gipfelkreuz verschwunden

Das Fluchthorn liegt im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz und gehört zur Silvretta, einer bekannten Alpenregion mit vielen Bergen über 3000 Meter Höhe. Der Südgipfel des Fluchthorns war mit 3398 Metern nach dem Piz Linard (3410 Meter) der zweithöchste Gipfel der Silvretta.

Nach derzeitigen Schätzungen liegt der Gipfel nach dem Bergsturz nun rund 100 Meter tiefer. Ein neues Gipfelkreuz kann wohl vorerst nicht angebracht werden, da weitere Abbrüche drohen.

Berg in der Nähe gefährdet

Nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt ist der Kleine Piz Buin (3255 Meter). Er ist für häufigen Steinschlag bekannt, ein Bergsturz wird seit vergangenem Sommer von manchen Experten befürchtet.

Der Berg steht deshalb unter genauer Beobachtung und über eine Verlegung der Normalroute wird diskutiert. Eine nahe gelegene Alpenvereinshütte war im Winter aufgrund zu großer Gefahr gesperrt.

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Im Winter 1998/1999 hat es im nördlichen Alpenraum Rekordschneefälle gegeben. Massive Lawinenabgänge waren die Folge. Eine der tödlichsten und zerstörerischsten Lawinen traf die Gemeinde Galtür in Tirol. - © Lawinenwarndienst Tirol
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